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Erster Band.
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Bolivia 163 Bologna

zu; dies sind folgende: der Beni, der Mamore mitdem Rio Coudorillo oder Rio grande, der Ubay undGuapore, die sich beide ebenfalls in den Mamore^gießen und von denen der letztere zum Theil dieGrenze gegen Brasilien bildet. "Der Pilcomayo miteinigen Nebenflüssen gehört zum Gebiet des Para-guay, und der Desaguadero, der schon oben erwähntwurde, steht mit dem Meere in keiner sichtbaren Ver-bindung. — Das Klima ist sehr verschieden, je nachder Höhe des Landes, und wechselt zwischen großerHitze und rauher Gebirgsiuft. Das Land ist reichan Produkten aus allen drei Naturreichen; besondersaber wichtig sind die edlen Metalle, welche nebst derChinarinde auch der Hauptgegenstand des Handels»ach auswärts sind. Sonst ist dieser noch nichterheblich, obgleich er sich in der neueren Zeit gehobenhat, und auch die Industrie ist nicht bedeutend; dochwird beides ohne Zweifel zu größerer Blüthe gelan-gen, wenn die inneren Unruhen nichtZviederkehren.Die Haupteinsuhrwaareu sind Seiden-, Woll-und Baumwollstoffe. — Die Hauptstadt des Landesist Chuquisaca, früher Charcas oder laPlata, eine Zeitlang auch Sucre genannt, amC-chimayo, 14,700 Fuß hoch, mit 20,000 Einw.,Sitz des Congresses und der Regierung. Andere be-Merkenswerthe Städte sind: Potosi, in rauherGebirgsgegend, 12,500 Fuß hoch, mit 14,000 Einw.,berühmt wegen der reichen Silbergruben in dem na-hen Cerro de Potosi, die aber jetzt weniger ergibigsind, als es früher der Fall war. Die Stadt treibtvermittelst des Paspaya und Pilcomayo Handel mitBrasilien. — LaPaz de Ayacucho mit 43,000Einw., lebhaftem Handel, Silbererzgruben, Gold-wäschereien. — Cochabamba 30,500 Einw. —Oropesa mit lebhafter Banmwollenweberei undGlassabrikation. — Orüro am Desaguadero,5000 Einw., mit wichtigem Bergbau und Silber-gruben. — Santa Cruz am Guapey, mit 7000Einw. — La Mar, früher Cobija, kleine Seestadtam stillen Meere, mit Freihafen und lebhaftemHandel.

Rechnung. Man rechnet nachPosos oder Pia-stern zm8 Reales zu 4 Cnartill.os.

. Zahlwerth. Ursprünglich und auch währendder ersten Jahre der Republik war der Zahlwcrthder alte spanische, der Peso dem spanischen Peso dnrogleich, nach und nach wurde er aber verschlechtertund seitAugust 1859 werden die seit 1830 in Mengegeprägten, die gegenwärtige Währung vertretendensogenannten Cuatros (Silverstücke zu 4 Reales oder/s Piaster) auch halbe Cuatros zu 2 Reales zwarwieder in der ursprünglichen Feinheit der spanischenStücke (gesetzlich 902 7 / 0 Tausendtheile sein) jedochuur in gleichem Feingewicht wie bis dahin geprägt,also auch nur im vorherigen Silberwerthe, währendsw weniger an Kupser enthalten und insofern umein geringes schlechter sind, als die bis 1859 gepräg-wn schweren Stücke. Nach den in neuester Zeit an-gestellten Prüfungen enthalten 2 Cuatros odera bolwischer Peso 17,z«» Gramm sein Silber, und^ >st hiernach ihr Werth 1 Thlr. 1 Sgr. 2 5 /, Pf.bdeuß. Cour. = 1 Gulden 49, 3 Kr. süddeutsch.

Münzen. In Gold : (1827—1836) Onzas 870^ansendtheile.sein, in der Schwere von 26,„zg

digt. In Silber: (1827—1847) Pesos duros nachdem alten span. Fuße. Theilstücke derselben iw An-fang verhältnißmäßig, seit 1830 aber Cuatros zu4 Reales; halbe zu 2 Reales in allmählig verringer-tem Werthe.

Wechselrecht ist das französische.

Maße und Gewichte wie Peru.

Bollen werden in Holland die rohen Diamantengenannt.

Bolletrieholz oder Pfcrdesleischholz, einsehr schweres, festes Holz aus Surinam, das frischdie Farbe des rohen Fleisches hat, an der Luft aberblässer und besonders zu Walzen und dergl. ge-braucht wird.

Bollette nennt man in Oesterreich die schriftlicheBescheinigung über die Abfertigung einer Waare beider Mauth, durch deren Aushändigung der Inhaberder Waare die Erlaubniß zur Verfügung darübererhält.

Bologna am schiffbaren Bologna - Kanal, zwi-schen den Flüssen Reno und Savma, eine der älte-sten, größten und reichsten Städte des jetzigenKönigreichs Italien, mit 97,000 Einw., an derEisenbahn von Modena nach Ancoua und mit einerBahn nach Florenz, hat viele merkwürdige Kirchen,eine Universität (die älteste in Europa) mit zahl-reichen wissenschaftlichen Anstalten, Sammlungenund Kunstgegenständen, eine Bank, Börse, Münz-stätte, rm Handelstribunal, Versicherungsgesell-schaften -c., und betreibt einen lebhaften Actrvhandelhauptsächlich in Seide, Wein, Oel, Hans rc. Esbefinden sich hier bedeutende Seidenspinnereien undFabriken von Sammet, Seidenzeugen, Flor, Näh-seide, Papier, Blumen, Leder, Waffen, Seife, Glas,Instrumenten, Wachsfiguren, Maccaroni, Würsten,Essenzen rc. In einem nahen Berge findet sich derberühmte Bologneser Spath (s. Schwer-spath.) —

Rechnung und Zahlwerth. Man rechnet nachLire italiane oder Lire nuove zu 100 Centesimi,in der sranzösischen Silberwähruug, 1 Lira —1 sranz. Frank. — Früher hatte hier die Münzwäh-rung des Kirchenstaates gesetzliche Gültigkeit undwar in neuerer Zeit auch fast allgemein beim Han-delsverkehr angenommen worden, man rechnete abergleichwohl auch noch nach Lire zn 20 Soldi oder Bo-lognini a 12 Denari, wie in den übrigen Staatendes nördlichen Italiens; auch theilte man die Lirain 2 Paoli und den Soldo in 5 Ouatrini. DieseCourantvaluta wurde auch fuori banco (außer derBank) und llloneta lunga genannt.

Von 1797 bis 1815 gehörte Bologna anfänglichzur cispadanischen, dann znr cisalpinischen und zuritalienischen Republik, von 1805 an aber, als Napo-leon 1. auch die italienische Königskrone aufsetzte,zum Königreich Italien, und in dieserZeit galt auchhier der französische Münzfuß nach Lire italiane(= 1 Franken) ä 100 Centesimi, welche Rechnungs-weise bis gegen das Jahr 1820 in Gebrauch warund nun wieder die gesetzliche ist.

Münzen s. Italien Königreich. Von 1777bis in die neueste Zeit wurden in Bologna päpstlicheMünzen in gleichem Gehalt und Gewicht wie dieRömischen geprägt, von denen sie sich nur durch das. ■ "-“.r - Igoil Bonoma unter-

, ramm und im Feingewicht von 23,480 Gramm,! in der Umschrift stehendeursprünglich zu 16 alten spanischen Piastern gewür-' scheiden.

""-echselpreise. Man notirt hier folgende Wechselcourse:

auf Amsterdam .in Lire nuove für 100 Fl. niederl. Crt.

,, Ancona.in Lire nuove für 100 Lire nuove Wechselbelaus.

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