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Erster Band.
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Brasilien

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Brasilien

enthalten die Gebirge fast alle Metalle, werden abernoch fast gar nicht ausgebeutet. Auch finden sich, außerden Diamanten noch viele andere Edelsteine, sowieviel Salz, Salpeter, Schwefel, Alaun rc. — Die Aus-fuhr von Zucker hat in neuerer Zeit bedeutend ab-genommen. Tabak wird in mehreren Gegenden ingroßer Menge erzeugt, aber die Kultur desselbenwird noch immer sehr nachlässig betrieben, weshalbdie Waare mit Ausnahme des aus der Provinz Bahia,in Europa nur wenig geachtet wird. Wenn manmehr Sorgfalt und Aufmerksamkeit auf die KulturundPräparation desselben verwendete, so könnte die-ser Artikel eine bedeutende Quelle des Wohlstandesfür das Land werden. Ein wichtiges Produkt ist derManiok oder die Kassavewurzel, die in den meistenGegenden ein Hauptnahrungsmittel der Reger undanderer Bewohner ist; ferner das als Futter fürPferde und Ziegen dienende Guineagras. — DieHauptbeschäftigung der Einwohner ist der Anbauder Bodenerzengniffe, der aber im Allgemeinen nochsehr nachlässig betrieben wird; die Viehzucht treibenbesondere Viehzüchter auf den großen unbebautenEbenen. Jagd und Fischerei (vorzüglich auf Wall-fische) geben reichlichen Ertrag; auch der Bergbaubeschäftigt ziemlich viel Menschen. Die Industriereicht kaum hin, um die Gegenstände der ersten Noth-wendigkeit zu liefern; indessen gibt es Kupfer-,Eisen - und Glashütten, Baumwollspinnereien unddergl., die aber erst wirklich gedeihen werden, wennman allgemein den Dampf dabei zu Hülfe nimmt,der bis jetzt fast nur bei der Zuckerfabrikation ange-wendet wird. Ueberhaupt braucht das Land wenigerden Schutz der Regierung, als die Unterstützung miteuropäischen Kapitalien und Kenntnissen, die ihm ambesten durch wohlhabende und intelligente Einwan-derer und Colonisten zugeführt werden könnte. Diesewerden von der Regierung nach Möglichkeit unter-stützt und die bis jetzt gegründeten Colonien habenauch durchgängig guten Erfolg gehabt. Ueberhauptfehlt es der Regierung wohl nicht an gutem Willen,die Landwirthschaft und die Industrie zu heben;aber ihre Aufmerksamkeit ist bis jetzt zu sehr durchdie politischen Fragen in Anspruch genommen wor-den, als daß sie sie mit der nöthigen Sorgfalt und Aus-dauer auf jene Zweige hätte richten können. Essollte viel mehr Fleiß auf die Verbesserung und Ver-mehrung der Produkte des Ackerbaues gerichtet wer-den, und besonders sollte man auch die Handelsmarinevermehren, deren Schiffe größtentheils zur Küsten-fchififahrt verwendet werden. Dampfschiffe gibt esnur eine zu geringe Zahl aus den Flüssen. Trotzdieser Hindernisse vermehren sich die Handelsverbin-dungen Brasiliens mit jedem Jahre und auch dieZolleinuahmen steigen, da man auch strengere Maß-regeln gegen den Schleichhandel genommen hat.

Der gegenwärtige Stand der Eisenbahnunterneh-mungen ist folgender:

I. Die Eisenbahn Pedro II. begonnen im Jahre1855 zur Verbindung der Provinzen Rio de Janeiro,Minas Geraes und St. Paulo bestimmt und vor-läufig auf eine Länge von 63 Legoas projectirt, wo-von von Rio aus 10 Legoas dem Verkehr eröffnetsind. II. Die Bahn von Bahia, ebenfalls 1855begonnen. Sie geht in nordwestlicher Richtung vonBahia aus und endet in Joazeiro, am rechten Userdes St. Francisco. Ihre ganze Länge beträgt 18>/ aLegoas, wovon 9 bereits befahren werden. III. DieBahn von Pernambuco. Sie geht in südwestlicherRichtung von Pernambuco aus nach dem Distrikt

Agua prêta und soll später bis an den S. Franciscofortgesetzt werden. IV. Die Bahn von S. Paulo, be-gonnen im November >860. Sie geht von Santosaus, berührt S. Paulo und endet in einer Gesammt-länge von 88 engl. Meilen (21,, Legoas) in Jnndiahh.V. Die Bahn von Lantagallo, von Porto das Lai-xas bis Laxoeira, bis jetzt 6 Legoas lang. VI DieBahn von Mahna zur Verbindung von Mo de Ja-neiro mit Petropolis, 1854 dem Verkehr übergebenund 2- g Legoas lang. VII. Die Bahn der Tijnca,1 Legoa lang, bisher mit Maulthieren betrieben undVIII. die beiden projectirten Bahnen von Paraguassuin der Provinz Bahia und von Tamandars in Per-nambuco.

Einfuhr. Der Gesammtwerth der direct enEinsuhr in dem Verwaltungsjahre 1860—61 be-trug 119,326 Contos (das Conto — 1000 Milrelsjoder 177,819,605 Thlr. im 30 Thalersuß, gegen111,623 Contos im Jahre 1859—60. Gegenständeder Einfuhr aus England, Frankreich, Portugal,Spanien und deren Besitzungen, ferner aus denVereinigten- sowie La Platastaaten, aus den Hanse-städten, Belgien, Oesterreich u. a. waren: Baum-wollen-, Wollen-, Seiden-, Leinen-Waaren, Weizen-mehl, gemünztes Geld, Eisen und Eisenwaaren,Weine, Fleisch, Gold- und Silberwaaren, Stein-kohlen, Fische, Butter, fertige Kleider und Wäsche,Schnhzeug, Geschirr und Glaswaaren, Droguen,Hüte, Spiritussen, Papiere, Oele, Leder, Salz,Maschinen, Pulver rc. DerWerth der indirect,von einem brasilianischen Hafen in den anderen mitBegleitschein eingeführten fremden Waaren wird ans23,074 Contos gegen 25,110 im Vorjahre angegeben.

Ausfuhr. Der Totalwerth der Ausfuhr brasi-lianischer Erzeugnisse belief sich in dem Verwal-tungsjahre 1860—61 aus 124,894 Contos oder186,117,038 Thlr., gegen 112,984 Contos imVorjahre. Ausgeführt wurden nach England,Frankreich, Spanien und deren Besitzungen, fernernach den Vereinigten- sowie La Platastaaten, nachPortugal, den Hansestädten, Schweden und Nor-wegen, Belgien, Dänemark, der Türkei, Oesterreichu. a. Kaffee, Zucker, gesalzene und getrocknete Häute,Baumwolle, Diamanten, Gummi elasticum, Tabak,Gold, Cacao, Rum, Reis rc.

S chifffahrt. DieGesammtzahl der in brasilia-nischen Häfen eingelaufenen Handelsschiffe be-trug von 1860—61: 2764 von 878,598 Tonnen,wovon 499 die brasil. Flagge führten; dagegen sindausgelaufen 2469 Schiffe von 916,491 Tonnen,wovon 265 unter brasil. Flagge.

Brasilien ist in 19 Provinzen getheilt, vondenen 15 an der Küste liegen und 4 das Innerebilden. Die ersteren heißen in der Reihenfolge vonSterben nach Süden: Para (großentheils noch un-angebaut; von den durch die Mündungen des Ania-zonenstromes gebildeten vielen Inseln sind besondersMarajo, 30 Meilen, und Caviana, 9 Meilenlang, zu bemerken), Maranhao, Piauhh,Ceara, Rio Grande do Norte (mit dem CapSan Roque, Parahyba do Norte, Per-nambuco <mit dem Cap Agostinho), DosAlagoas, Sergipedel Reh, Bahia, Espi-rito Santo, Rio Janeiro, San Paulo,Santa Catalina (mit mehreren deutschen, ita-lienischen u. a. Colonien), und Rio Grande doSul de San Pedro. Die Provinzen des Inner"sind: San Jvze do Rio Negro (im Nordwesten),M a t t o Grosso zan der Grenze von Bolivia uno