175
Branntwein
Bran
Paramattas, Lüstres, Alpaccas, Serges, Lastings,Mixtes, Mohaires rc. Die bedeutendste Fabrik istSalr und Sons, ein kolossales Etablissement, welchesmit den dazu gehörigen Arbeiterwohnungen ein statt-liches Dorf bildet, Saltaire genannt. Die Fabrikensind meist außerhalb des Stadtrayons und es reihtsich aus der ganzen Strecke von Bradford bis Leeds,sowie anderseits von Bradford bis Manchester eineFabrik an die andere. Bedeutend sind auch die Woll-garnspinnereien und Färbereien, sodann befindet sichhier eine der größten Danipfmaschinenfabriken desLandes. In der Umgegend find bedeutende Stein-kohlengruben.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Großbritannien.
Bran heißt eine Art russische Schetterleinwand,tbeils glatt, theils gestreift; die letztere wird auchKleanka genannt.
Brancos nennt man in Hamburg und einigenanderen norddeutschen Plätzen den aus Lissabon kom-menden rohen Zucker.
Brand oder Eisenbrand nennt man das miteinem eisernen Stempel eingebrannte Zeichen, womitdie Fässer, Kisten rc. mancher Waaren versehenwerden.
Brandenburger Thaler nannte man sonst diepreußischen, nach dem 20Guldenfuß geprägten Spe-ziesthaler, die noch zuweilen vorkommen.
Brandenburger Weine werden die in der Ge-gend der Oder ber Frankfurt, Guben, Krossen, Zülli-chau rc. gebauten Weine genannt, die in günstigenJahren ein recht gutes Getränk find und von Wein-händlern häufig zur Verinischung mit besseren Wei-nen gebraucht werden. Auch der Grünebergcr ge-hört vazu, aus welchem ein Champagner verfertigtwird. der dem ächten ziemlich nahe kommt.
Brandheringe, s. Heringe.
Brandkohlen nennt man eine schlechte SorteSteinkohlen, die beim Verbrennen eine steinigeSchlacke zurücklassen.
Brandsilber heißt das säst ganz reine Silbervon 15% Loth Feingehalt; auch versteht man dar-unter alte, zum Ausbrennen bestimmte silberneTressen.
Brandsohlenleder, s. Leder.
Brandversicherung, s. Versicherung.
Brandy heißt im Englischen eigentlich Brannt-wein, doch versteht man im Handel nur den Cognacdarunter.
Branntwein ist eine durch Destillation vonPflanzenstofsen, welche vorher der weinigen Gährnngunterworfen worden, gewonnene geistige (brennbare)Flüssigkeit, deren wesentliche Bestandtheile Alkoholund Wasser sind. Je weniger er von letzterem ent-hält, desto stärker und von desto größerem Werthe ister. _ Ist er so stark, daß er nicht mehr als Getränkgenießbar ist, so wird er Spiritus oder Spritgenannt. Der aus manchen Pflanzen, namentlichuns Kartoffeln und Getreide, gewonnene Brannt-wein besitzt einen eigenthümlichen unangenehmenGeschmack, der von einem Antheile von Fuselöleherrührt, das sich während der Gährung in der Mai-sche erzeugt und bei der Destillation mit übergeht.Durch chemische Mittel kann der Branntwein jedochdavon befreit werden, namentlich durch Destillationdesselben über gepulverter Holzkohle. Nach dem frü-her üblichen Verfahren erhielt man durch die ersteDestillation einen Branntwein von 25—30 Ge-wichtsprocenten Alkohol, welcher zum gewöhnlichen
Ausschank verwendet wurde; um ihm mehr Stärkezu geben wurde er noch ein - oder zweimal destillirtoder rectificirt, wodurch er eine Stärke von40—50 und von 70—80 % erhielt. Jetzt aber sinddie Destillationsapparate so vervollkommnet worden,daß man ihm sogleich durch die erste Destillation diehöchste Stärke geben kann. Er wird daher auch ge-wöhnlich sogleich bis zu einer Stärke von 50—80»/ 0 ,zuweilen sogar bis 95% gebracht und dann werdendurch Zusatz von Wasser, meist auch von etwasZucker, die verkäuflichen Sorten in beliebiger Stärkedaraus gebildet. Der im Großhandel vorkommendeist daher jetzt durchgängig Spiritus von der erwähn-ten Stärke. Man bezeichnet den Alkoholgehalt desBranntweins aber jetzt in Deutschland allgemeinnicht nach Gewichts-, sondern nach Volumenprocen-ten, welche man durch den Alkoholometer von Tral-les (j. Aräometer) findet. Der Unterschied zwi-schen der Bestimmung nach Gewichts- und nachVolumenprocenten rührt daher, weil, wenn manBranntwein mit Wasser vermischt, das Gemisch dich-ter, also spezifisch schwerer wird, als es nach demspezifischen Gewichte beider einzelnen Flüssigkeitensein sollte. Der Preis des Spiritus erhöht sich na-türlich in gleichem Verhältnisse seiner stärke; beiBestimmung des Preises wird nun in der Regel einbestimmter Stärkegrad zum Grunde gelegt und da-nach der Preis für jede einzelne Sorte nach ihrerwirklichen Stärke berechnet; doch sind die Usanzenauf den einzelnen Plätzen sehr verschieden.
In Berlin, Breslau, Dauzig, Elbing,Köln, Königsberg, Leipzig, Magdeburg,Posen und Settin geschieht die Preisstellung inThaler im 30 Thlr.-Fuß, für 100 Quart zu 80%nach Dralles (nominell „für 8000%"), ohne Faß.
Bremen notirt in Ld'or Thlr. per Oxhoft zu30 Viertel ä 80% nach Dralles = 2400 %.
Frankfurt a. M. notirt in Gulden südd. W.per Ohm zu 80 Quart ä 48"/» Dr. für rohen Spiri-tus — 3840%, ä 90% Dr. für rectificirten =7200 %, beides ohne Faß.
Halle und Braunschweig in Thlr. im 30Thlr.-Fuß, pro 180 Quart a 80 % Tr. = 14,400%.
Hamburg in Rthl. Cour.,27% gegen Banco,für 30 Viertel (—190 Quart) zu 80% Tr. fürrohen Spiritus — 2400 %, ä 90% für gereinigtenSprit ----- 2700%.
Karlsruhe in Gulden südd. W. per Ohm zu100 Maß, rohen ä 80% Tr. ----- 8000%, rectificir-ten -l 90% Tr. ----- 9000%.
Mainz in Gulden südd. W. sür die großherzogl.hessische Ohm ä 80 Quart zu 50% Tr. — 4000%.
Nordhvusen in Thlr. im 30 Thlr.-Fuß, Koru-branntwein pro 180 Quart zu 50% £r.=90ü0%.
Nürnberg in Gulden südd. W. sür den Eimervon 64 Maß. rohen zu 80% Tr. --- 5120 %, rectl-ficirten zu 90% Tr. ----- 5760%.
Wien, Pesth und Trieft, in Neukr. für 1 Gradder 40 theiligen Skala von Baumö oder 2%% derRummlerschen Skala für 1 Eimer (=£0 Matz),d. i. so viel Mal der in Neukr. notirte Preis, als1 Grad Baums oder 2%% Rummler angegebenfind für 1 Eimer. Für die Fässer wird 1 st. Q. W.pro Eimer berechnet. , , .
Die Berechnungen, welche sich auf vorstehendeVerhältnisse gründen, sind.äußers emsach. Z^ B.man will wissen, wie viel 1 » W“
Quart Spiritus zu 80% ü 80 Thlr. 18 Sgr. be-tragen.