Bisamnüsse
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Man benutzt sie wie das Bibergeil und den Moschuszu Parsümerien.
Bisamnüsse werden zuweilen die Muskatennllssegenannt.
Bisamthier, s. Moschus.
Bischosessenz nennt man den weinigen Auszugaus bitteren Pomerauzen, den man bis zu einem ge-wissen Grade eingekocht hat. Man vermischt sie mitrothem Wein und erhält dadurch das unter demNamen Bischof bekannte Getränk schneller und be-quemer, als durch Aussetzen des Weines auf Pome-ranzen. Unter Bischofexlract versteht man einenAuszug aus den Pomeranzen, welcher durch Ab-kochen derselben mit Wasser und Einsieden mit Zuckerbis zur Sirupsdicke bereitet wird, aber nicht so kräf-tig ist, als die Essenz. Beide dienen auch als Arz-neien.
Bischofsberger, s. Johannisberger.
Biscoten, eine Art Zuckerbrod, aus feinem Mehl,Mandeln, Zucker und Eiern gebacken.
Biscuit, s. Porzellan, Steingut undSchisfszwieback.
Biselte heißt eine Art ordinaire schmale Zwirn-spitzen, welche von den Landleuten im französischenDepartement Seine und Oise verfertigt werden.
Bistint, eine Art schmales Leinenband, das inWestphalen verfertigt wird.
Bismalva, s. Eibisch.
Bismarpfund, ein Gewicht in Dänemark; s. d.
Bismuthum, f. Wismuth.
Bismuthum nitricum praecipitatum, s.Spanischweiß.
Bisonhaar, s. Büffelwolle.
Bisonhorn, s Büfselhorn.
Bisquain nennt man in Frankreich ein mit derWolle gegerbtes Schaffell.
Bissonata sind ordinaire, tuchartige, wolleneZeuge, meist braun oder schwarz von Farbe, diehauptsächlich zur Kleidung der Klostergeistlichen ver-wendet werden. Man verfertigt sie in Frankreich,Böhmen, Mähren rc. und sie gehen besonders nachSpanien und Italien.
Bister, Biester, Nußbraun oder Chemisch-braun, eine braune Wasserfarbe, welche aus Ofen-glanzruß bereitet wird. Dieser wird geglüht, gesiebtund so lange mit Wasser ausgezogen, als dieses sichnoch braun färbt. Der feine Bodensatz, der sich dannim Wasser bildet, wird noch geschlämmt und dannmit Gummiwasser vermischt in Täselchen geformt.
Bistorta, s. Natterwurzel.
Bit oder Bitt nennt man in Westindiendie spanischen Silberrealen.
Bittere Mandeln, s. Mandeln.
Bitterenden nennt man in Holland Stücke vonalten Tauen, welche aufgedreht und wieder verar-beitet oder zum Kalfatern der Schiffe benutzt werdenund daher einen Handelsartikel bilden.
Bittererde, s. Magnesia.
Bitterholz, 1 Quassienholz.
Bitterklee oder Fieberklee, Men^antllostrikoiiata, eine aus sumpfigen Wiesen wachsende,dem großen Klee ähnliche perennirende Pflanze, ausderen Wurzel fußlange Blumenschafte herauswachsen,mit mehren Blattstielen, deren jeder drei unbehaarte,eisörmige, ausgeschweift gekerbte, 2—3 Zoll lange,geruchlose, sehr bitter schmeckende Blatter tragt, dieunter dem Namen Ilerba Trifolu fibnni als einvorzügliches Mittel in der Medizin, auch äußerlich,gebraucht werden. Ein daraus bereiteter schwarz-
brauner, sehr bitterer Extract ist officinell. Man be-nutzt ihn auch zuweilen als Hopfensurrogat beimBierbrauen, sowie auch zur Verfertigung bittererBranntweine.
Bitterkleesalz wird das Sauerkleesalz zu-weilen, jedoch ganz fälschlich, genannt.
Bitterkraut, f. T a u s e n d g ü l d e n k r a u t.
Bitterkresse, s. Löffelkraut.
Bittermandelöl, s. Mandelöl.
Bittersalz, Saidschützer oder SedlitzerSalz, englisches oder Epsomsalz, schwefel-saure Magnesia, 8al amarus ober anglicus,Magnesia sulphurica, ein in kleinen farblosen,regelmäßigen, vierseitigen Säulen krystallisireudesSalz, aus Bittererde, Schwefelsäure und Wasser be-stehend, das sich in Wasser leicht auflöst und einenbitteren, salzigen Geschmack hat. Es kommt zuweilenin salzigen Auswitterungen natiirlich gebildet vor,findet sich aber häufiger in den sogenannten Bitter-wässern , namentlich in Epson» in England, Said-schütz, Friedrichshall bei Coburg, Sedlitz und Pülluain Böhmen, Gran in Ungarn rc., ferner im Meer-wasser und in den meisten Salzsoolen. Alan gewinntes, jedoch nicht rein, durch Abdampsen der genanntenBitterwässer oder aus der Mutterlauge mehrererSalzwerke; auch bereitet man es künstlich aus schwe-selkieshaltigem Talkschiefer und aus dem Dolomitoder Bitterspath. Das im Handel vorkommendeist häufig mit zartkrystallisirtem Glaubersalz ver-mischt, wasssich durch den weniger bitteren Geschmackverräth. Früher erhielt man es nur aus England;jetzt bezieht man es besonders von Billin und Sed-litz in Böhmen, von der Saline Kreuzburg an derWerra und aus den chemischen Fabriken zu Schöne-beck bei Magdeburg rc. Rein ist es ein weißes, leichtlösliches, an der Luft zerfließendes Pulver, das einenwidrigen, salzigen, styptischen Geschmack hat undluftdicht verschlossen aufbewahrt werden muß.
Bittersäure, s. Kohlenstickstoffsänre.
Bitterspath, s. Dolomit.
Bittersüß, Alfranke, Alpranke, Hirsch-kraut, kletternder Nachtschatten, Loiannmünloainara, ein säst in ganz Europa an seuchtenOrten, besonders an Bachuferu wachsender Strauchmit radsörmigen, violetten Blüten und länglichenrothen Beeren, von dem auch Varietäten mit weißenBlumen und weiß und gelb gefleckten Blättern inGärten gezogen werden. Die dünnen Stengel wer-den unter dem Namen Ltipitos Ouioamarae in denApotheken geführt, sowie auch die Wurzeln, Radixamara duleis oder dulcamara, letztere jedoch seltener,irr der Medizin gebraucht. Die ersteren haben einenanfangs bitteren, dann süßen Geschmack, riechenfrisch betäubend; getrocknet sind sie fast geruchlos.'Ein daraus bereiteter brauner Extract von bitter-süßem Geschmack ist officinell.
Bitterwässer, s. M i n e r a l w ä s s e r.
Bitterwurzel, s. Enzian.
Bitterzimmt, s.Kulilabanrinde.
Bitumen, s. Steinöl.
Bitumen judaicum, s. Asphalt.
Bixaceen bilden eine große Pflanzensamilie.Sträucher und Baume. Unter diesen ist hervorzu-heben die Bixa orellana, der echte Orleanbaum,
■ welcher vorzüglich in Südamerika vorkommt. Erhat ganzrandige, auf beiden Seiten kahle, länglichtzugespitzte herzförmige Blätter. Der Kelch ist sünf-! blätterig wie die Blüte, beide rosenroth mit vielen! Staubgefäßen. Die Frucht, welche den Orlean lie-