Band 
Erster Band.
Seite
156
JPEG-Download
 

Blciglaiy

156

Dlriftiste

Produkt gewonnen, aber auch durch theilweisesSchmelzen des Massikot bereitet wird. Es ist einegrünlich-, grau-bis rothgelbe, zuweilen goldglän-zende, zerdrückbare schwere Masse smit schuppigemBruch, die bei längerem Liegen noch zerreiblicher undmatt wird, wobei sie an Gewicht zunimmt, indem sieKohlensäure aus der Luft aufnimmt. Wenn sie hellvon Farbe ist, nennt man sie auch Silberglätte,die röthliche Goldglätte. Die beste von rotherFarbe kommt aus England, ferner vom Harz (Gos-larer) und aus Freiberg. Sie wird in bedeutendenQuantitäten zur Verfertigung des Bleiweißes unddes Bleizuckers, zur Töpferglasur, zur Bereitung vonOelfirnissen und Mineralsarben, als Grund der Ver-goldung und Versilberung , zum Färben von Thier-fellen und zur Bereitung mehrerer pharmazentischerPräparate, besonders zu Pflastern benutzt.

Bleigkanz, Alquifou oder Archisou (f.Blei), Gemahlen kommt derselbe auch unter demNamen Töpfererz vor und wird zur Glasur desTöpfergeschirres verwendet. Für den besten wird derschottische gehalten, dann folgt der spanische und deritalienische.

Bleiglas, Vitrnin Plumbi oder Saturni,ein grüngelbes oder seuerfarbenes durchsichtiges Glas,welches durch vollkommenes Schmelzen des Bleioxydsgewonnen und zur Töpserglasur, zur Bereitung vonGlasflüssen und Flintglas verwendet wird.Bleihyperoxyd, fMennige.

Bleijvdür,Bleijodid, f. Jodblei.

Blei, kohlensaures, Cerussa nativa, als Blei-weißerz schon natürlich gebildet zu finden, wird künst-lich dargestellt, indem man essigsaures Bleioxyd mitKohlensäure fällt. Es verbindet sich mit Metall-salzen und bildet Doppelsalze; auch ist es sehr reich-lich im Bleiweiß enthalten. Künstlich bereitet ist esein schweres weißes Pulver.

Bleioxyd, ?1ninbnm oxydatum, ist rein, ein gel-bes Pulver; geschmolzen ist es Bleiglätte.

Bleioxyd, chromsaures, s. Chromgelb.

Bleioxyd, essigsaures, salzsaures undschwefelsaures, sind weiße, dem.Bleiweis ähn-liche Farben, die aber weniger gut sind als dieses unddaher auch in der Regel nicht in den Handel kom-men. Das Erste findet in der Photographie An-wendung, bildet weiße, 4seitige Säulen und wirddargestellt durch eine Lösung vonBleiglätte in Holz-essig. Man nimmt es auch zu vielen Firnissen. Dasschwefelsaure Bleioxyd, Vitriolblei oderBleivitriol kommt schon in der Natur als Wasser-helle, gelbliche, grünliche oder graue Rhombenlrystallevor, am Harz, in England, Schottland, Sibirien u. a.Orten; wird aber auch als Nebenprodukt bei Be-reitung der essigsauren Thonerde und des essigsaurenBleies erhalten

Bleioxyd, kohlensaures, s. Bleiweiß.

Bleioxyd, phosphorsaures, Illninbnin phos-phorieum oxydatum, ein Weißes im Wasser unlös-liches Pulver, in der Medizin gebraucht. Eben sowird auch das gerbsaure Bleioxyv Illumbain tanni-LNIN pnrnm (scytodephicum) Bleitannat, bei bran-digen Wunden angewendet. Essigsaures Blei wirddurch eine Tanninlösung gefällt, ein Arzneimittel.

Bleioxyd, salpetersaures, wird bereitet, wennman Blei in Lrcheidewasser löst und abdampft. Esist ein weißliches, adstringirend und süßlich schmecken-des Krystallsalz, das giftig ist. Man gebraucht esin der Medizin, zum Färben und andern Zwecken.

Bleioxyd-Zucker oder kleesaures Blei.

Illumbnm saceharicum s. oxalicum, ein Weißes, un-auflösliches Pulver, das in der Medizin Anwendungfindet.

Bleipulver wird bereitet durch Einstreuung vonKohlenpulver in geschmolzenes Blei. Die ganzeMasse wird dadurch pulverförmig. Nach dem Er-kalten wird das Kohlenpulver durch Waschen wiederentfernt. Die Töpfer gebrauchen es häufig zu Gla-suren.

Bleirauch ist eine Mischung von kohlensauremBleioxyd und Spießglanzoxyd mit erdigen Stoffen,die beim Rösten des Bleierzes als Dampf aufsteigtund sich in den Rauchsängen als ein weißer lockererAnfing sammelt. Er wird zuweilen anstatt des Blei-weißes und zu weißer Schminke gebraucht.

Bleiroth wird zuweilen eine feine Sorte Mennigegenannt.

Blei, salpetersaures, l?1nmbnin nitri-cum, ein weißliches, süßlich zusammenziehendschmeckendes Salz, das bereitet wird, indem manBlei in Salpetersäure auflöst. Es wird in derMedizin äußerlich gebraucht. Es sind weiße, dichte,achteckige Krystalle, leichtlöslich im Wasser, unlöslichin Weingeist.

Bleisalz, s. Bleizucker.

Bleisiegel oder Bleizeichen, s. Plombiren.

Bleistifte oder Bleifedern, in Holz gefaßtedünne Stangen Graphit oder Reisblei zum Zeich-nen und Schreiben. Nur in England, und da nurbei dem Dorse Barrowdale in der Grafschaft Cum-berland, wird Graphit gefunden, der so sein undrein ist, daß unmittelbar Bleistifte daraus geschnittenwerden können; aber man entnimmt daselbst den Gru-ben, um sie nicht zu erschöpfen, nur alle 6—7 Jahreeine sehr mäßige Quantität. Im Städtchen Keswickwerden die Bleistifte daraus verfertigt; diese werdenfür die besten gehalten und sind sehr theuer, obgleichsie jetzt an anderen Orten so gut fabrizirt werden,daß sie jenen nur wenig nachstehen. Man erkenntdie ächten englischen Bleistifte daran, daß das Reis-blei sehr dicht, gleichförmig und glänzend ist, daß essich mehr schneiden, als schaben und ganz sein zu-spitzen läßt, daß die Spitze sich demohngeachtet nurlangsam abnutzt ohne abzubrechen, und daß sie, ohnedaß man aufzudrücken nöthig hat, dunkle, scharfeStriche machen, die sich nicht leicht wegwischen las-sen; auch entzündet sich das Reisblei in denselbennicht an der Lichtflamme, sondern ist höchstens znmGlühen zu bringen. Alle anderen Bleistifte werdenaus gepulvertem Graphit versertigt, den man ver-mittelst eines Bindemittels, gewöhnlich fein ge-schlemmtem Thon, zu einer Masse vereinigt, welchemit feinen Sägen in dünne Stangen zerschnittenund dann in den Holzfassungen mit Leim befestigtwird. Früher vermischte man das Graphitpnlverauch mit Colophonium oder mit Schellack und nochöfter mit Spießglanz, und zu geringen Sortenwendet man diese Mischungen auch jetzt noch zuweilenan. Die meisten Bleististe wurden von jeher inNürnberg und Fürth verfertigt und es gibt nochgegenwärtig dort viele und bedeutende Fabriken.Am berühmtesten sind jetzt die Bleistifte von A. W.F ab er in Stein bei Nürnberg und Hardtmuthin Wien. Außerdem gibt es auch gute Fabriken inRegensburg und Hafnerzell in Baiern, in Wien,Prag rc. Sie verarbeiten meist möhmischen Gra-phit, ^besonders von den Werken bei Krumau imBudweiser Kreise, und in Baiern von Passau undHafnerzell. Zu den Holzfaffungen der geringen