Blituni
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Blutegel
Blitum, f. Schminkbeere,
Blitzpulver, s. Bärlappsamen.
Lloo, enbloc, f. v. a. in Bausch und Bogen.
Blockseise, nennt man zuweilen die russischeSeife, die in großen Stücken von 80—100 Psd. ge-formt ist.
Blockzittwer, s. Cassumanaringber.
Bloisweine sind gute rothe und weiße Weineaus der Gegend von Blois im französischen Departe-ment Loir und Eher. Die rothen sind zum Theilganz dunkel und gedeckt und heißen bantiVinsnoirs;man benutzt sie, uni weiße Sorten in rothe zu ver-wandeln, wozu es nur eines Zusatzes von ohugefährVio bedarf.
Blokade oderBlokadezustand nennt man. dieim Kriege von einer feindlichen Seemacht bewerk-stelligte Bersperrung eines Hafens oder aller Haseneines Landes oder einer Küste, durch welche das Aus-und Einlaufen aller Schiffe verhindert wird. Manerklärt jedoch häufig einen oder, mehrere feindlicheHäfen in Blokadezustand, ohne daß man wirklichSchiffe vor deren Eingänge ausstellt; aber die erklä-rende Seemacht muß dann wenigstens ein oder meh-rere «chiffe in der Nähe haben, welche das Einlaufenanderer Schiffe verhindern können. Nach allgemei-nen Grundsätzen ist es allen Schiffen neutraler Sta-tionen untersagt, nach einem in Blokadezustand er-klärten Hafen Handel zit treiben.
Blonden, s. Spitzen.
Blozrero, Blntzger.
Blusen, s. Baken.
Blume oder Bouquet nennt man den eigen-thümlichen angenehmen Geruch des Weines, der be-sonders hei manchen Sorten stark hervortritt.S. Wein.
Blumen, künstliche zur Verzierung des weib-lichen Kopfputzes und der Kleider, sowie der Zimmer,Heiligenbilder und dergl., werden aus den verschie-densten Stoffen, aus Papier, Seiden - oder Baum-wollenzeug, Sammt, aus den Hüllen der Seiden -kokons (italienische Blumen genannt), ausGold - und Silberstoff, aus Band, Federn rc. ver-fertigt; sie ahmen theils, mehr oder weniger täu-schend , natürliche Blumen nach, theils nicht, undheißen im letzten Falle Phantasieblnmen, auchsind sie oft mit Früchten, Trauben, Aehren rc. ver-bunden. Die Stiele bestehen gewöhnlich aus Eisen-oder Messingdraht, mit offener Seide umwickelt, unddie Blätter und übrigen Theile werden gepreßt undauf verschiedene Weise, zum Theil mit eigenen Ma-schinen, geformt. Zuweilen gibt man ihnen auchdurch ätherische Oele einen den natürlichen Blumenähnlichen Wohlgeruch. Die schönsten künstlichenBlumen werden in Paris verfertigt, wo es bedeu-tende Fabriken davon gibt; doch liefern sie jetzt auchdie deutschen Fabriken in Wien, Berlin, Leipzig,Dresden, Chemnitz, Hamburg und an vielen andernOrten zum Theil eben so schön wie die Pariser. Auchin Mailand, Venedig, Genua, Bologna, Vicenza rc.gibt es Blumenfabriken, besonders von Kokous-blumen. — Ueber die in der Medizin gebrauchtenBlumen, s. illioros.
Blumenhvl) ist der Name eines schönen Holzesmit blumenähnlichen Zeichnungen , welches von denMolukken kommt und zu feinen Tischlerarbeiten ver-wendet wird.
Blumenzwiebeln von Hyazinthen, Narzissen,Tazetten, Jonquillen, Crocus, Tulpen, Lilien rc.sind ein bedeutender Handelsartikel der Kunstgärt-
ner, besonders in Hartem und mehreren anderenniederländischen Städten, Berlin, Hamburg, Erfurt,Dresden, Leipzig, Wien, Hannover rc. Auch gehörendazu verschiedene Wurzelknollen, durch welche sichBlumengewächse fortpflanzen lassen, besonders dieKnollen der Georginen, die jetzt einer der wichtigstenGegenstände dieses Handelszweiges sind; ferner derIris, der Tuberosen u. a.
Blumettes, Cajantes.
Blumlyleinwand nennt man in der Schweizeine Art Zwillich mit eingewirkten weißen, blauenund rothen Blumen, der besonders im Kanton Bernverfertigt wird; auch eine blaue Leinwand mit auf-gedruckten weißen und rothen Blumen, die früherhauptsächlich im Kanton Aargau verfertigt wurden.
Blustkrapp wird der feinste holländische Krappgenannt.
Blutegel oder Blutigel, Hirnäo inoäier-n alis, ein Wurm aus der Klasse der nackten Ringel-würmer und einer Gattung angehörend, von der esmehrere Arten gibt und die sich sämmtlich entwedervon Gewürmen und kleinen Wasserthieren nähren,oder von dem Blute, das sie größeren Thieren aus-saugen. Der medizinische Blutegel lebt inTeichen und langsain fließenden Bächen; er ist 1—2Zoll lang, kann sich aber bis auf 4—6 Zoll ausdeh-nen, auf dem Rücken braungrün, mit sechs abwech-selnd schwarzen und gelben Streifen, am Bauchegrünlichgrau, mit unregelmäßigen, mehr oder weni-ger deutlichen gelben Flecken. Die Haut ist bei ge-sunden Thieren eigenthümlich glänzend, saminetartigund ihre Bewegungen im Wasser lebhaft, besondersdann, wenn Sturm, Regen oder Schnee bevorsteht.Bei klarem, schönem, warmem oder kaltem Wetterliegen sie ruhig auf dem Boden der Gesäße, und sodienen sie statt der Barometer. Der Blutegel findetsich in mehreren Gegenden Frankreichs, besonders imDepartement Fiuisterre, im nördlichen Deutschland,Dänemark, Ungarn. Polen, Rußland, Portugal rc.Die häufige Anwendung, welche in der neueren Zeitin der Medizin zn Blutentziehungen davon gemachtwird und durch welche der Preis außerordentlich ge-steigert wurde, hat Veranlassung gegeben, fle ineigens dazu eingerichteten künstlichen Teichen zuziehen und es gibt) jetzt, besonders in Frankreich,i sowie auch au mehreren Orten in Deutschland,i namentlich in Leipzig, große Anstalten dieser Art,welche die Blutegel weit und breit versenden. Außer-dem werden sie auch von Herumträgern aus Ungarn,Polen, Bosnien rc. zum Verkauf gebracht. Beson-ders nach England, wo sie selten sind, gehen großeQuantitäten davon. Sie werden in Regen- oderFlußwasser in Standgläsern mit nicht ganz abge-sperrtem Luftzutritt aufbewahrt, und man gibt ihnentäglich, im Winter wöchentlich, nicht ganz kaltesfrisches Wasser. So halten sie sich Jahre lang ohneNahrung. Vollgesogenen Blutegeln kann man durchsanftes Streichen nach dem Kopfe zu, das Blut wie-der nehmen und sie sind dann, jedoch erst nachmehreren Monaten, zum Saugen wieder brauchbar;jedenfalls können sie zur Zucht benutzt werden. _
Die größeren, schwarzen Roßegel mit grünlichenFlecken sind zum Saugen unbrauchbar, weil sie indie Wunde einen Schleim absetzen, welcher oft lang-dauernde Entzündungen verursacht. Die Blutegelwerden in nassen, leinenen Beuteln, am besten aberin nassem Moose verschickt. Zu große Kälte undHitze ist ihnen schädlich. Ist ein im Munde angesetzterBlutegel verschluckt, so dient am Besten reichlich ge-