Bourdaine
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ders mit Zucker, Kaffee, Gewürzen k . ist bedeutendund der Werth der Ausfuhr fast doppelt so groß alsder der Einfuhr, welche in Geweben, Wein, Vieh,Maschinen, Eisen, Töpfer- und Metallwaaren rc.besteht. In Saint-Denis befindet sich seit 1852 eineBank unter dem Namen „Banque de l’ile de Rdu-nion“ ? in Gemäßheit des Gesetzes vom 30. April1849 über die französischen Colonialbanken.
Rechnungsart und Münzen. In der neue-sten Zeit wird meist, wie in Frankreich, nach Fran-ken und Centimen (s. Frankreich» gerechnet. Imgroßen Handel wurde früher nach spanischen undamerikanischen Piastern oder Dollars zu 10—11 Co-loniallivres oder 100 Cents ä 2 Colonialsous Rech-nung geführt. — Im kleinen Verkehr circulirt haupt-sächlich eine besondere französische Kupfermünze, der8on marque ^gestempelte Sou), welcher 3 Colonial-sous gilt; letzterer ist eine bloße Rechnungsmünze.Außer den Dollars circuliren auch viel ostindischeRupien und spanische Dublonen, sodann sind die sran-zösischen Münzen mehr und mehr in Umlauf gekom-men. Im Jahre 1810 hat Napoleon auch Piaster zu10 (Colonial-) Livres schlagen lassen; sie haben ausdem Avers den gekrönten Adler aus Blitzen stehend,mit der Umschrift: ILES DE FRANCE ET BONA-PARTE, aus dem Revers die Inschrift: DIX LIVRESvon zwei Lorbeerzweigen umgeben.
Coursverhältnisse. Es wird hauptsächlich ausFrankreich (Marseille, Paris) gezogen; gegen baaresGeld verlieren die betreffenden Wechsel gewöhnlicheinige Procente.
Maße und Gewichte sind die neuen und zu-weilen auch noch die alten französischen (s. Frank-reich). — Die Preise der Gewichtswaaren werdenjetzt größtentheils pr. Vo und pr. 50 Kilogr. gestellt.
Bourdaine heißt in Frankreich das Holz desFaulbaums.
Bourdaloue ist eine Art französischer Zwillichzu Tischzeug und dergk., der besonders ini Departe-ment Calvados verfertigt wird.
Bourgeoisweine nennt man in Frankreich dieWeine von nnttler und geringer Güte, die in derRegel nicht ausgesührt, sondern im Erzeugungslandeselbst getrunken werden.
Bourgogne, ein glatter, berkanärtiger Wollen-zeug , der besonders in Abbeville in Frankreich ver-fertigt wird.
Bourme wird die 4., fast ganz weiße Sorte derpersischen Seide genannt.
Bourre deMagneste, auch Bourre oderBoursde Marseille genannt, sind dicht gewebte, gestreifteweiße Bauinwollenzeuge, welche in der Levante ver-fertigt werden und früher nach Marseille und Italienkamen.
Bourre de Marseille heißt auch ein moirirterStoff aus guter Seide und Floretseide, der ursprüng-lich aus der Levante stannut und nach Marseillekam, aber auch in französischen Fabriken verfertigtwurde.
Bourre de Soie heißt in Frankreich die Floret-seide; man verfertigte sonst aber auch unter diesemNamen gemusterte Zeuge und Tücher aus guter undFloretseide.
Bourrisre, s. L a n g u e n a n e.
Boursaukselle, s. Dachsfelle.
Boutanes heißt ein dichter, geköperter Baum-wollenzeug, der auf den Inseln Chpern, Chios rc.verfertigt wird und früher nach Frankreich kam.
Boütargue, s. Bot arg a.
Bouteillen, s. Flaschen.
Bouteillenstein, s. Obsidian.
Bouzywein, ein sehr guter rother und weißerChampagnerwein aus der Gegend der gleichnamigenStadt im Departement Marne, der in gutenJahren zu den Weinen erster Klasse gerechnetwird.
Bova, s. Vanille.
Bovelnnds-Goed nennt man in Holland diedeutschen Tabake aus der Pfalz, Baiern, Hessen rc.,welche dort in den Handel kommen.
Bovist oder Bofist, Lycoperdon Bovista,ein aus sandigen Wiesen wachsender, fast kugelrunderund meist stielloser Pilz, der anfangs weiß, zur Zeitder Reise braun von Farbe ist und dann aus einerlederartigen Hülle besteht, die mit braunem Staubegefüllt ist. Der letztere wird in der Chirurgie alsblutstillendes Mittel gebraucht.
Boy, Bei oder Bay, eine Art grober, lockererFlanell, der nach dem Weben, gewöhnlich ohne ge-walkt zu werden, gerauht und dann heiß gepreßtwird. Man verfertigt ihn in verschiedener Feinheit,weiß, farbig und schwarz, an mehreren Orten inDeutschland, Frankreich, den Niederlanden und Eng-land und verwendet ihn zu Kleidungsstücken für Land-leute, zu Decken rc.
Boye, f. Boje.
Boysalz, Baysalz, so viel wie Seesalz, s.Salz.
Bozza, ein Weinmaß in Venedig und Vicenza.Brabanter Elle, s. Elle.
Brabanter Sardellen, s. Strömlinge.
Brabanter Thaler werden in Süddeutschlandhäufig die österreichischen Kronenthaler genannt.
Brabantes nennt man in Spanien mehrereSorten belgische und niederländische Leinen, die mandurch Zusätze näher bezeichnet, z. B. Brabantes cru-dos (ungebleicht und festgewebt), Kantes (halbge-bleicht, aus Flachs- und Hanfgarn), rotondos (weiß-gebleicht, aus Flachs- und Hedcgarn), üorettas (weiß-gebleicht aus Flachs), Brabautillas (aus lauter Flachs-hede, roh und gebleicht) rc.
Brabantina nennt man in Italien eine weiß-gebleichte, stark appretirte und gestärkte Leinwand,die aus holländische Art Platt gelegt ist und in derGegend von Kempten, Kaufbenren, Memmingen rc.verfertigt wird.
Braoa, ein Längenmaß in Portugal, s. d.
Braceio (Arm, Elle), Längenmaß in Italien, deritalienischen Schweiz, der Ionischen Inseln rc.
Bracelets, »'.Armbänder.
Brachdistel, s. Feldmanustreu.
Bracker (Beschauer) nennt man in Rußland be-eidigte Personen, welche darauf zu sehen haben, daßdie ausgehenden Rohwaaren von vorgeschriebenerreeller Qualität und richtig sortirt sind, damit derRuf der russischen Produkte im Auslande nicht ge-schmälert werde. Für jeden Artikel giebt es besondereBracker, welche eine bestimmte, nach dem Gewichtoder der Zahl festgesetzte Vergütung für ihre Be-mühung, Brackerlohu genannt, erhalten. Aucheinige Einfuhrartikel, nämlich Alaun, Baumöl undHeringe, werden der Bracke unterworfen.
Bradsord, in der Grafschaft Uork in England,in hübscher Lage am Zusammenstoß von drei großen. Thälern, durch den Leeds-Liverpool-Kanal mit Liver-pool und durch die Leeds-Selley-Hull-Eiseubahn mitHüll verbunden, hat 108,000 Einw. und ist Haupt-sitz der englischen Halbwollstoff-Manusaktnr, Orleans,