Birkenchampagner
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Birma
aU( fy zu Tischler-, Drechs ler- und besonders zu Stell-macherarbeiten, sowie zu Mulden, Trögen, Küchen-geräth, Gewehrschäften rc. häufige Verwendung findet.Die Wurzeln und Knorren, besonders von Bäumen,die auf felsigem Boden gewachsen sind, geben $in schö-nes Maserholz, Birkenmaser oder Birkenfla-d er, das zu Drechsler- und eingelegten Tischlerarbei-ten und zu Pfeifenköpfen (den sogenannten Ulm erKöpfen) verarbeitet wird. Aus den dünnen Bestenwerden gute Faßreifen, aus den Ruthen Kehrbesen,Körbe rc. verfertigt. Die Rinde gebraucht man inNorwegen und Schweden znm Dachdecken und ver-fertigt daselbst, sowie in Rußland auch viel und zumTheil recht hübsche Schnupftabaksdosen, sowie auchSchuhe, Körbe rc. daraus. In Mangeljahren mahltman in Norwegen und Schweden das Holz und dieRinde zu Mehl und bäckt sie unter das Brod. DieBlätter find zugespitzt, sägezähnig, glänzend hellgrünund wohlriechend, wenn sie jung sind; sie und die jun-gen Zweige können znm Biehfutter wie zum Gelb-särben benutzt werden; man bereitet dazu aus ihnen«nen Absud, aus welchem durch Einkochen mit Alaun,Thonerde oderKreide ein Schiittgelb erhalten wird.Auch dienen sie bei Hautkrankheiten und Gicht alsBäder. Die Rinde verwendet man ebenfalls zumGelb- und Brannfärben, auch macht sie die Farbeder Rothhölzer schöner und beständiger, und die in-nere dunkelbraune Rinde ist ein gutes Gerbematerial,dessen man sich besonders in Norwegen und Sibirienbedient. Es werden daraus Schuhe, Körbe und ver-schiedene Utensilien gemacht. Auch werden die Rindeund die Blätter zuweilen in der Medizin gebraucht.Aus den jungen Knospen wird durch Destillationein dem Copaivabalsam ähnliches Oel, Birkeu-b als am, gewonnen. Trockne Birkenasche dientzum Putzen des dunkelangelaufeuen Glases und gibtmit Tannenharz eine gute Lange znm Bleichen undBeizen der Leinwand. Der Birken ruß, der inPolen, Litthauen rc in eigenen Birkenrußbrennereienverjertigt wird, gibt eine schöne, tiefschwarze Drucker-schwärze. Die wichtigsten Produkte sind jedoch derBirkensaft und der Birkentheer, von denenwir in den folgenden Artikeln sprechen. — Außer derweißen Birke gibt es noch mehrere andere Arten, dieaber weniger häufig sind, wie die schwarze, die Pap-pelbirke, Hängebirke rc.
Birkenchampagner, s. B i r k e n w e i n.
Birkenöl, s. Birkentheer.
Birkensaft oder B ir k e n w a s s e r wird in großerMenge gewonnen, wenn man im Februar oderMärz, am besten bei Thauwetter, Bäume von mitt-lerem Alter 1 bis 2 Zoll tief anbohrt. Binnen 24Stunden fließen 14—16 Kannen Saft aus, der einangenehmes, kühlendes, besonders in Rußland sehrsiebtes Getränk gibt, das sich in Fässern oderSteinkriigen in kühlen Kellern ein ganzes Jahr langvält. Auch wird er als Medizin und zu Frühlings-kuren benutzt. Durch Gährung bereitet man Bir-kenwein (s. d.) daraus; auch gibt der Saft einenguten Essig und behutsam bis zur Trockne eingekocht,^Ue Art Manna.
Birkentheer oder Birkenöl, Oleum betnlinum
wosvovitivum 8 . Balsamus lithavicus, auch Dog-gert, Deggut und D agget genannt, ist das durchDestillation aus der äußeren weißen, sehr fetten Bir-kenrinde durch trockene Destillation gewonnene Pro-dukt. Es ist anfangs rothbrann, hell und flüssig,wird aber später dicker und dunkler von Farbe, unddat einen starken, sehr unangenehmen Geruch. In
Rußland benutzt man ihn besonders zum Gerbendes Juchtens, indem man diesen auf der Fleischseitedamit tränktj, wodurch er seinen eigenthümlichenGeruch und seine besonderen Eigenschaften erhält.Zu diesem Zweck wird der Birkentheer dort in großerMenge bereitet, und außerdem verwendet man ihnauch zu Wagenschmiere, zum Anstreichen des Holz-werks und als Volksarzneimittel bei manchen Krank-heiten.
Birkenthon ist eine in Schweden und auf denFaröern vorkommende Thonart, welche durch dasBrennen sehr hart und gewöhnlich Hellroth wird undzur Verfertigung irdener Gefäße benutzt wird.
Birkenwasser, s. Birkensaft.
Birkenwein oder Birkenchampagner wirdbesonders in Rußland häufig aus Birkensaft auf ver-schiedene Weise bereitet und ist ein, selbst in vorneh-men Häusern beliebtes Getränk. Gewöhnlicher Bir-kenwein oder Birkenmeth, der nicht schäumt,wird bereitet, indem mau 24 Kannen Birkensaft1 Stunde lang unter gehörigem Abschäumen mit1 Pfd. Honig oder eben so viel Zucker, etwas Citro-nenschale und Gewürznelken kocht, nach dem Erkaltenmit Hefen in einem Fasse, das man durch Nachfüllenimmer voll erhält, gähren läßt und nach beendigterGährung auf ein andres Faß oder auf Flaschen ab-zieht. Zur Bereitung des Birkenchampagners,der bei richtigem Verfahren dem ächten Champagnerznm Verwechseln ähnlich sein soll, kocht man 24Kannen frischen Birkensaft niit 8 Pfd. Zucker unterAbschäumen bis auf Y 4 ein, seiht die Flüssigkeitdurch, fügt nach dem Erkalten 3—4 Eßlöffel warmeHefe und 4 Kannen alten Franzwein, sowie 4 indünne Scheiben geschnittene Citronen ohne Kernehinzu und läßt die Mischung gähren. Nachdem dieGährung vorüber ist, verspundet man das Fäßchen,läßt es 4 Wochen im Keller liegen und zieht dannden Wein auf Flaschen, die man zubindet, verpichtund in die Erde gräbt, weil bei der geringsten Wärmeder Wein die Flaschen zersprengen würde.
Birma, das birmanische Reich, Land imwestlichen Theile Hinterindieus, liegt zwischen Siamund dem indisch-britischen Reiche und wird im Sü-den von Pegu begrenzt. Es ist 4570 □’sOietlcrt großund hat 2 Will. Einw., die größtentheils aus Jndo-chinesen bestehen. Das Land wird von Norden nachSüden von dem Jrawaddi durchströmt, der durchseine lleberschwemmungen das Thal befruchtet undmehrere Nebenflüsse aufnimmt. In seinem unterenLaufe theilt er sich in 2 Arme, deren westlicher Bas-s i n heißt und direct bei dem Kap N e g r a i s in denbengalischen Meerbusen fließt; der östliche theilt sichin den Dalla, Barrago und Rangun, welcherletztere sich mit einem andern Flusse, dem Pegu,verbindet. Oestlich fließt der Saluan und zwischendiesem und dem Jrawaddi der Sittang, der durchArme mit beiden in Verbindung steht. Die Haupt-beschäftigung der Einwohner ist Ackerbau und Vieh-zucht; ferner Jagd (besonders auf Elephanten),Fischerei und Bergbau. Die Industrie ist nicht be-deutend und die Einwohner stehen überhaupt in derBildung gegen die Chinesen und Hindus weit zurück.Indessen verfertigen sie baumwollene und seideneGewebe, Eisenwaaren, goldene und silberne Orna-mente, Arbeiten in Holz und Elfenbein, aber diesAlles in geringer Qualität, roh und ohne Geschmack;dagegen sind die Birmanen gute Flußschiffer und imSchiffbau aus Teakholz geschickt. Der Handel mitden britischen Besitzungen, China rc. ist lebhaft.
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