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Erster Band.
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Brasilien

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Brasilien

unterbrochen durch ein ganz ebenes Land fließt, im-mer mehr einem See ähnlich, bis er sich , mehreregroße Inseln bildend, an der Nordküste des Landessn den atlantischen Ozean ergießt. Die bedeutendstenFlüsse, die er auf brasilischem Gebiete aufnimmt,flnd folgende: von Norden her der Jca oder Putu-Mayv, der Zjupura oder Japura, der Negro mitmehreren ansehnlichen Nebenflüssen, der Gurupatubam a.; von Suden her: der Javary, Jntahy, Juruo,Coary, Purus, Madeira, Topajoz, Xingu, Tocan-lins u. a. Weiter südlich ergießen sich ins atlantischeMeer: der Parnahyba, St. Franziscv undeine Menge weniger bedeutende Flüsse; im In-nern des Landes entspringen der Paraguay, derParana und der Uruguay nebst zahlreichen Ne-benflüsse» , deren Hauptrichtung die südliche ist, unddie sich erst außerhalb des brasilischen Gebiets, zudem Rio de la Plata vereinigt, ebenfalls ins atlan-tische Meer ergießen. Die Seeküste ist 900—1000Meilen lang und der äußerste Punkt derselben nachNordosten das Cap R o q u e. Die größte Halste desLandes ist gebirgig, zum Theil mit großen Hoch-ebenen , welche meist dürre, steinige Flächen bilden,die hin und wieder mit kleinen Seen und Sumpf-wiesen bedeckt sind. Im äußersten Süden befindenfich große Ebenen, noch mehr aber in der nördlichenHälfte, wo sich von der Ostküste bis zu den Andeneine ungeheure Fläche erstreckt, die sich selbst imäußersten Westen des Landes, wenigstens 400 Mei-len vom atlantischen Meere, nur 630 Fuß erbebt undentweder aus kahlen, steinigen Ebenen besteht odermit ungeheuren Waldungen bedeckt ist, in welche derReisende nur auf dem Rucken der Gewässer eindrin-gen kann. In diesen im Ueberfluß bewässerten undrn der heißesten Region liegenden Ebenen herrschteine über alle Beschreibung üppige Pflanzenvege-tation, aber auch die Wälder und Flüsse sind reichan Wild aller Art, Affen, Geflügel, Krokodilen,Schildkröten, zahllosen Arten von Fischen undSchlangen und ungeheuren Schwärmen quälenderInsekten. Von menschlichen Bewohnern aber gibtes hier nur wenige, in der tiefsten Rohheit lebendeIndianer und nur an den Hauptströmen in weitenZwischenräumen einzelne europäische Niederlassun-gen, deren Bewohner aber großentheils auch nur ge-zähmte Wilde sind. Znr Regenzeit sind die nichtbewaldeten Theile dieser Ebenen großentheils mitirischem Grün bedeckt, während des Sommers aberbvllig dürr. Dagegen sind die von unzähligen Ge-wässern getränkten Thäler des Gebirgslandes höchstsruchtbar und die östlichen Gebirge sind mit ungeheu-ern Waldungen bedeckt. Nur etwa der zehnte Theilbes Landes, meist längs der Küsten, ist angebautUnd bringt eine unglaubliche Menge von Produktenaller Art hervor. Diese Landstriche können zu denglücklichsten der Welt gezählt werden, denn sie sind

dem unerschöpflichen Reichthume ihrer tropischenNatur frei von Vulkanen, Erdbeben und Stürnieuu-sd haben fast durchgängig das gesundeste Klima.Dieses ist in den nördlichen Ebenen des Landes zwarAr heiß, aber sonst äußerst mild und selbst aus denHochebenen nicht rauh; in den Küstenstrecken wirddu Hitze durch die Seewinde sehr gemildert und auch's" Innern erzeugen die Gebirge und Waldungen°me sehr angenehme Temperatur. In Folge deroodeutenden Ausdehnung des Landes von Nordendach Süden finden sich in Brasilien fast alle Pro-dukte zweier Erdzonen vereinigt und namentlich er-äugt das Land die wichtigsten europäischen und

0- Fort'ö Unlv.-Lexicon.

amerikanischen Pflanzenprodukte, wie Reis, Weizen,Gerste, Wein, europäische Südfrüchte und Gemüseund selbst mehrere unserer Obstarten, nebst Maniok,Bataten, Dams, Pisang, Ananas, Melonen, Kokos-palmen und viele andere Fruchtarten und Nahrungs-pflanzen. Von Handelsprodukten sind die wichtig-sten: Kaffee, Zucker, Baumwolle, Tabak, Cacao,Vanille, Fernambuk-, Campeche-, Jacaranda - undMahagoniholz, China, Sassaparille, Ipecacuanha,Jalappa und viele andere Arzeneipflanzen, sowieaußerdem noch viele Farbestosse, Gummi, Balsame,Gewürze und vortreffliche Ban- und Tischlerhölzer.Auch der Thee verspricht ein wichtiges ErzeugnißBrafiliens zu werden. Der Anbau wurde zuerst1816 auf einem königlichen Lustschlosse, später ingrößerem Umsauge von einer chinesischen Cvlonie inder Provinz Sän Paola versucht und gedeiht in die-ser , sowie in mehreren anderen Gegenden des Lan-des vollkommen. Man erzeugt bis jetzt nur grünenThee, der zwar einen angenehmen Geruch, aber einenErdgeschmack hat, und es ist bis jetzt noch nicht ge-lungen, ihm diesen zu benehmen.. Am meisten hatin neuerer Zeit die Erzeugung des Kaffees zugenom-men, theils in Folge des gesteigerten Bedarss inEuropa, theils der verminderten Production vonCuba. Zu Anfang des Jahrhunderts wurden jähr-lich noch nicht 5 Mill. Pfd. erbaut, 1820 ca. 16 Mill.,1830 ca. 34 Mill. und 1847 gegen 300 Mill. Psd.Im Jahre 1859—1860 betrug die Ausfuhr allein,ohne die Consumtion des Landes ca. 320 Mill. Pfd.,von denen das Meiste nach England, Deutschlandund nach den Vereinigten Staaten von Nordamerikaging. Von Thieren gibt es besonders Rinder undPferde, beide in großen Heerden und halbwild; diePserde werden sedoch nur zum Reiten verwendet,denn als Lastthiere bedient man sich der Maulthiere;die Rinder werden hauptsächlich wegen der Häuteund der Hörner geschlachtet, die zu den wichtigstenAusfuhrartikeln gehören; außerdem benutzt mauauch den Talg, aber bei weitem nicht alles Fleisch,weil da« Salz zum Einsalzen desselben zu theuer ist.Um es aufzubewahren, wird es daher meist in riemen-sörmige Streifen geschnitten und diese an der Lustgetrocknet. Außerdem werden besonders Schweineund Hühner gezogen, weniger Schafe, die eine grobeWolle haben. Die Zahl der wilden Thieren istaußerordentlich groß, besonders Affen , Unzen, Ta-pire, Seekühe, Wallfische, Raub - und Sunipfvögel,Strauße, Papagaien, Kolibris, Schlangen aller Art,Schildkröten (von denen auf den Inseln des Soli-nions jährlich 20,000 Stück gefangen und aus derenEiern gegen 500,000 Pfd. Fett gewonnen werden),Eidechsen, sehr viel Fische, zahlreiche Insekten, theilsmit den prächtigsten Farben, theils lästige Quälerder Menschen rc. Die wichtigsten Produkte desMineralreichs waren besonders früher Gold undDiamanten, deren Ausbeute in der neueren Zeitzwar abgenommen hat, aber demohngeachtet noch im-mer bedeutend ist. Die Ausbeute der edlen Metallekönnte viel größer sein, wenn sie besser geleitet wurdeund der Arbeitslohn nicht so theuer wäre. DieDiamanten werden besonders in der Provinz üllmasGeraes, in der neueren Zeit aber auch rat GebirgeCincora der Provinz Bahia gefunden; an letzteremOrte wurden sie >844zufällig von ernem Neger ent-deckt und die Gruben haben in wenigen Jahren euieAusbeute von 4—500,000 Karat gegeben , wodurchaber der Preis sehr herabgedrückt worden ist Außer-dem gibt es besonders sehr vrel Elseu^und überhaupt