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Erster Band.
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Breslau

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Breter

na^ Sachsen und Süddmtschland ist sehr umfang-reich. Von Tonnenleinsaat, meist aus den Ostsee-Provinzen, wird jährlich ein Quantum von ca. 30,000^unen, größtentheils nach Oesterreich abgesetzt. AnoO,000 Ctr. schlesischer und galizischer Kleesaat wer-den über Hamburg und Stettin nach Englandgeführt. Die ober- und niederschlesische Kohlenförde-rung, die gogoliner, goradzer und annaberger Kalk-gewinnung und die großartige oberschlesische Eisen-industrie, die Zinkproduktion, L-ensenfabrikation,finden hier den Ausgangspunkt ihrer Ausfuhr. DieFabrikation von Krapp und Garancine, von Riib-und Leinöl und das hieraus resultirende Raps- undLeinkuchen-Geschäft, von Spiritus und rectificirtemSprit, haben Breslau in neuerer Zeit für diese Ar-tikel zu einem Hauptproductions - und Handelsplatzgemacht. DerAnbau von Cichorien, Runkelrübenund Tabak in L-chlesien und die hiermit verbundenen,von Breslauer Kaufleuten dirigirten Cichorien-, Rü-benzucker-, Tabak- und Cigarrenfabriken sind erheb-lich, die vielen Dünger- und chemischen Fabriken, dieSeifensiedereien, die großartigen Eisengießereien,Möbel-, Maschinen - und Wagenbau-Anstalten findwichtig. DieBaumwollenmanufakturen, die Kamm-garn- und die ausgedehnten schlesischen Flachsgarn-Maschinenspinnereien und Leinwandwebereien sindvon europäischer Bedeutung.

Die dem Güterverkehr gebotenen Communications-wege sind: 1) die oberschlesisch - posener Eisenbahn,welche Breslau einerseits nnt den Hütten- und Koh-lendistrikten Oberschlesiens verbindet, den Anschlußüber Warschau und Petersburg, Wien, Ungarn,Galizien und Italien herstellt, anderseits über Posennach Stettin und über Kreuz nach Danzig und Kö-nigsberg die Verbindung mit den Häfen der Ostseevermittelt. 2) Die niederschlcsisch - märkische Bahn,welche über Berlin nach Hamburg und von da jee-abwärts oder über Dresden, Leipzig den Weg nachMittel- und Süddeutschland öffnet. 3) Die Frei-bnrg-Frankensteiuer Bahn, welche nach den schlesi-schen Gebirgen, den Weber- und Kohlenbezirkeu führtund wiederum in die märkische Bahn bei Liegnitzmündet. Nächst diesen Bahnen, an welche sich nochZweigbahnen schließen, und nächst den zahlreichenFahrgelegenheiten, welche den Provinzialverkehr nochnach vielen Gegenden hin vertreten, bietet sich derSchifffahrt aus der Oder, welche durch Nebenflüsseund Kanäle mit der Glbe und Warthe verbunden,eine directe Wasserstraße nach Stettin und Ham-burg , die jedoch erst mit der einstigen Regulirunglenes Flusses eine höhere Bedeutung erlangenkann.

Die weitläufigen Handelsbeziehungen Breslaus,seine Woll-und Flachsmärkte rc. haben sich natur-gemäs am Orte einen Geld- und Wechselmarkt ge-schaffen, womit sich ein lebhaftes Geschäft in Actienund anderen Efiecten verbindet. Von Rimessen wer-ben Amsterdam, Hamburg, London, Paris und Wienuotirt; von Münzsorteu hauptsächlich österreichischeWahrung pr. 150 fl. und russische Währung pr. 90^ubel; Dukaten und Louisd'or umgesetztstressen! Woll- und Flachsmärkte. Alljähr-uch werden in Breslau zwei Messen (die Lätare- undMarienmesse) abgehalten; sodann finden zwei großeWollmärkte, Anfangs Juni und Anfangs OktoberUatt, auf welchen Breslau ea. 130,000 Ctr. Schaf-felle zum Verkauf bringt, und es sind diese Märktefür feinere Sorten besonders maßgebend. Bedeutendtst auch der hiesige Flachsmarkt, welcher im Decem-

ber abgehalten wird; 1862 waren im Ganzen 222,495Kloben zum Verkauf gestellt.

„Banken und Handelsanstalten. Außerdemkönigl. Bank - Directorinm, welches in Breslau sei-nen Sitz hat, ist seit 1848 noch eine städtische Bank,zur Erleichterung des Verkehrs, errichtet, welche Dis-conto - und Lombardgeschäfte macht und 1 MillionThaler Banknoten zu 1,5, 25 und 50 Thaler edirt.In neuerer Zeit ist noch der schlesische Bankverein,eine Commandite-Gesellschaft, als bedeutend zu er.wähnen. Sodann besitzt Breslau ein Kredit-In-stitut , eine Rentenbank für Schlesien, eine Börse,verschiedene Actien-Gesellfchasten und gegen 50 Agen-turen verschiedener Gesellschaften.

> Zählende Güter. Ein Ballen — 10, derSaum = 22 Tücher oder Stück ä 32 Ellen. 1 Strähnhat 10 Gebinde ä 20 Faden a 4 Ellen schlesischerLänge; 1 Schock Garn = 60 Stück ä 4 Strähne ä 3Zaspeln ä 20 Gebinde ä 20 Fäden ä 3 x / 2 Preuß.Ellen. Das Zimmer Füchse ---12 Bälge; das Zim-mer Zobel = 20 Paar.

Platzgebränche. Getreide undOelsaatenwer-den an der Börse pro. 2000 Pfd. Gewicht gehandeltund amtlich uotirt. Spiritus-Preisnorm s. Brannt-w ein. Für Courtage beiWaarenverkäufen zahlt derVerkäufer 1%.

Rechnung, ANinzen, Maße und Gewichte,s. Preußen.

Breslauer Ballenleinwand werden zuweilendie verschiedenen schlesischen Leinensorten genannt,die in der halben Breite zusammengebunden und inrunde Bällchen dreimal gebunden sind und so haupt-sächlich von Breslau aus versandt werden.

Breslauer Rothe, s. Krapp.

Bretagner oder B r i t a n n i n e r nennt man großeSteine, zwischen denen das Messing aus den Schmelz-tiegeln zuerst in Platten gegossen wird. Sie wurdenfrüher von Saint - Malo in der Bretagne bezogen,jetzt aber hat man auch in Deutschland passendeSteinarten dazu gefunden.

Bretagnes nennt man eine Gattung gebleichterLeinen, die früher hauptsächlich in der Bretagne undnamentlich im jetzigen französischen Departementder Nordküsten verfertigt und über Morlaix, Nantes,St. Malo rc. nach Spanien und Amerika versandtwurden. Diese waren gewöhnlich in 3 verschiedenenBreiten, von 35, 30 und 25 Pariser Zoll, und vonverschiedener Feinheit; sie waren in Coupons von5 bretagner Ellen ä 50 Par. Zoll oder 8 spanischeVaras zerschnitten, diese viereckig zusammengelegt,scharf gepreßt und der Schaufleck geglättet. In ähn-licher Form zugerichtet sind die in Schlesien, derLausitz und in Böhmen verfertigten Bretagnes; dieschlesischen und böhmischen sind jedoch gewöhnlichleichter und lockerer gewebt, als die lausitzer. Allesind in Stücken von 11—12 Ellen Länge und %bis 7 / 4 Breite; doch kommen sie auch zuweilen in gan-zen Schocken von 58—60 Ellen Länge vor.

Breter, Bretter oder Dielen sind aus Baum-stämmen geschnittene Platten von verschiedener Lange,Breite und Stärke, am häufigsten von Tannen - undFichtenholz, doch auch zuweilen von Kiefernholz,seltener von Eichen- oder anderen harten Hölzern.Sie werden aus Mühlwerken lSchnnde- oder Bret-mühlen) geschnitten, die entweder vom Wasser odervon einer Dampfmaschine in Bewegung gesetzt wer-den. Die dazu bestimmten Stamme, welche geradeund fehlerfrei gewachsen sein müssen, werden gewöhn-lich im Walde in Stücke von der nöthigen Lange zu-