Bremen
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Bremen
bürg liegt. Dieses umfaßt 4, 68 (^Meilen mit 98,600Einw. und enthält außer der Stadt Bremen selbst58 Ortschaften, welche 31,000 Einw. zählen. Esliegt theils auf dem rechten, theils auf dem linkenUfer der Weser, die hier von der rechten Seite dieLesum, welche durch die Vereinigung der Wummeund Hamme entsteht, und von der linken die Ochtumaufnimmt. Der Boden ist besonders auf dem linkenWeserufer sehr fruchtbare Marsch und es wird daherviel Getreide-, Obst- und Gemüsebau, sowie be-deutende Viehzucht getrieben. Der Haupterwerbs-zweig ist jedoch der Handel der Stadt Bremen undwas damit zusammenhängt, wie Schifffahrt, Schiff-bau und Fischerei, sowie die übrigen Industriezweigederselben. Diese bestehen hauptsächlich in Fabrikenvon Zucker, Taback (besonders Cigarren), Baum-wollenwaaren, Chemikalien, Farbenwaaren, Hüten,Leder, Essig, Stärke, Cichorien rc.; ferner in Bier-brauereien , Thransiedereien, Fischbeinreißereien,Korkschneidereien, Verfertigung von Wollenwaaren,Leinwand und Segeltuch, Schiffswerften, Sei-lereien rc. — Die Stadt Bremen liegt an derWeser, und zwar die Altstadt, als der größte Theilauf dem rechten, die Neustadt auf dem linken Ufer;beide Theile sind durch eine 175 Schritt lange Brückeüber die große und durch eine andere über die kleineWeser mit einander verbunden. Sie hat 67,300Einw., ist durch eine Eisenbahn mit Hannover undBremerhafen, sowie durch eine Zweigbahn mit Vege-sack in Verbindung, noch unregelmäßig gebaut, mitaltmodischen Häusern, die jedoch in den alten Stadt-theilen immer mehr durch neue und geschmackvolleersetzt werden; auch hat die Neustadt breite und ge-rade Straßen. An der Stelle der ehemaligen Wälleist die Stadt von Spaziergängen umgeben, jenseitsdenen die reizenden Vorstädte liegen. Uebrigens gibtes mehrere schöne und merkwürdige öffentliche Ge-bäude, unter denen besonders das Rathhaus mitseinem Weinkeller häufig erwähnt wird. In diesemliegen uralte Rheinweine (der älteste von 1624), undnamentlich enthält eine Abtheilung desselben, derApostelkeller genannt, 12 Stückfässer vortrefflichenalten Hochheimer und Niersteiner, aus denen zwarWein verkauft wird, die aber immer voll erhaltenwerden. Ein kleiner Raum des Kellers hat eine ge-malte Rose an der Decke. Die alten Rathsherrenconferirten hier bisweilen „sub rosa“. — Der Han-del Bremens ist von großer Wichtigkeit, obgleich dieVersandung der unteren Weser den Seeschiffen nichterlaubt, bis an die Stadt heraufzukommen und dieGüter daher durch Dampfschiffe oder Lichterkähnesowohl aufwärts als abwärts geschafft werden müssen.Bremen hat zu dem Ende im 1.1827 von Hannoverein Stückchen Land an der Mündung der Geeste indie Unterweser, 7 Meilen unterhalb der Stadt, er-worben, wo der Ort Bremerhafen erbaut wurde,
welcher 6500 Einw., 2 Häfen, Schiffswerfte, 2 Docks,Waarenniederlagen, eine Lootsengesellschaftund Spe-dition hat. Durch die dahinführende Bremen-Geeste-bahn, ist der Schienenweg Deutschlands unmittelbarbis an das Meer verlängert und der so vielfach ge-botene persönliche Geschäftsverkehr mit den Hafen-orten außerordentlich erleichtert, auch kann nun überGüter, welche der Umarbeitung oder Lagerung nichtbedürfen, frei bis ans Meer und vom Meer bis tiefins Binnenland hinein disponirt werden. DerSchienenweg zwischen Bremen und den Docks vonBremerhafen bildet das letzte Glied in der großenKette der Verbindungsbahnen zwischen der Weser-mündung und dem adriatischen Meere. — Die wich-tigsten Gegenstände des Handels in Bremen sindTaback, Kaffee, Baumwolle, Reis, Zucker, Farb-hölzer, Gewürze, Thee, amerikanische Droguerie-waaren, französische und spanische Weine rc. ; beson-ders aber ist es der wichtigste Platz für amerikanischeTabake, mit denen es fast ganz Deutschland versiehtund wovon sich fortwährend große Lager daselbstbefinden. Dies war auch der Grund, warum früherdie Cigarrenfabrikation daselbst eine so große Wich-tigkeit hatte, weil es keinen andern Platz gab, wo dieFabrikanten eine so vollständige Auswahl der geeig-neten Blättertabacke fanden. Dazu kam noch, daßsich hier die geschicktesten Arbeiter bildeten, und des-halb versorgte Bremen nicht allein fast ganz Deutsch-land , sondern auch zum großen Theile die meistenanderen europäischen Länder mit Cigarren. Darinhat sich zwar in der neueren Zeit Manches geändert;es entstanden besonders innerhalb des Zollvereins,welcher den Centner Cigarren anfangs mit 11 Thlr.besteuerte, an mehreren Orten bedeutende Fabriken(welche ebenfalls geschickte Arbeiter bildeten), darunterz. B. einige sehr großartige in dem hannoverschenOrte Hemmelingen für Bremer Rechnung errichteteEtablissements. Auch Hamburg vermehrte und ver-besserte seine Cigarrenfabrikation und es bildete sichdaher überall eine bedeutende Concurrenz fürBremen. Aber gleichzeitig nahm der Verbrauch derCigarren überall so zu, daß die dasige Fabrikationimmer mehr stieg, und selbst die Erhöhung derSteuer im Zollverein von 11 auf 15 Thlr. pr. Ctr.im I. 1843 verminderte sie nur vorübergehend.Ausgeführt wurden:
im Jahre 1858 Total 85,683 Mill. |
- - 1859 - 106,736 - l hiesiges
- ■ - 1860 - 103,287 - i Fabrikat.
- - 1861 - 83,924 - J
Die sich immer mehr hebende Bedeutung deshiesigen Platzes als erster Tabaksmarkt Europas,zeigt folgende Tabelle über die Ein- und Ausfuhrdes bereits zum Lebensbedürfnisse gewordenen Ar-tikels.
Einfuhr:
Ausfuhr:
Jahr Tabaksblätter
1855 35,912,392 Pfd.
1856 52,990,987 -
1857 62,774,944 -
1858 43,312,718 -
1859 62,942,180 -
1860 70,268,788 -
1861 86,083,100 -
Tabaksstengel8,073,999 Pfd.12,173,919 -11,877,528 -8,109,765 -11,815,255 -10,055,640 -8,250,500 -
Jahr Tabaksblätter
1855 46,024,746 Pfd.
1856 56,766,721 -
1857 46,252,808 -
1858 49,574,310 -
1859 53,926,843 -
1860 65,130,264 -
1861 67,777,090 -
Tabaksstengel9,981,421 Pfd.16,423,819 -11,447,858 -7,157,058 -9,511,202 -9,688,535 -9,967,500 .
Eine Zusammenstellung der Einfuhren von Kaffee in den Jahren 1859, 1860 und 1861 ergibt fol-gendes Resultat: