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Erster Band.
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Boraxsäure

168 Bordeaux

aus dem Sand - und Kalkboden, und wird dann inkünstlichen Bassins durch Verdunstung gewonnen.Der natürliche oder rohe Borax wird in Europa inden Boraxrasfinerien gereinigt und kommt dann alsrassiuirter Borax besonders von England inden Handel. Dies ist ein dem weißen Alaun ähn-liches Salz, das in sechsseitigen farblosen, durch-sichtigen und glasglänzenden Säulen mit muscheligemBruche krystallisirt ist, die an der Lust oberflächlichverwittern und .sich mit einem weißen Mehle über-ziehen. Er hat einen süßlichen, laugenhasten Ge-schmack, ist in 2 Theilen kochendem und in 12 Thei-len kaltem Wasser löslich und bläht sich in der Hitzezu einer weißen, undurchsichtigen Masse, gebrann-ter oder calcinirter Borax, Borax ustum, auf,wobei er mehr als 47 % Wasser verliert. Bei sort-dauernder Hitze schmilzt er endlich zu einer glasarti-gen Masse, Borax glas genannt. Es gibt Borax-rasfinerien in Venedig (wo man ihn zuerst raffinirte),Holland, Frankreich und England. In Frankreichwird er in neuerer Zeit auch aus der in Toscana ge-fundenen rohen Boraxsänre (s. d. folg. Art.) mitkohlensaurem Natron künstlich bereitet. Dieser er-scheint in vctaedrischen Krystallen, welche nicht ver-wittern und nur 30, 8 % Wasser enthalten; er ist alsoviel gehaltreicher als der gewöhnliche Borax, dem erdaher zu vielen Zwecken vorgezogen wird, besondersauch von den Goldarbcitern, weil er härter ist alsjener und sich ohne zu zerbröckeln aus einem Steineabreiben läßt. — Man benutzt den Borax zum Lö-then der Metalle, zur Verfertigung des Spiegel-glases und künstlicher Edelsteine, zu Löthrohrversuchenund auch in der Medizin. Gebrannt wird er zurBeförderung des Schmelzens der Metalle, zu seinenTöpserglasuren, zur Porzellanmalerei, zum Weich-machen des Stahls und Eisens, in der Färberei rc.verwendet. Sollte Borax mit Alaun verfälscht vor-kommen, so würde sich dieses leicht entdecken lassen,da der letztere den blauen Veilchensirup röthet, Boraxaber ihn grün färbt. Wird das boraxsaure Natronin Verbindung mit Borsäure gebracht, daß es nichtmehr bastsch, sondern neutral reagirt, so krystallisirtes schwer, bildet aber eine klebrige Masse. Aus demboraxsauren Natron bilden sich in Verbindung mitandern Salzen Doppelsalze. — Streuboraxnennt man ein aus Borax und Glasgalle gemischtesPulver, dessen sich die Goldarbeiter auch zuweilen zumLöthen bedienen.

Boraxsäure, Borsäure oder Sedativsalz,Acidum boracicum oder Sal sedativumwird entweder künstlich aus Borax und Schwefel-säure, auch Salpeter - oder Salzsäure, oder durchEatcination des Borax mit Eisenvitriol bereitet, oderdurch Reinigung der natürlichen Boraxsäure gewon-nen. Diese findet sich besonders auf der liparischenInsel Volcano in einer Felsenhöhle, in welcherheiße Quellen entspringen und deren Decke undWände mehrereZoll dick damit überzogen sind; fer-ner in einigen Seen Toscanas, namentlich bei Eher-lajo und Castelnuovo und am Rande der.heißenQuellen bei Sasso, welcher daher auch Sassolingenannt wird. Es ist ein glänzendes und durch-scheinendes, blätteriges, sehr weiches und zerreiblichesSalz, das aus 86 Theilen Boraxsäure, 11 Theilenschwefelsaurem Mangau und Eisen und 3 Theilenschwefelsaurem Kalk besteht; der Sassolin, welcherweniger rein ist, besteht aus Körnern und nadelför-migen Fäden. Die gereinigte und künstlich bereiteteoder krystallinische Boraxsäure, auch

Boraxhydrat genannt, bildet weiße, perlmurter-glänzende, fettig anzufühlende Schuppen, die sich in24 Theilen kaltem und 3 Theilen kochendem Wasser,sowie in Weingeist auflösen, welcher dann mit schö-ner grüner Flamme brennt. Man bezieht sie auschemischen Fabriken und benutzt sie als Schmelz-mittel, zu verschiedenen chemischen Untersuchungen,in der Kunstseuerwerkerei, in Porzellansabriken undauch, obgleich jetzt nur selten, in der Medizin. DieBoraxsäure ist auch wichtig durch die boraxsaurenSalze, welche durch sie dargestellt und in der Glas-malerei gebraucht werden. Wird wasserfreie Bor-säure mit Flußspath geglüht, so entsteht das fluor-b o r, ein sehr scharfes, zerstörendes Gas, aus demdie Flußboraxsäure, Borfluorwajserstofs-säure bereitet wird, die mit Basen Fluorbor-metalle und Fluorborsalze gibt, wie z. B. fluor-borsaures Ammoniak, welches zu PhotographischenBildern gebraucht wird.

Boraxweinstein, Cremor Tartari solu-bilis, Tartarus boraxatus oder Kali tar-tarieum boraxatum, Kali tartarieoboraxatum, Tartarus eumborace, eine Ver-bindung des Borax mit gereinigtem Weinstein, be-sonders zu dem Zweck, um den letzteren leichter auf-löslich zu machen. Er wird bereitet, indem manWeinsteinrahm uild Borax in heißem Wasser auflöstund die filtrirte Flüssigkeit bis zur Trockne abdampft.Es ist ein weißes nicht krystallinisches Pulver vonsaurem, salzigem Geschmack, das sich in einer gleichenMenge Wasser auflöst und an der Lust leicht zerfließt,daher es in gut verschlossenen Gläsern aufbewahrtwerden muß. Man bezieht ihn aus chemischen Fa-briken und braucht ihn in der Medizin. Der fran-zösische, welcher aus Boraxsäure bereitet wird, hatvor jenem den Vorzug, daß er an der Luft nichtfeucht wird.

Bord heißt eigentlich der Rand eines Schiffes,aber an Bord oder am Bord sagt man von Allemwas sich im Schiffe befindet. Daher kommen auchdie Ausdrücke: eine Waare au Bord verkaufen, diePreise an Bord stellen, wenn der Käufer die Kostenvon der Ausschiffung an, wozu oft 'die Steuer ge-hört , auf sich nehmen muß. Wenn ein Schiff sichaus der See in Gefahr befindet, so werden ost, umes zu erleichtern, Waaren und andere Gegenständeüber Bord, d. h. in's Meer geworfen; (s. See-wurf).

Bordages nennt man in Frankreich die eichenenBohlen zur äußeren Verkleidung der Schiffe, die auhden Ostseehäfen kommen. Sie find gewöhnlich 36Fuß lang, 14 Zoll breit und 4 Zoll dick.

Bordat, ein starker, leinwandartiger, ordi-uairer Baumwollenzeug, der in Aegypten verfertigtwird und nach der Türkei und dem Innern Asiensgeht.

Bordati, ein in Italien und besonders in Genuaverfertigter Zeug von Baumwolle und Seide, glatt,gestreift, geblümt oder atlasartig gewebt, der beson-ders in Italien und der Levante abgesetzt und alsTapeten, im Orient auch zu Leibgürteln gebrauchtwird.

Bordeaux, Hauptstadt des französischen Depar-tements der Gironde, an der Garonne, über welcheeine steinerne, 1500 Fuß lange Brücke von 17 Bogenführt, mit 166,000 Einw., ist mit Paris, Belgieu,Deutschland und Spanien durch Eisenbahnen ver-bunden, auch geht eine Bahn nach der Bai vonArcachon am Meerbusen von Biscaya. Die Stadt