Blauhol-
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Blausäurr
und Honduras auf der Halbinsel Hucatan wuchs,seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts aberauch nach den Inseln Luba, Jamaica, Haiti rc. ver-pflanzt worden ist. Er hat meist einen krummen,unansehnlichen Stamm mit vielen Aesten, schwarz-brauner, runzeliger Rinde, unter welcher ein weißerSplint liegt, und aus dielen solgt das dunkelrothe,eigentliche Blauhol;, Dieses ist sehr fest, von dichter,seiuer Struetur (spec. Gew. 0, 0 i 3 ), hat einen eigen-thümlichen , nicht unangenehmen Geruch und istaußerordentlich dauerhaft. Bon den in den Handelkommenden, etwa 3—4 Fuß langen und je nach derStärke 20 — 50 Psd. und noch mehr wiegendenStücken ist der Splint abgehobelt; die äußere Farbederselben ist schmutzig braunroth und wenn es schonlange gelegen hat, säst schwarz;> ist es aber längereZeit dem Richte ausgesetzt, so wird es von außenblässer. Inwendig ist der frische Hieb mehr gelb-braun, harzig und der Geruch ist veilchenartig. Zu-weilen kommt es jedoch auch mit dem Splint imHandel vor und heißt dann ungeschältes oder g e -meinesBlauholz.da« gewöhnliche ohne Splintaber geschältes. Der Absud des Holzes mitWasser ist dunkelroth, ins Purpurrothe spielend,wird aber an der Luft dunkler und endlich fastschwarz. Säuren machen ihn hellroth, Kali oderAlaun violett, und durch Salze und andere Stossewerden überhaupt verschiedene Farben hervorge-bracht. Es findet daher in der Färberei mehrfacheAnwendung, am meisten aber wird es zum Schwarz-farben benutzt. Der eingedickte wässerige Auszuggibt den Blauholz extra ct (s. d. folg. Art.), wel-cher Aehnlichkeit mit dem Gerbestoff hat und ausdem der eigenthümliche, schwachgelbe auslösliche undlrystallisirbare Farbestoff, Hämatoxylin genannt,dargestellt werden kann. Durch feuchte Lust ver-wandelt sich dies in Hämate'in, welches einendunkelgrünen Metallglanz hat und in feinen Lagen mitrothem Scheine spielt, mit Allalien aber rothe, vio-lette und blaue Färbungen annimmt —Zum Fällenwählt man alte Stämme, die an der schwärzlichenRinde zu erkennen sind, auch werden im Handel diestärkeren Stücke den schwächeren vorgezogen. Nachdem Fällen muß das Holz ein Jahr lang austrock-nen, ehe es in den Handel kommt. Das beste odereigentliche Eampecheholz kommt aus der Eam-pechebai; eS ist von dunkelbraunrothcr Farbe unddie Stücke sind an dem einen Ende durch starkeAxthiebe zugespitzt, waS man den spanischenschnitt nennt. Geringer ist das Honduras-Blau holz, au« dem gleichnamigen Staate inMittelamerika und namentlich von der englischenNiederlassung aus dessen Küste, sowie von der Halb- >tnsel Iucatan. Das Jamaica-Blauholz hat!uiil diesem Aehnlichkeit, aber die Stücke sind meistunansehnlich und fehlerhaft und eS hat daher ge-ringeren Werth. Bei diesen beiden Sorten sind dieStücke an beiden Enden glatt gesägt (der englischeschnitt). Am geringsten ist da« Domingo-olauholz von der Insel Haiti, denn es ist äußer-lich und innerlich matter von Farbe und enthältauch weniger Farbestoff als die vorstehenden Sorten.Man bezieht das Blauholz besonders von LondonUnd Hamburg; aus ersterem Platze wird es nach der4-onne von 20 2tr. mit 12 Psd. Ausschlag pr. Tonneflaust, aus letzterem nach 100 Psd. — Bon denvarbewaarenhändler» wird das Blauholz gera«'pelt, d. h. vermittelst eines großen, mit Zähnenversehenen Eisens in kurze Späne zerriffen, oder auf
j einer Mühle in kleine, dünne Fasern gemahlen.In diesem Zustande nimmt es 15 — 20 °/o Wasseran, ohne daß es ihm sonst schadet; setzt man ihm abermehr Wasser zu, so wird e« leicht schwarz und der-dirbt dann ganz. Da dieses Beseuchten beim gemah-lenen mehr als beim geraspelten möglich ist, beiersterem auch häufig der Splint oder auch andereHölzer darunter gemahlen werden, so ist dieses weni-ger beliebt, als da« geraspelte. Des letzteren bedientmau sich auch zuweilen, um andere seine Artikeldarin zu verpacke» und damit zu unisüllen. — Manbenutzt das Blauholz, um Wolle, Baumwolle undLeide blau, violett, schwarz, grau, brau», oliven-sarbig rc. damit zu färben; die blauen Farben sindjedoch nicht schön und auch nicht dauerhaft. Fernerwird es auch zur Dintenbereitung angewendet undeine violette Lacksarbe für Maler daraus bereitet.
Blauholzextraet wird in neuerer Zeit imVaterlande des Blauholzes, besonders in Mexikound Uucatan, durch Ausziehen vermittelst heißerDämpfe aus dem Holze bereitet und in Gestalt einesfesten Körpers von dunkelschwarzbrauner Farbe mitglänzendem Bruche in den Handel gebracht. Erkommt in runden Massen oder flachen Kuchen, löstsich leicht in Wasser aus und läßt einen schwarzenBodensatz zurück, dessen größere oder geringereQuantität seine Güte bestimmt. Da er nur ohn-gesähr den 4. Theil der Blauholzmasse ausmacht undauch dem Berderben nicht unterworfen ist, so wirddabei allerdings ein großer Theil der bedeutende»Transportkosten erspart; doch ist er aus der anderenSeite leichter Versälschuugen unterworfen und manhat auch gefunden, daß in Europa mit der nöthigenSorgfalt bereiteter Exiract bedeutend mehr Farbe-stoff enthält, als amerikanischer. Demohngeachletwird dieser jetzt sehr häufig gebraucht und in großenQuantitäten besonders über England bezogen. Auchin flüssiger Gestalt kommt der Blauholzextract inden Handel und wird namentlich in Frankreich, inDeutschland unter Anderen von Gebrüder Dollsußin Chemnitz verfertigt.
Blaumänner, s. Seehundsselle.
Blausäure, Eyanwasserstosssäure, Hy«drocyansäure, Formonitril, Addern bo-russicum. hydrocyauicuni oder zooticum,ein in den bitteren Mandeln, den Kernen, Blüthenund Blättern mehrerer zur Pflaumen- und Mandel-gattung gehörenden Pflanze», besonders in denBlättern des Kirschlorbeers enthaltener sehr giftigerStoff, der ihnen den eigenthümlichen biltermaudel-arligen Geruch und Geschmack gibt. Auch wird erdurch trockne Destillation thierischer Stoffe unddurch Destillation des BlutlaugensalzeS mit Schwe-fel oder Phosphorsäure erhalten. Auf die letztereWeise wird die Blausäure gewöhnlich in chemische»Fabriken bereitet, kommt jedoch nur in mit Wasserverdünntem Zustande unter dem Namen wasser-haltige, Scheelsche oder medizinische Blau-säure zum arzneilichen Gebrauch in den Händel.ES ist eine farblose, Wasserhelle Flüssigkeit von be-täubendem bittermandelähnlichcm Geruch uudbren-neudem, kratzendem Geschmack, die sich, öurch vieEinwirkung des Lichtes leicht zersetzt und deshalb inschwarzen Gläsern aufbewahrt werden muß ssieist selbst in dieser verdünnte» Gestalt noch ein> sehrheftiges Gift, da« durch Lähmung der Nerventödtct, aber in sehr kleine» Gaben besonders gegenBrustbeschwerden angewendet wird. Eezeiimittelgegen ihre schädlichen Wirkungen sind verdünnter