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Erster Band.
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Bochara

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Böhmische Schocke

wollenzeuge, welche in Griechenland verfertigt wer-den und besonders nach der Türkei gehen.

Bochara, f. Buchara.

Bockdorngummi, s. Traganthgummi.

Bockselle, s- Ziegenselle.

Bockhaare, s. Ziegenhaare.

Bockhörner, s. Horn.

Bockleder, f. Leder.

Bocksbartwurzel oderwilde Haferwurzel,BaäixBarbaelrrrcr oder Barbae caprinae,die außen bräunliche, innen weißliche, süßlichschmeckende Wurzel von Tragopogon pratense, einerauf unbeschatteten Wiesen wachsenden Pflanze, diefrüher in der Medizin gebraucht wurde.

Bocksbeutel nennt man kurze, runde, breit-gedrückte starke Weinflaschen mit ganz kurzem Halse,auf welchen gewöhnlich der Steinwein abgezogenwird.

Bockseise, s. Bergseife.

Bockshorn, s. Steinklee.

Bockshornsamen oder Griechischheu-samen, Leinen koeni graeei oder B o e rr u irrgraecum, der Same des im südlichen Europawachsenden Bockshorns oder Knhhorns,Trigonella foemim graecum, einer Hülsenpflanzemit gekrümmten Schoten, von denen sie den Namenerhalten hat. Sie wird jetzt in Deutschland, beson-ders in der Gegend von Erfurt, Bamberg, Nürn-berg rc. angebaut. Der Same ist rautenförmigviereckig, mit einer schiesen Furche, hart, glänzend,gelbbraun oder weißgelb von Farbe, riecht stark nachSteinklee und hat einen schleimig bitterlichen Ge-schmack. Er enthält Stärkemehl und viel schleimigeTheile und wird in der Medizin besonders zu erwei-chenden und zertheilenden Umschlägen, sowie vonThierärzten gebraucht; auch dient er zum Gelb-särben. Man bezieht ihn theils ganz, theils gemahlenvon den obengenannteu Orten, sowie auch vonMontpellier.

Bocqueralen nennt man in Hamburg die ge-färbte Futlerleinwand.

Bodeneisen, Boden- oder Bordb loche sinddie stärksten Eisenbleche, welche namentlich zu denPfannen in den Salzsiedereien und verzinnt zuPontons gebraucht werden, in welchem Falle mansie auch Pontonbleche nennt. Sie sind 7t bis'7,6 Elle lang und 6 /s bis 3 A Elle breit.

Bodenholz, s. Holz.

Bodenkupser, Kupferbleche von 1 / s — 5 k LinieDicke, die besonders zu den Böden der Kessel ver-arbeitet und auch zur Verjertigung des Grünspansverwendet werden.

Bodenstäbe, s. Holz.

Bodiasse heißt eine Art geringe chinesische Seide,von der es 5 Sorten gibt, welche durch Buchstabenbezeichnet werden.

Bodmerei nennt man ein Darlehnsgeschästegen Verpfändung eines Schiffs oder auch deraduiig desselben. Sie kommt besonders vor, wennein Schiff wegen erlittener Unfälle in einen Noth-hasen einlaufen und ausbessern muß und der Kapi-tain sich genöthigt sieht, Geld dazu aufzunehmen.Er verpfändet dafür in der Regel sein Schiff nebstallem Zubehör und Geräthschasten und versprichtdas empfangene Bodmereigeld unmittelbar nachseiner Ankunft im Bestimmungshafen, gewöhnlich inden nächsten 24 Stunden oder wenigen Tagen andie Ordre des Bodmereigebers zurückzuzahlen. DerLetztere kann sich dasür nur an das verpfändete

Schiff halten und er muß daher die Gefahr, welchedieses während der Fortsetzung der Reise noch treffenkann, auf sich nehmen, muß auch, wenn der Schifferwährend der Fortsetzung seiner Reise genöthigt seinsollte, noch einmal Bodmerei zu nehmen, dieser nach-stehen, indem die zuletzt aufgenommene immer denVorrang hat. Dafür muß ihm der Schiffer gewöhn-lich bedeutend höhere, als die landesüblichen Zinsen,meist das Doppelte und Dreifache und selbst nochmehr, bezahlen. Auch geht die Forderung des Bod-mereigebers jeder anderen vor und er kann, wennder Schiffer in der festgesetzten Zeit nach seiner An-kunft am Bestimmungsorte nicht Zahlung leistet,ohne alle weitere Formalität Schiff und Ladung mitArrest belegen lassen. Ueber die Höhe der Zinsen beiBodmereigeschäften sind die Gesetze jedoch verschieden,denn in manchen Ländern ist es ausdrücklich ver-boten, höhere als die landesüblichen Zinsen zu neh-men; dies wird aber in der Regel dadurch 'um-gangen, daß die Zinsen unter dem Namen vonProvision, Aufgeld rc. aufgeführt werden, auch Wohlder Empfang einer größeren, als der wirklich erhal-tenen Summe bescheinigt wird. Nach den meistenGesetzen darf aber der Darleiher die Bodmerei undselbst mit Einschluß der Prämie versichern, und dannist das Geschäft so gut als gefahrlos und mithin einehöhere Zinsenvergülung durchaus nicht gerechtfertigt.Die Zinsen werden nach Procenten und überhauptfür die Dauer der Reise bis zum Bestimmungshafen,ohne weitere Zeitangabe, festgesetzt. Ueber die er-haltene Bodmerei stellt der Schiffer ein Dokumentaus, welches Bodmereibrief, Bodmereiwech-sel, Schiffspfandbrief, Schifsswechsel,zuweilen auch Seewechsel genannt wird, obgleichman unter dem letzteren eigentlich etwas Anderesversteht (s. Seewechsel). Dasselbe wird meist indrei, zuweilen auch nur in zwei gleichlautendenExemplaren ausgefertigt und kann wie ein gewöhn-licher Wechsel vermittelst Indossament von einerHand in die andere gehen. Ein Bodmereibrief mußenthalten: den Namen des Schiffers, des Schiffes,des Bestimmungsortes und des Bodmereigebers; dieAngabe der Ursache, weshalb die Bodmerei aufge-nommen worden; die empfangene Summe, nebst denfestgesetzten Zinsen, Provision, Aufgeld rc.; Benen-nung des verbodmeten Gegenstandes (Schiff, Ge-räthschaften rc.); die ausdrückliche Erklärung, daßdas Darlehn ein reines Bodmereidarlehn ist; dieZeit der Rückzahlung nach Ankunst im Bestim-mungshafen; Ort und Datum der Ausfertigungund Unterschrist des Schiffers. — Die Bodmerei aufdie Ladung kommt seltener vor und wird, nament-lich in England, auch Respondentia genannt.Ueberhaupt aber ist die Bodmerei jetzt weniger ge-bräuchlich, als in früheren Zeiten, indem man fürdie Fälle wo sie vorkommen kann, gewöhnlich andereEinrichtungen trifft. S. a. Art. 680 — 701 desallgem. deutschen Handelsgesetzbuches.

Böhm, eine ehemalige böhmische Scheidemünze,3 Kreuzer geltend, nach welcher in Schlesien dieschon seit längerer Zeit daselbst gebräuchlichenSilbergroschen noch.jetzt häufig Böhmen genanntwerden.

Böhmischer Chrysolith, s. Obsidian.

Böhmische Schocke nennt man ordinäre 7 « und7t breite rohe und weißgarnige Leinen, welche be-sonders in der Gegend von Rercheuberg, Friedland,Krottan rc. in Böhmen in Stücken von 60 Ellenverjertigt werden; ferner auch dichtgewebte blau und