Branntwein
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Brasilien
5 Oxhoft (= 180 Quart) 15 Quart = 915 Quart.
Wenn 1 Quart 80% reinen Alkohol enthält, so enthalten 915 Quart915 x 80% --- 73,200%.
Da der Preis in Berlin aber für 8000% sich versteht, so hat den Spiritus einen Werth von
7*4900
8ÖÖQ- x 20% Thlr. = 188 Thlr. 14„ Sgr.
Danzig verkauft 4 Oxhoft 8 Quart Spiritus L 70%, 10 Oxhoft 15 Quart ä 75% zu 22 Thlr. 15 Sgr.4 Oxhoft 8 Quart L 70 % — 728 Quart = 50960%.
10 .. 15 .. ä 75% = 1815 .. = 136125%.
X 22% Thlr. = 526 Thlr.
Der meiste Branntwein und Spiritus wird jetztaus Kartoffeln gebrannt, weil diese vielmehr Erlraggeben als Korn. Es werden aber auch als Ersatznoch manche andere Früchte zum Brennen verwen-det , wie Zuckerrüben, Mohren, türkischer Weizenu. a. die einen guten Ertrag liefern, besonders letzte-rer. Der Kartosielbranntwein hat zwar von Hausaus einen viel unangenehmeren Fuselgeschmack alsder Kornbranntwein, aber er kann, wie schon obenerwähnt, völlig davon befreit werden. Guter Spiri-tus muß ganz klar und wasserhell sein, auch beimVermischen mit Wasser nicht trübe werden, und derGeruch und Geschmack muß rein geistig, nicht snseligsein, auch darf er auf der Zunge und den Lippenkein brennendes Gefühl zurücklassen. Verfälschun-gen , besonders im Einzelhandel, finden statt, indemer verdünnt und ihm dann eine künstliche Stärke,besonders durch Pfeffer, zuweilen aber auch durchSeidelbast, Bertramwurzel, selbst Kirschlorbeerwasser,Schwefelsäure und dergl. gegeben wird. Diese Zu-sätze verrathen sich meist durch den erwähnten bren-nenden Geschmack. Bei nicht gehöriger Reinhaltungkupferner Destillirgefäße kann der Branntwein aucheine Beimischung von essigsaurem Kupfer sGrün-span) erhalten. Man erkennt dies theils durch denzusammenziehenden nietallischen Geschmack, theilsdurch Vermischung mit Salmiakgeist, wodurch eineblaue Farbe entsteht. — Außer dem Branntweinaus Kartoffeln und Korn, den man im Allgemeinenauch Frnchtbranntwein nennt, kommt im Han-del am meisten noch der aus Wein und Weintresternbereitete vor, der, weil man den meisten in Frank-reich gewinnt, gewöhnlich Franzbranntweingenannt wird, und wir verweisen deshalb auf diesenArtikel, sowie auch auf Arak und Rum. In man-chen Ländern wird noch aus verschiedenen anderenPflanzentheilen Branntwein in größeren Quantitä-ten gebrannt, namentlich der Genever aus Wrch-holderbeeren, das Kirschwasser und der Pflau-menbranntwein, von denen wir ebenfalls inbesonderen Artikeln sprechen werden. Die Tartarenbereiten ein branntweinartiges Getränk aus Stuten-milch, welches sie Kumyß nennen. — Der Ver-brauch des Branntweins als berauschendes Getränkist fast in der ganzen Welt, besonders aber bei dennordischen Völkern, sehr bedeutend, theils unverän-dert in mäßiger Stärke, welche jetzt gewöhnlich durchVerdünnung des Spiritus mit Wasser erzeugt wird,theils durch Bereitung der zahlreichen Arten von Li-kör (s. d.). Ferner wird der Spiritus zur Verferti-gung des Alkohols, des Essigs, zur Bereitung vonParsümerien und Essenzen, von Lackfirnisfen, alsZusatz zum Weine, »in ihn stärker und zu weiterVersendung geeigneter zu machen, zum Ausspühlender Weinfässer, zur Ausbewahrung von Früchten undvon thierischen Körpern um sie gegen Fäulniß zu
187085%.i Sgr. 3 Pfg.
schützen, bei der Glasmalerei, Vergoldung und Ver-silberung, zum Brennen in Lampen um Hitze zu er-zeugen, zum Reinigen des Glases, besonders derSpiegel rc. verwendet. Der meiste Branntweinwird jetzt in großen Brennereien in Städten undbesonders auf Rittergütern verfertigt, denn die früherbestandenen kleinen Brennereien, welche ihn nicht sogut und so wohlfeil ^herstellen können, als es jenendurch Benutzung der neu erfundenen, meist kostspie-ligen Apparate möglich ist, sind fast sämmtlicheingegangen. Besonders stark wird die Brannt-weinbrennerei in Nordhansen, Quedlinburg,Braunschweig, Berlin, aber auch außerdem noch anvielen anderen Orten des mittleren und nördlichenDeutschlands betrieben. Der Spiritus ist vorzüglichin der neueren Zeit ein wichtiger Handels- undSpekulationsartikel geworden, theils für den Ver-brauch im Jnlande, theils für die Versendungen nack>England, Holland, Dänemark rc., welche besondersvon Hamburg und Stettin aus geschehen. DiePreise desselben richten sich in der Hauptsache immernach denen des Getreides und derKartoffeln. —Fürdie Branntweinbrennereien ist der Rückstand, diesogenannte Schlempe, als Viehfutter von der größ-ten Wichtigkeit geworden.
Branntweinessig, s. Essig.
Branntweinsteuer, s. Zollverein.
Branntweinwagen, s. Aräometer.
Brasil, s. Taback.
Brasilettholr, s. Rothholz.
Brasilianische Nüsse, s. Pechurimnüsse.
Brasilien, großes Reich in Südamerika, frühereine portugiesische Colonie, seit 1822 unabhängigesKaiserthum. Es liegt zwischen 33" südlicher und 4»nördlicher Breite und zwischen 17% und 55" west-licher Länge, grenzt nördlich an das atlantische Meer,Gniana und Venezuela, westlich und südlich anEcuador, Peru , Bolivia, Paraguay und Uruguay,östlich und südlich an den atlantischen Ozean. DerFlächeninhalt beträgt 147,624 ^Meilen, die Ein-wohnerzahl aber mit Einschluß der Fremden, derSklaven und der eingeborenen Indianer, nur etwa7% Million, da der größte Theil des Landes nochunangebant und unbewohnt ist. Es ist außerordent-lich wasserreich, durch zahllose, zum Theil riesenhafteStröme und Flüsse und viele Seen und Sümpfe.Der Hauptstrom, dessen Gebiet einen Flächenraumvon mehr als 140,000 ffDMeilen umfaßt, ist derAmazonen ström, welcher in den Cordilleren derProvinz Ecuador entspringt, bis an die Grenze Bra-siliens Maranhan oder Maranhao, dann biszum Einflüsse des Negro Solimons und von daan erst Ri o das Amazonas genannt wird. Erhat schon bei seinem Eintritt in Brasilien eine Breitevon % Meile und wird durch die vielen und großenStröme, die sich in ihn ergießen und da er fast un-