Blaujaurcs Kali
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Blei
atzender Salmiakgeist, Kaliauflösung und besondersschwarzer Kaffee. Die wasserfreie Blausäure istwasferhell und dünnflüssig und krystallisirt bei einerKälte von 15". Ihr specifisches Gewicht beträgtO,^ bei 18" ; sie ist leicht entzündlich und brennt mitweißer, leuchtender Flamme. Aeußerst giftig, tödtetsie sehr schnell, sogar der eingeathmete Dampf fastaugenblicklich. Mit Metallen verbindet sich dieBlausäure zu Cyanmetallen und oft in zweifachenVerhältnissen, z. B. Eisencyanür und Eisencianid.Sehr wichtig ist die Verbindung mit Kali und Eisen,das Ferrocyankalinm, gelbes Blutlaugensalz, rothesBlutlaugensalz s. d.
Blaüsaures Kali, s. Blutlaugensalz.
Blaussel, s Kobalt.
Blaustein wird zuweilen der Lackmus und derblaue Vitriol genannt.
Blautinktur, s. Jndigoauslösung.
Blech ist zu einem dünnen Blatte geschlagenesoder gewalztes Metall. Man hat es besonders vonGold, Silber, Kupfer, Messing und Eisen und ver-steht auch vorzugsweis das letztere darunter, wes-halb wir aus Eisenblech und übrigens auf dieArtikel über die erwähnten Metalle verweisen.
Blechwaaren sind die zahlreichen Artikel, welchezu den verschiedensten häuslichen und anderenZwecken aus verzinntem und unverzinntem Eisen-blech Verfertigt werden. Besonders in den Gebirgs-gegenden Sachsens, Böhmens, Schlesiens, desHarzes rc. sind sie ein wichtiges Erzeugniß der Haus-industrie und werden, namentlich aus der Gegendvon Eibenstock, Schönhaida rc. im sächsischen Erzge-birge, weit und breit auf Messen und Jahrmärktenvertrieben und versandt. Aus schwarzem Blechwerden namentlich Oefen, Ofenrohre, Ofenthüren,Bratröhren, Töpfe, Tiegel, Kafseetrommeln, Kohlen-becken, Schaufeln u. v. a., zum Theil auch schon ausden Blechhütten selbst! verfertigt; von verzinntemBlech ist die Zahl der Erzeugnisse viel größer. Be-sonders aber sind die lackirten Bl'echwaarenvon verzinntem Blech, zum Theil sehr künstlich be-malt und lackirt, ein wichtiger Jndustriegegenstand,mit welchem sich bedeutende Fabriken in Braun-schweig, Berlin, Wien und in vielen anderen großenund kleineren Orten beschäftigen. Sie liefern beson-ders Kafseebreter (zum Theil mit kunstvollen Ge-mälden) , Brod-, Obst-, Blumen- und Arbeitskörb-chen, Licht- und Ofenschirme, Thee- und Tabaks-büchsen, Kaffee- und Theemaschinen, Lampen undBlumenvasen, Wasch- und Spucknapfe, Fußbad-wannen u. v. a.
Blei, Plumbum, ein Metall von bläulich-grauer Farbe, mattem Ansehen, auf dem frischenSchnitte mit starkem Metallglauze, der aber anderLuft bald anläuft; sehr weich, so daß es sich leichtmit dem Messer schneiden läßt, biegsam ohne zuknirschen; zu dünnen Platten ist es streckbar, kannselbst zu feinem Draht ausgezogen werden; dieserläßt sich biegen und knoten wie Bindfaden, ist jedochwenig fest. Es färbt auf dem Papiere ziemlich starkab, hat einen schwachen, eigenthümlichen Geschmack,und durch Reiben erwärmt, einigen Geruch, ein spe-cifisches Gewicht von 11,85 — 11,« und schmilzt beiohngefähr 260° Rsauin., oxydirt aber in der Hitzesehr leicht. Es kommt nur selten gediegen in Kör-nern oder in Drahte, Haar-, oder baumförmigerGestalt vor, hin und wieder auch in Lava. Amhäufigsten findet es sich mit Schwefel vererzt alsBlei glänz, ein Mineral von blätterigem Gesüge,
würfelförmiger Krystallisation, stark metallglänzend,von Bleifarbe, zuweilen bunt angelaufen, das aus86,6 Blei und 13,« Schwefel besteht, häufig aber auchSilber und zuweilen Spießglanz, Eisen, Kupferoder Selen enthält. Außerdem kommt es noch mitSauerstoff und Säuern als kohlensaures, phospsor-saures, salzsanres rc. Bleioxyd vor, die jedoch für dieBleigewinnung von geringer Wichtigkeit sind. —Das meiste Blei findet sich in Englakid und in Spa-nien; ersteres Producirt nahe an 1 Mill. Ctr., vondenen die Hälfte auf die Grafschaft Cumberland unddie benachbarten Distrikte von Dnrham und Uork,1 j i aus Wales und der Rest aus mehrere andere Ge-genden , sowie auf Schottland und Irland komnit.Die Production Spaniens beträgt gegen 600,000 Ctr.,welche besonders in den Gebirgen am südlichen Ab-hänge der Sierra Morena und in dem Alpujarras-gebirge gefunden werden, von wo die Nähe des mit-telländischen Meeres die Versendung begünstigt.Frankreich liefert ca. 10,000, Rußland ca. 17,000 Ctr.Deutschland liefert fast 200,000 Ctr. ohne die Glätte,wovon gegen 90,000 Ctr. auf Oesterreich, 65,000 Ctr.auf den Harz und 50,000 Ctr. auf die Länder desZollvereins kommen. In den Vereinigten Staatenvon Nordamerika befinden sich fast unerschöpflicheBleilager; die Production nimmt fortwährend zuund wird jetzt schon auf 500,000 Ctr. jährlich ange-geben. Die großen Quantitäten, welche Amerikaund Spanien liefern, haben die Preise des Bleies inEuropa in neuerer Zeit sehr herabgedrückt. — Dasin den Handel kommende Blei ist fast nie völlig rein,sondern enthält größere oder geringere Quantitätenvon Silber, Eisen, Kupfer, Spießglanz, Arsenik rc.,durch welche mehrere Sorten zu manchen Arbeitenunbrauchbar gemacht werden. Das besten ist dasBill ach er Blei aus den Werken von Bleiberg beiVillach in Kärnthen, welches fast ganz rein ist, indemes weder Eisenoxyd noch Silber enthält und sich daherbesonders zur Verfertigung des Bleiweißes und zumProbiren der Silberlegirungen eignet. Am reinstenist das sogenannte Jungfernblei, das schon beimRösten des Erzes ausfließt. Auch ist es sehr dehnbarund läßt sich leicht walzen. Es kommt als sogenann-tes Blockblei in Mulden von 22—24 Zoll Länge,9—10 Zoll Breite und gegen 6 Zoll Dicke, 200—250österr. Pfd. wiegend in den Handel; das Gewicht istdurch aufgeschlagene römische Zahlen darauf angege-ben. Ebenfalls sehr rein ist das Blei von Freidergin Sachsen; es enthält nur ca. 0,„8 °A> Silber undKupferzusatz. Das Goslarer oder Harzblei istsehr weich und geschmeidig, enthält aber Spuren vonSpießglas, Eisen, Silber und Arsenik. Es kommtin langen, schmalen Platten von ca. 1 Zoll Dicke,welche durch Einschnitte gewöhnlich in 18 länglicheVierecke von ohngefähr 4 Pfd. am Gewicht getheiltfind, so daß sie leicht zerschlagen werden können. Auchwird es als Blech in Rollen versandt, Das böh-mische und ungarische enthält 1—3 Loth Silberin 100 Psd., ost auch Kupfer und andere Metalleund ist deshalb meist nur zu Schrot, Schriftmetallund Gußwaaren brauchbar. Es ist in halbrundeBrode von 12 Zoll Durchmesser und 5—6 Zoll Höhegegossen. Das englische Blei ist sehr rein undwird daher besonders in Holland zur Bleiweißfabri-kation benutzt; es kommt meist über'Hull in Muldenvon ca. 120 Pfd. geformt. Das beste und weichsteBlei von Hüll ist \V. BIallott> bezeichnet; dann fol-gen die Zeichen: Oarlin^toii, Könisberry, C. B. undA. D. Die von Liverpool aus versandten sind weist