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Erster Band.
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Billinges

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Birke

maus, auch Siebenschläfer, Schlafratte oderRellmaus genannt (Glis esculentus), welche imsüdlichen Europa, besonders in den österreichischen unditalienischen Gebirgsgegenden, im südlichen Ruß-land :c. lebt. Die Felle sind schön weich und sanft, aufdem Rücken aschgrau oder schwarz und weiß gemischt,am Bauche silberweiß, und werden zu Futtern, Hand-schuhen und dergl. verwendet. Besonders aus Krainkommen sie in zusammengenähten Tafeln von 20—30Stück in den Handel.

Billinges . oder Ballanges, eine GattungZeuge mit hänfener oder leinener Kette und wolle-nem Einschuß, theils geköpert, theils ungeköpert,welche in England und Frankreich verfertigt werden.

Billon nennt man legirtes Gold oder Silber, dasdie Hälfte seinesGewichts und mehr Kupferzusatz hat.

Bilsenkraut, schwarzes, Hyoscyamns ni-ger, auch Zigeuuerkraut, Schlafkrank,Hühnertod, Tollkraut rc. genannt, eine in ganzDeutschland und anderen Ländern an Wegen, Hecken,Zäunen, auf Schutthaufen wachsende Giftpflanze, mitmöhrenförmiger Wurzel, aufrechtem 1 bis 4 Fußhohem Stengel, der mit weit abstehenden, weichen,etwas klebrigen Zotten besetzt ist, fiderspaltigeu, buch- |tigert, gezähnten, weich anzufühlenden, etwas klebrigen !Blättern und in den oberen Blattwinkeln stehenden!schmuzig gelben, violett geäderten Blüthen, mit glocken- !förmigen, fünjzähnigem Kelche. Die gelblichgrauen,runzligen, kleinen, fast eierförmigen, aschgrauenSamenkörner, von widrigem Geruch, aus denen einfettes Oel gepreßt wird, das gelb und giftig ist, sitzenin einer zweisächerigen Kapsel. Die ganze Pflanze hatein widriges, düsteres Ansehen und einen starten, un-angenehmen Geruch. Der giftige Bestandtheil derselbenist ein narkotisches Pflanzenälkaloid, Hposcyamingenannt, welches in seidenglänzenden Nadeln krystalli-strt, trocken ohne Geruch, angefeuchtet widerlich starkriecht, einen scharfen Geschmack fast wieTabak hat; da-neben Oel, Wachs, Gummi, Stärke, Zucker und Salzeenthält. In der Medizin werden die Blätter,Herb» Hyoscyami, und die Samen, Semen Hyos-eyami, besonders in Nervenkrankheiten als ein beruhi-gendes und besänftigendes Mittel gebraucht. Auchwird das frische und getrocknete Kraut als ein krampf-stillendes, erweichendes Mittel zu Umschlägen ange-wendet. Hyoscyamns albus, im südlichen Frankreich,Schlesien, der Lausitz wachsend, hat einen niedrigen,weicheren, mehr behaarten Stengel, weißlichte Blumenund tzoamen, wird gleichfalls in der Medizin gebraucht,wirkt aber schwächer. Das aus dem Bilsenkraut be-reitete Oel, Oleum Hyoscyami coctum hat eine schönegrüne Färbung. Das Hhoscyamin ist sehr giftig undgibt mit Säuren Salze. Es wird wie das Atro-pin in der Augenheilkunde gebraucht. Ein aus derPflanze bereiteter Extract von grüner Farbe ist osfi-cinell; auch er ist giftig. Außerdem hat man davonSalben, Pflaster und Tinctnr. Als Gegengift wirdLitronensäure, Kampfer und Brechmittel gegeben.Bimasholz, s. Roth holz.

Bimbelotene nennt man in Frankreich das kleineKinderspielzeng, besonders von Glas, Blei und Zinn.Auch der Handel mit dergleichen Waaren wird sogenannt.

Biinstein, PumetlapisPumieis, ein sehrporöses, schwammiges, blasiges Mineral vulkanischenUrsprungs, das aus lauter kleinen, seidenglanzenden,theils parallel, theils verworren durcheinander laufen-den , sehr spröden Fasern zu bestehen scheint. Er istwegen der darin enthaltenen Höhlungen leichter als

Wasser (0,g,jspez.Gew.),meistweißlichgrau, zuweilenaber auch dunkelgrau, bläulich, grünlich, röthlich oderbrännlich von Farbe, und ist in seinen Theilen so hart,daß er Glas und die meisten Metalle ritzt. Nur anden Kanten ist er etwas durchscheinend und etwasschmelzbar; sonst bläht er sich im Feuer auf. Manfindet ihn in der Regel in allen vulkanischen Gegendenin großen und kleineren Schichten, besonders auf denliparischen Inseln,lbei Neapel, Rom, Andernach amRhein, in Ungarn, auf Island, mehreren griechischenInseln, Teneriffa, in der Auvergne, Mexiko rc. undbenutzt ihn besonders zum Schleifen und Poliren derMetalle, des Marmors, Glases, Elfenbeins, Perga-ments, Holzes rc., zu Zahn-und Radirpulver, zuMörtel, zu Bimsteinseisc rc. Der weihe, der zugleichmöglichst leicht und weich sein muß, ist der beste. Auchein künstlicher Bimstein, der aus Quarzsand, Thon-und Kalksand zusammengeschmolzen wird und unterden Namen Wiener Bimstein, oder gegossener Bim-stein, in weißen Platten von 1—5Pfd. in den Handelgebracht, dem natürlichen zu vielen technischenZwecken vorgezogen wird und besonders von Holz-arbeitern Anwendung findet, wird in Fabriken dar- •gestellt; der beste wird von Hardtmuth in Bndweisbezogen.

Bindchen, s. Strohgeflechte.

! Bindebüchcr nennt man das oberste und das un-terste Buch eines mit Bindfaden gebundenen RiesesSchreib- oder Postpapier, welche gewöhnlich Ausschußenthalten.

Bindelli nennt man in Italien seidene, goldene! und silberne Borten, die besonders in Mailand ver-! fertigt und auch VenetianischeBorten genanntwerden; doch verfertigt man sie auch in Deutschland.

Bindfaden oder Spagat, aus 2 oder 3 gesponne-nen Hanf- oder. Flachsfäden zusammengedrehteSchnuren zum Zusammenbinden, zum Nähen sür Le-derarbeiter, zuin Verfertigen von Netzen und verschiede-§ nein künstlichem Flechtwerk. Er wird von Seilern ini verschiedenen Stärken, theils weiß, theils grau undj auch gefärbt, verfertigt; der dünnste heißt K anzlei-j fabelt, der stärkste ist der Z uck erbind fad e n. ZumBinden der Schreibfcdern bedient man sich gewöhn-; lich verschieden gefärbten baumwollenen Bindfadens.

! Bindrotting, s. Sp anisches Ro h r.s Binellis Wasser, s. Aqua Jiinelli

Bingelkraut, Herbamercurialis annua,eine häufig in Gemüsegärten als Unkraut wachsendes Pflanzemit eirund lanzettförmigen, spitzigen, gesägtenBlättern, die sonst in der Medizin gebraucht wurden.Es gibt davon niehrere Arten, doch sind sie jetzt alleverschollen.

Binnencontrvlle, s. Zollverein.

Binnenhafen nennt man den inneren Theil einesHafens, der gewöhnlich durch einen sogenanntenBaum von dem Außenhafen abgesondert ist.Binnenhandel, s. Handel.

Binnenlinie, s. Z o l l v e r e i n.

Binnenzölle, s. Zoll.

Biolca, ein italienisches Feldmaß.

Birkeoder Weißbirke, lketnla alba, ein inder ganzen gemäßigten Zone und bis in den hohenNorden häufig wachsender Waldbaum, auch vorzugs-weis der „Baum des Nordens" genannt, weil er inkalten Gegenden, wo keine anderen Bäume mehr fort-kommen , noch gut gedeiht und den Bewohnern vonmannichfachem Nutzen ist. Er hat ein weiches, hartes,biegsames und zähes Holz, das ein vortrefflichesBrennmaterial ist und sehr gute Kohlen liefert, aber