Band 
Erster Band.
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Sreslau

so wird noch das Uebergewicht vergütet, Domiugound Havannah 10 Psd., Cuba 13 Psd. pr. Serone,Columbia 9—10 Psd. pr. Pack, Portorico für Packenunter 150 Psd. 3 Psd., über 150 Psd. 4 9ßfb. rc. —Gutgewicht findet nicht statt. Für Waarencourtagebezahlen Käufer und Verkäufer 1 / i °/ 0 . Beim Mes-sen oder Wiegen von Getreide ist die taxmäßige Ge-bühr für die beeidigten Kornmesser 10 Gröte fürdie Last.

Bank. Die im Jahre 1817 zur Erleichterungdes Verkehrs gegründete Discontokasse vertritt seit1856 die Bremer Bank, deren Grundkapital aus2Vsi Millionen Thalern in Pistolen ä 5 Thlr. besteht,vertreten durch 10,000 Actien ä 250 Thlr. DieseBank diseontirt Wechsel auf Bremen, kauft undverkauft Wechsel und Anweisungen aus auswärtigePlätze, nimmt Gelder gegen Verzinsung und in lau-fender Rechnung au, unterzieht sich Jncassogeschästen,betreibt den An- und Verkauf von edlen Metallen,Papiergeld und Banknoten, macht Depositengeschäfte,stellt Wechsel und Anweisungen auf sich selbst undDritte, sowie auch Banknoten aus 5, 10, 25 und100 Thaler lautend aus. Der Gesammtumsatz der-selben betrug 1859: 143-/4 Mill., 1860: 150V-Mill.1861: 163Vz Will., und 1862: 171>/- MillionenGoldthaler.

Handelsanstalten rc. Bremen hat eine schöneBörse, eine Handels- und Gewerbekammer, einHandelsgericht, eine Münzstätte, zwei Sparkassen,eine Navigationsschule rc.; ferner ist hier der Sitzdes norddeutschen Lloyd, welcher jetzt 4 der schönstenund sichersten transatlantischen und 6 englischeDampfer, 18 Flußdampfschifse und 24 eiserneSchleppkähne besitzt, mehrere andere Dampfschiff-fahrtsgesellschaften (auf der Weser und Hunte, nachHüll, Rew-Uork), einer Südseefischereigesellschast rc.— Das Asseturanzgeschäst ist durch 22 hiesige Com-pagnien, durch 10 Agenturen auswärtiger Gesell-schaften und verschiedene Privat-Assecurädeurs ver-treten. — Jahrmärkte sind drei. Außer Bremer-hasen gehört zum Gebiete der freien Stadt Bremennoch der Flecken Vegesack am rechten Weserufer,mit nahezu 4000 Einw., Hafen, Schiffswerften,einer Schifffahrtsschule und Eisengießerei.

Bremerblau oder Bremergrün, eine blau-grüne Knpferfarbe, die ursprünglich nur in Bremenfabrizirt wurde, jetzt aber von allen Farbenfabrikenverfertigt wird. Sie besteht hauptsächlich ausKupferoxyd und kohlensaurer Kalkerde. Sie hat be-sonders die Eigenschaft, sehr gut zu decken und wirddaher häufig als Austreichfarbe in Oel oder Leim-wasser und als Unterlagsanstrich für einen darauffolgenden mit anderen grünen Farben benutzt; auchin der Oelmalerei ist sie sehr beliebt.

Bremergarn nennt man westphälisches Leinen-garn, welches von Bremen aus nach Holland rc. ver-schickt wird.

Bremer Leinen sind westphälische rohe Leinen,welche in Bremen appretirt und von da aus unterverschiedenen Benennungen weiter versandt werden.Die Stücke sind gewöhnlich 20 Ellen lang undElle breit.

Bremer Wolle wird eine grobe Wolle genannt,besonders von den in der Lüneburger Haide gezoge-nen kleinen Schafen, von weißer, grauer oder schwar-zer Farbe. Die letztere geht nach England undFrankreich, wo sie zu den Sahlleisten an den Tuch-stücken verwendet wird.

Brenkas heißt eine Art feines ostindisches Zinn,

das besonders zur Scharlachfärberei und zur Spiegel-folie brauchbar ist.

Brenngläser oder Brennlinsen sind erha-bene, couvex geschliffene Gläser, welche also in derMitte dicker sind, als am Rande, uud die, weil siedie darauf fallenden Sonnenstrahlen in einemPunkte, dem Brennpunkte, vereinigen, brennbareKörper entzünden. Da sie die Gegenstände, welcheman durch sie betrachtet, größer erscheinen lassen, sodienen sie auch als Brillengläser, Vergrößerungs-gläser, Loupen und dergl. Sie werden von den Op-tikern und Brillenfabrikanten verfertigt.

Brenta , ein Weinmaß in Italien und der italie-nischen Lrchweiz.

Brenzgallussäure, s. Gallussäure.

Brescm, am Fuße der Alpen, an der Garza, inder großen lombardischen Ebene, eine Hauptstationder Mailand-Verona Bahn, mit 35,000 Einw.,einem schönen, ganz von Marmor erbauten Rath-hause , einem merkwürdigen alten Dome und einemprachtvollen neuen, einer Akademie der Wissenschaf-ten, Lyceum und drei Gymnasien, einer Getreide-halle , einem Handelsgericht rc. Die Stadt hat be-sonders wichtige Fabriken in vortreffliche» Eisen- undStahlwaaren, wodurch sie seit langer Zeit berühmtist, bedeutende Seidenspinnereien, Fabriken vonSeiden-, Halbseiden-, Leinen- und Baumwollen-waaren, Wolldecken, Papier, Strohhüteu, Blei rc.,große Gerbereien, Ölraffinerien rc. Der Handelvon Brescia ist äußerst lebhaft, namentlich in dervom 6. bis 18. August hier stattfindenden Messe.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Jt alien, Königreich.

Brescianstahl wird der in Steiermark undKärnthen verfertigte beste Schmelzstahl genannt, derzu den vorzüglichsten Sorten gehört.

Breslau, zweitgröße Stadt und dritte Residenzdes preußischen Staates, Hauptstadt der Provinz,des Regierungsbezirks Breslau, an beiden Ufern derOder, die in der Stadt die Glau aufnimmt. DieStadt hat 140,000 Einwohner, ist sehr belebt, inihrem alten Theil, wo sich der Verkehr bewegt, sehreng und unregelmäßig, in dem neuen aber regel-mäßig und modern angelegt, hat einzelne schöne,mit Denkmälern gezierte Plätze und großartige Ge-bäude, z. B. den Ceutralbahuhof, das Stadtgericht,das Stadthaus, das königl. Palais, alterthümlicheKirchen und Klöster und das in rein gothischemStyle erbaute Rathhaus. Ueber die Oder und Glau,sowie über den, beide Flüsse verbindenden Stadtgra-ben, führen an 60 Brücken; längs des letzteren, wel-cher die ganze innere Stadt umgibt, laufen die anStelle der alten Festungswerke angelegten reizendenPromenaden. Breslau ist der Sitz einer Universi-tät rc., vieler gelehrter, Kunst-, Gewerb- und Wohl-thätigkeits - Anstalten und einer Anzahl Vereine unterallen Schichten der Bevölkerung für verschiedenartigeZwecke, auch besitzt es eine Handelskammer, einenoch neue Handelsakademie, einen kaufmännischenVerein für das Interesse des Handelsstaudes, einseit dem Jahre 1773 bestehendes Institut für hilfs-bedürftige und ein Centralbüreau für stellensuchendeHandlungsgehülfen. In Beziehung auf seinen Han-del hat es eine große Vergangenheit. Schon vorJahrhunderten war Breslau eine der wohlhabendsten,und industriellsten Handelsstädte Deutschlands, wozues seine Lage zwischen Rußland und Oesterreich be-fähigte. Der Export von Getreide und Sämereienaus Schlesien und den angrenzenden Nachbarländern