Birma
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Birmingham
Die Seemacht besteht in zahlreichen Kriegsböten aufdem Jrawaddi. — Bis 1852 bestand das birma-nische Reich aus 2 Haupttheilen, Ava (oder Birma)und Pegu, welche vormals selbstständige Reichewaren, sich aber dann abwechselnd unterjochten, bisum die Mitte des vorigen Jahrhunderts Ava oderBirma dauernd die Oberhand gewann. P egn (s. d.)ist aber jetzt im Besitz der Engländer und dem bri-tisch-indischen Reiche einverleibt. — Die jetzige Re-sidenz ist Ava, ebenfalls am Jrawaddi, mit 40,000©tu».; sie liegt seit der Eroberung durch den ehema-ligen König von Pegu im 1.1752 noch zum großenTheil in Trümmern, hat sich in neuerer Zeit aberwieder gehoben und besitzt einen kaiserlichen Palastund viele schöne Tempel. Die frühere Haupt- undResidenzstadt war Ummerapura oderAmmara-pura, welche über 100,000 Einw., einen großenköniglichen Palast, (in dem sich eine bedeutende Bi-bliothek mit vielen Handschriften auf Elfenbein be-fand) außerdem noch viele andere prächtige Paläste,Tempel und Klöster, schöne breite Straßen undHandel nach China hatte, ist im Jahre 1840 durchein Erdbeben fast ganz zerstört worden. S ch a g a i noder Satgalng, volkreiche Handelsstadt undStapelplatz für Baumwolle am Jrawaddi, undBamno oder Bamu an demselben Fluße, der hierden Pinlang oder Bamu aufnimmt, mit 15,000Einw. und starkem Handel mit China. Veunang-heun, volkreiche Stadt am Jrawaddi, mit ergiebi-gen Bergölquellen. N e u n d a h, Stadt mit starkemBaumwollhandel, Oel- und Lackfabrikcn.
Rechnungsart und Münzen. GeprägteMünzen hat Birma nicht und selbst die überallverbreiteten Piaster find kein eourantes Zahlungs-mittel, indem sie von den Birmanen meist einge-schmolzen werden; indessen werden in der neuerenZeit Piaster und ostindische Münzen von den Eng-ländern wohl mehr in Umlauf gebracht worden sein.In der Regel werden die Zahlungen durch Silbervon verschiedener Feinheit und als Scheidemünzedurch Blei geleistet. Die Rechnungseinheit ist dabeider Keiat, von den Europäern Tikal genannt, einGewicht von 16,5-6 Gramm. Das Silber ist ge-wöhnlich in Kuchen gegossen, von denen nach BedarfStücke abgeschlagen werden; bei einigermaßen bedeu-tenden Zahlungen müssen sie von besonders dazu an-gestellten Personen, Poöza genannt, gewogen undprobirt werden, was 1%% für Gebühren und 1"/»Silberverlust kostet, so daß eigentlich jede Summe,welche 40mal den Besitzer gewechselt hat, aufge-zehrt ist. Der gewöhnliche Feinheitsgehalt des Silbersist fünferlei und es hat danach verschiedene Namenund natürlich auch verschiedenen Werth. Das ganzreine oder geblümte Silber (engl, üo«-orecl silver),das hauptsächlich in Ummerapura gebräuchlich ist,heißt Emmi; mit 5 o/s Zusatz Uounioa, mit 10 o/oZusatz Rounizee, mit 20% Zusatz Rouasee, mit25 % Zusatz Moowadzoo , und mit 30 % Zusatz,als das geringste, 'Woombo. Außerdem kommt esauch mit 2 und 2% % Zusatz vor, und dieses, sowiedas mit 5 %, wird zu den Zahlungen an die Regie-rung verwendet. Das mit 10 % Zusatz wird beson-ders bei Handelsgeschäften und das mit 25% imgewöhnlichen Verkehr gebraucht, und diese beidenSorten sind daher die gangbarsten. Bei dem Fein-gehalte von 97% % gehen 80 , 0742 » bei 95 % 31,7 909 ,bei 90% 33,»,-, 70 und bei 75% 40,266g Tikals aufdas deutsche Münzpsund. Von dem zu 90 % ist derTikal werth: 26 Sgr. 9,,* Pfg., von dem zu 75%
ist sein Werth 22 Sgr. 4, 9 , Pfg. im 30 Thalerfuß.Vom Blei werden gewöhnlich 500 Tikal — 1 TikalSilber gerechnet, jedoch mit Schwankungen je nachdem größeren oder geringeren Bedarf. Der TikalBlei ist daher nicht ganz % Pf- im 30 Thlr.-F. undnahe an % Pf. im 52% Fl.-F. werth und das Zoll-pfund (--- 500 Gramm) Blei kommt ungefähr auf1% Sgr. oder etwas über 5% Kr. zu stehen. Goldwird in der Regel nicht als Zahlungsmittel benutzt;wenn es geschieht, wird sein Werth gewöhnlich 17malhöher als der des Silbers berechnet. Es kommt vonsehr verschiedenem Feingehalte vor, von 50 %(12 Kar.) bis 97% % (23% Kar.) fein. Der vorigeKönig von Birma hatte zwar den Versuch gemacht,Münzen prägen zu lassen und dazu Maschinen ausCalcutta kommen lassen; aber er hatte die Münzenzu so hohem Werthe ausgegeben, daß er trotz derstrengsten Maßregeln die Sache nicht durchsührenkonnte und es daher bei dem früheren Wiegen undProbiren der Silberkuchen geblieben ist.
Maße und Gewichte. Das Längenmaßist der Taong oder Taim (Elle), welcher — 0, 4as ,Meter ist und in 2 Thwas (Spannen) ä 1% Mails(Handbreiten) ä 8 Thits (Fingerbreiten) a4Moyausa 6 Nhons (Sesamkörner) ä 10 Chakhyis (Haarbrei-ten) getheilt wird. Der Lan oder die Klafter hat4 Taongs, das Ta oder Bambusrohr 7 Taongs.Feldmaß ist das Pa, ein Quadrat von 25 Ta Längeund Breite -- 72, 0 766 sranz. Aren. — Getreide-maß ist das Teu oder Basket (Korb), welches anGewicht 16 Paikthas oder Miß — 26 , m Kilogr. ge-schälten Reis faßt, und in 4 Saits ä 2 Sarotsä 2 Pyis ä 4 Sales ä 2 Lames ä 2 Lamyets getheiltwird. Viele Waaren, namentlich alle flüssigen wer-den nach dem Gewicht verkauft. — Die Einheit desHandelsgewichts ist das Paiktha, von den Eng-ländern Wiß genannt; es ist = l, 655ß Kilogr., ---3,5666 prenß., = 2,o56i Wiener Pfd. Mau theilt esin (100 Kyats oder Tikals ä 4 Maths ä 2 Mjuhsä 2 Bais a 4 große L 2 kleine Rwehs. Der Kaudy hat150 Paikthas oder 248, S4 Kilogramm. — Der Zins-fuß ist ohne Unterpfand bis 5% monatlich, mit Unter-pfand 2%. Zinsen können nur für eineDarlchnszeitvon 10 Monaten gerichtlich eingefordert werden.
Birmingham , Stadt in der Grafschaft Warwickin England, an der Rhea und dem Birniingham-kanale mit nahe an 296,000 Einw., der wichtigstePlatz für die Metallwaarensabrikation in Englandund überhaupt nach Manchester die bedeutendste Fa-brikstadt des Landes. Vor 100 Jahren hatte eskaum 5000 Einwohner. Die Hauptartikel welchehier fabrizirt werden, sind Knöpfe (über 150 Fa-briken), lackirte und plattirte Waaren, Gewehre(40 Fabriken, welche in Kriegszeiten schon 14,000Stück wöchentlich geliefert haben), Stecknadeln(wöchentlich können über 200 Mill. Stück angefertigtwerden; eine einzige Fabrik kann in einer Stunde12,000 Nadeln und eben so viel Köpfe liefern),Stahlschreibsedern (mit denen fast die ganze Wettvon hier aus versorgt wird), Uhren und Uhrentheile,Uhrketten (gegen 100 Fabriken), Kronleuchter, Glas,Peitschen, Fingerhüte, Nagel, Leuchter, Lampeu, Fei-len, Regen- und Sonnenschirme, Fernrohre undAugengläser aller Art und noch viele andere, demNutzen sowohl als dem Luxus dienende und meistauf die sinnreichste Art erfundene und eingerichteteGegenstände. Zum Plattiren wird jährlich alleinfür 400,000 Thlr. Gold und Silber Verbraucht-Ferner gibt es große Fabriken für Dampf- und an-