Blutkohle
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Boccassiin
trunkenes Salzwasser und Oel: Brechmittel, um ihnwieder zu Tage zu fördern. Bei Gewittern sterbenste, wenn sie außerhalb des Wassers sich befinden.
Blutkohle wird durch Verkohlung des Blutesunter Zusatz von Potasche in verschlosseneri Gesäßenbereitet. Es hat die Eigenschaften der gewöhnlichenHolzkohle und wird zu chemischen und technischenZwecken verwendet. Auch der, aus den Zucker-fabriken von Blut und Thierkohle gewonnene Rück-stand wird unter dem Namen Blutkohle in denHandel gebracht und beim Ackerbau als Düngerverwendet.
Blutlaugensalz, gelbes (blausaures) Kali,Kaliumeifencyanür, Ferrocyankalium,Kalium ferrocyanatum, Kali ferro'sohydroeyanicum oder ferro borussicum,*)
ein chemisches Produkt, welches durch Schmelzen undGlühen thierischer Stoffe, Blut, Horn rc. oder thie-rischer Kohle mit kohlensaurem Kali in eisernenGefäßen, Auskochen mit Wasser, Abdampfen undKrystallisiren dargestellt wird. Es sind großestuadratische, an den Ecken und Kanten abgestumpfte,citronengelbe Säulen oder Tafeln von bitterlichsüßem, dann salzigem Geschmack, die sich in 4 Theilenkaltem und 2 Theilen kochendem Wasser, nicht aberin Alkohol auflösen und in warmer Luft verwittern.Es ist nicht giftig, liefert aber mit verdünntenSanerfioffsäuren Blausäure. Zersetzt man dasBlutlaugensalz mit den Salzen verschiedener Me-talle, so entstehen eine Menge Ferrocyanmetalle,z. B. Ferrocyan-Nickel hellgrün, Ferrocyan-Kobaltgelbgrün, Ferrocyau-Kupfer tirschroth, Ferrocyan-Silber-Quecksüber-Zink weiß. Eine Verbindungmit Eisenoxydsalzcn liefert sogleich Berlinerblau.Wenn in die Auflösung dieses gelben Blut-laugen salzcs Chlor geleitet wird, so entsteht dasrothe Blntlaugensalz, und bei Ueberschuß vonChlor das Berlinergrün, auch GmelinsSalz, Kaliumeisencyanid, Ferridcyan-kalium, rothes, blausaures Kali genannt,welches aus großen, rubinrothen, bronzeartig glän-zenden Säulen oder gelblichrothen nadelförmigenÄrystallmassen besteht, die ein gelbes Pulver gebenvon schwach zusammenziehend salzigem Geschmack,in 38 Theilen Wasser und nur wenig in Alkohollöslich ist. Verbindungen des rothen Blutlaugen-falzes mit schweren Metallen geben unlösliche, meisteigenthümlich gefärbte Niederschlüge, z. B. mit Eisenblau, mit Kupfer gelbbraun, Kobalt rothbraun,Silber pomeranzengelb rc. Aus beiden Blutlaugen-salzen bildet sich in Verbindung von verdünnterTalpetersäure eine neue Säure, die man Ritro-brnssidwasserstoffsäure genannt hat; es ist einedunkelrothc, stark saure Flüssigkeit, welche eine Reiheneuer Verbindungen, die Nitroprnssi.de gibt und des-halb für die Chemie wichtig ist. Beide Arten werdenhäufig in der Färberei angewendet, ferner zur Be-reitung der Blausäure, des Berlinerblau und ande-rer blauer Farben, sowie in der Chemie als Reagens,besonders um die Gegenwart von Eisen zu entdecken,'N welchem Fall es einen blauen NiederschlagPlan bezieht es aus chemischen Fabriken.
Mutschwamm, s. Feuerschwamm.
-olutstein, faseriger Rotheisenstein odervthex Glaskops, ein natürliches Eisenoxydund eines der reichhaltigsten Eisenerze. Es ist
v *) Die Benennung Kali borussicum ist falsch; sie kommtM HYrroihLnsauren Kali (f. d.) zu, das ein weißes, giftiges^uiver ist.
j dunkelstahlgrau bis braunroth von Farbe, mit blut-l rothem Strich, und bildet trauben- oder nieren-förmige Massen meist mit faserigem, strahligemBruch. Es findet sich an vielen Orten in Frankreich,England, Spanien und in Deutschland, namentlichin Böhmen, Sachsen, Schlesien rc. Miau bedientsich desselben besonders häufig zum Poliren desGoldes und Silbers und vergoldeter Metallarbeitenwozu der spanische am meisten geschätzt ist, und feingerieben wird er auch als Anstrichfarbe benutzt.
Blutwurzel, s. T o r m e n t i l l w u r z e l.
Blutzger, frühere Scheidemünze im Schweizer-kanton Graubünden.
Bobliinnet, Bobinct oder Spitzengrnnd,ein spitzenartiges, aus kleinen offenen Maschen be-stehendes Gewebe aus seinen, gezwirnten, baum-wollenen oder seidenen Fäden. Er wird auf einersehr complicirten Maschine gewebt, die, nachdem sieihrem Grundprincip nach von einigen untergeord-neten Arbeitern in England erfunden worden war,von John Heathcoat im ersten Decenniumdieses Jahrhunderts gehörig ausgebildet und ihmPatentirt wurde. Seitdem hat sich die Fabrikationdieses Artikels besonders in England außerordentlichverbreitet und den früher gebräuchlichen Pettinet-geweben sowie den genähten und selbst den geklöp-; pelten Spitzen großen Eintrag gethan. Sein Vor-zug vor dem Pettinet besteht besonders in seinenfesten, spitzenähnlichen Fädenverschlingungen, dieihm eine viel größere Dauerhaftigkeit als jenem undzugleich eine Unveränderlichkeit in der Wäsche geben.Durch Herausziehen eines Kettenfadens läßt er sichin beliebige Streifen theilen, welche eine feste Sahl-leiste mit kleinen Zäckchen haben und sich nicht aus-fasern. In der neueren Zeit hat man die Jacquard-maschine bei der Fabrikation desselben angewendetund verfertigt damit gemusterte Spitzen, die ungleichwohlfeiler sind , als die genähten und geklöppeltenund die nur ein Kenner von diesen unterscheidenkann. Auch der Grund kann von der Maschinedurch veränderte Fädenverschlingungen verschieden-artig hergestellt werden. In England sind gegen4000 Bobbinetmafchinen im Gange, welche eineungeheure Quantität dieses Gewebes und zu un-glaublich billigem Preise liefern; Frankreich hat gegen2000 Maschinen, in Deutschland aber gibt es nuretwa 100 in Oesterreich und Böhmen. Im Zollvereinist jetzt nicht eine einzige im Gange, denn die Ver-suche, welche vor ohngesähr WJahren damit gemachtwurden (namentlich die in Chemnitz auf Actien ge-gründete großartige Bobbinetmanusaktur), konntengegen die englische und französische Concnrrenz nichtaufkommen und der Zollverein bezieht daher jährlichfür mehr als 1 MiÜ. Thaler aus diesen Ländern.Ani häufigsten ist der baumwollene Bobinnet; erist meist weiß, seltener schwarz, und noch seltenerkommt er couleurt vor. Man verfertigt ihn in ver-schiedenen Breiten, bis zu 5 % Leipziger Ellen. Derseidene wird gewöhnlich unter dem Namen Blon-den verkauft.
Bobuckselle, s. Murmelthierselle.
Boccadillos wird in Spanien die sogenannteJauersche Leinwand genannt.
Boccages, eine Gattung damastartiger Leinen,welche besonders im französischen Departement desCalvados verfertigt werden.
Boccale, Flüssigkeitsmaß in mehreren ttaüenr-schen Staaten.
Boccassini, seine, leichtgewebte weiße Baum-