Birmingham«- Waaren
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Bisamnierrn
bere Maschinen, Kupferwerke, welche Kupfer zumBeschlagen der Schiffe strecken, Eisenwerke und inder Nähe bedeutende Eisen- und Steinkohlenberg-werke, welche im Verein mit zahlreichen Dampf-maschinen, zum Theil der stärksten Art, die großartigeAusdehnung der hiesigen Metallindustrie möglich ge-macht haben. Birmingham ist ein höchst bedeutenderEisenbahnknotenpunkt, in welchem sich nachstehendeBahnen kreuzen: London-Liverpool; Bristol-Liver-pool; Bristol-Leeds; Bristol-Hull; Holy-Head-Dar-inouth. Die in der Nähe liegende Fabrikstadt So homit 12,000 Einw., an deren Stelle im Jahre 1768nur öde Haidegegend war, verfertigt besondersDampfmaschinen, aber auch alle anderen Metall-waaren, wie Birmingham. Besonders merkwürdigist die hier befindliche Münzfabrik, welche für dieRegierung und für Privatpersonen Münzen prägtund deren Maschinen mit Hülfe von 8 Knaben ineiner Stunde 33,600 Guineen und fast eben so vielkupferne Pence zu liefern im Stande find.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Großbritannien.
Birminghamer Waaren nennt man die inBirmingham, Soho rc. verfertigten kurzen Waaren,dorzngsweis aber die plattirten Waaren, welchehauptsächlich nach Amerika, Ost- und Westindien,Rußland rc. gehen.
BiritbaUM, gemeiner, Pyrus co mmunis,ein über den größten Theil von Europa verbreiteterBaum, von welchem durch Kultur und Veredlungschon gegen 1500 Spielarten erzeugt worden sind.Er wird bis gegen 100 Jahre alt, erreicht eine Höhevon 100 Fuß und eine Dicke von 3 Fuß. Er hatein sehr hartes, dichtes, schweres und seiuesHol; vonrothgelber oder bräunlicher Farbe, das sich leicht inallen Farben, besonders aber schwarz beizen läßt undeine schöne Politur annimmt. Es wird daher zuvielen Tischler- und Drechslerarbeiten verwendet, hataber den Fehler, daß es sich an feuchten Orten leichtwirft und auch leicht vom Wurme angefressen wird.Noch besser als das Holz des zahmen oder edlen Birn-baums ist das des wilden oder Holzbirn-baums, Pyrus pyrastor, der in vielen Gegen-den Deutschlands, besonders in Vorhölzern wächst unddessen Früchte nur zur Nahrung für Hausthiere undWild, sowie zur Bereitung von Essig brauchbar sind.Dem Ansehen nach hat es viel Aehnlichkeit mit demersteren, ist aber noch fester und dauerhafter, auchsind die Stämme meist stärker und gerader gewachsenund es ist daher zur Verarbeitung viel tauglicher alsjenes. Es läßt sich vorzüglich gut schwarz beizenund kommt dann im äußeren Ansehen dem Eben-holze fast gleich, weshalb man die meisten schwarzenEinrichtungsstücke, Bilderrahmen und dergl. aussthwarzgebeiztem Birnbaumholze verfertigt oder mitdergleichen Fournieren belegt. Ferner verwendetwan dasselbe zu Modellen, zu Druckformen, Holz-schnitten, zu Klavierhämmern und Tasten, zu Blas-wstrumenten, zu Schlaghölzern am Webstuhl undZU vielen anderen Tischler-, Schirr- und Drechsler-arbeiten. Aus den Wurzelrinden hat man ein Alka-chid, das Py ramin dargestellt, welches dem Phlo-bldzin ähnlich ist.
Birne, die bekannte Frucht des gemeinenBirnbaums, welche unter allen Obstarten denweiften Zuckergehalt chat und von der es, wie schonich vorigen Artikel erwähnt, eine große Menge Artengrbt. Ganz oder auch zerschnitten (Birnschnitzen»der Huz eln) an der Luft oder in der Wärme ge-
trocknet, sind sie wie das übrige Backobst ein Han-delsartikel, besonders in Thüringen. Sachsen, Schle-sien, Mähren rc. und in Zucker eingelegt, werden stevon Trieft, Neapel und Genua aus versendet. Auchwird ein guter Cider oder Birnenmost daraus ver-fertigt, besonders in einigeu Gegenden Englands, derSchweiz und Frankreichs, wo man ihn besonders inder Riedernormandie mit Zusatz von Aepfelmost sehrgut bereitet; man nennt ihn daselbst Poirö und erhat oft Aehnlichkeit mit dem Champagner. SchlechteBirnensorten werden als gutes Viehsutter verwendetund die Kerne geben 15»/» gutes, zum Speisen wiezum Brennen taugliches Oel.
Birnöl, s. Fruchtesseuzen.
Birnsteine werden die birnförmig geschnittenenEdelsteine, besonders die Diamanten, genannt.
Bis oder Wis, Gewicht in mehreren Ländernvon Vorder- und Hinterindien.
Bisam, s. Moschus.
Bisamfelle, von der Bisam- oder Moschus -ratte, Mygale moscliata oder Castor moschatua,einem Insekten fressenden Thiere von der Größeeines Kaninchens, mit beweglichem, plattem Rüsselsehr kleinen Augen, ohne äußere Ohren und langem,an den Seiten zusammengedrücktem, schuppigemund wenig behaartem Schwänze. Es lebt in Ge-wässern in Rußland zwischen Wolga und Don, undin mehreren Gegenden Nordamerikas. Das Fellder russischen Bisamratte, welches das gewöhnlichsteist, ist auf dem Rücken schön braun, an den Seitenblässer und in der Gegend der Augen und Ohrenweißlich, hat ein feines, glänzendes Oberhaar undeine noch feinere Uuterwolle. Es wird häufig zuMuffen, Pelzen, Verbrämungen, Mützen und dergl.verarbeitet; der starke Bisamgeruch, den es durch zweiDrüsen, welche das Thier am Schwänze hat (s. Bi-samnieren), erhält, wird ihm bei der Bearbeitungentzogen. Die B i s a m s ch w ä n; e benutzt man, umdie Insekten von Pelzwerk abzuhalten, indem mansie dazwischen legt.
Bisamkörner, Abelmosch oder Ambrette,Semen Abelmoschi, sind die linsengroßen,nierenförmigen, zusammengedrückten Samenkörnerdes in Ost - und Westindien, besonders auf Martini-que und inAegyptenwachsenden Bisamhibiscus,auch Bisämketmie genannt, Ilidisons Abolmoa-oüns, einer Pflanze von 4—6' Höhe, mit gelben,am Grunde purpnrrothen Blumen. Sie haben imInnern ein weißliches Mark und einen bitteren hitzi-gen Geschmack; in der Hand gerieben oder auf glü-hende Kohlen gelegt, riechen sie wie Moschus. Diebesten find die westindischen; man bezieht sie vonBordeaux, Marseille, Amsterdam und Hamburg undwendet sie besonders als Parfümerie zu Haarpuder,Pomaden rc., selten in der Medizin gegen den Bißder Klapperschlange in Amerika an. In Frankreichverfertigte man sonst Rosenkränze daraus, deren sichbesonders die Nonnen bedienten; in Westindien tra-gen ste die Frauen als Hals- und Armbänder unddie Aeghptierinnen tragen das Pulver derselben zwi-schen Baumwolle in den Kleidern, um sich zu par-fümiren. Noch andere Arten dieser Pflanze, Abol-moschus esculentus und longifolius liefern nahr-hafte und wohlschmeckende Speisen.
Bisamnieren oder Bisamgeilen werden dieausgeschnittenen beiden Drüsen genannt, welche dieBisamratte unter dem Schwänze hat und die einestark nach Bisam riechende Flüssigkeit enthalten.