Brrttaniotto 190 Briefwechsel
geschnitten und ein solches Stück heißt ein Bret-stamm, Sägeblock oder Klotz. Nach ihrerStärke bekommen sie verschiedene Namen, z. B. ge-meine oder Futterbreter, von Vs Zoll, Her-renbreter von ^Zoll, Beschlagbreter vonV-i Zoll, halbe Spinde- oder Spundbretervon Zoll, ganze dergleichen bis gegen iiy 2Zoll Stärke; doch sind die Rainen in den eiiizelnenLändern meist verschieden, auch benennt man dieBreter zuweilen nach den Zwecken, zu denen sie be-stimmt sind und man hat daher: Bau-, Boden-,Fase-, Füll-, Heerd-, Kolb-, Schneide-, Ort-,Schrein-, Sims-, Thorbreter, Klee-, Tischlerdielen rc.Breter von iy 2 Zoll und darüber stark nennt manPfosten, in den Seestädten auch Bohlen, Plan-ke n oder Borten. Die von den beiden Seiten desKlotzes abgeschnittenen Breter, die also auf der einenSeite die Wölbung des Stammes haben, werdenSchwarten, Schwaden oder Enddielen ge-nannt. Haben die Breter rechtwinklige Kanten, in-dem vor dem Schneiden derselben auch an den beidenanderen Seiten des Klotzes die Schwarten abge-schnitten worden sind, so heißen sie gesäumte; istletzteres nicht geschehen und sie haben an den SeitenBaumkante, so nennt man sie ungesäumt. Beidiesen wird der Klotz gewöhnlich nicht ganz durch-geschnitten , so daß die Breter a« dem einen Endenoch auf 3—4 Zoll Länge zusammenhängen, undman berechnet dann einen solchen Block nach derBreite des mittelsten Bretes, denn je breiter diesesist, desto mehr Breter enthält er. Die gesäumtenBreter sind jedoch in jeder Sorte von gleicher Breiteund werden nach dem Schock oder Hundert verkauft.Am häufigsten sind die Breter 6—7 Ellen lang und8—16 Zoll breit, doch hat man sie auch zuweilenbedeutend länger und breiter und die schwachen Sor-ten auch zuweilen nur 6 Zoll breit Zu vielen Ar-beiten müssen die Breter möglichst frei von Restensein und man nennt sie dann reine Breter. — InDeutschland werden besonders aus den WaldgebirgenBreter geschnitten und namentlich vom Schwarz-und Odenwalde, dem Fichtel- und Rhöngcbirge ge-hen viele den Rhein und Main hinab nach Holland.Der größte Handel damit findet jedoch in den Ostsee-häfen statt, indem viel Breter aus den ostpreußischenund polnischen Wäldern dahin kommen und auchRußland, Schweden und Norwegen sehr viele aus-führen. Ueber den Handel damit sehe man das Nä-here in dem Art. Holz.
Brettaniotto nennt man in Italien den kleineneingesalzenen Kablian und Dorsch.
Brianyoner Kreide, s. Speckstein.
Bricken, s. Neunaugen.
Bridgewaters, eine Art englischer Halbtücher,die besonders in Sommersetshire verfertigt werden.
Briefbeschwerer oder Brieshalter nennt manlänglich viereckige Platten, die man auf Briese undandere Scripturen legt, um sie festzuhalten. Manverfertigt sie aus Metall, Marmor und anderenSteinen, Porzellan, Glas rc., aus verschiedene Artverziert, und entweder einfach, nur mit einemKnopfe zum Anfassen, oder auch mit allerlei Figuren.Die schönsten von Bronze und dergleichen werdenin Paris und in Birmingham in England verfertigt.
Briefkopiebuch, s. Buchhaltung.
Briefmarken, s. Francomarken.
Brieftaschen, buchförmige Taschen zum Zusam-legen, um Scripturen, Papiergeld und dergl. darinbei sich tragen zu können. Man hat sie meist von
Saffian und anderen feinen Lederarten, aber auchin geringerer Qualität von rothgefärbtem Schas-uud Ziegenleder; oft enthalten sie Papier oderPergament, um etwas notiren zu können, sowieeinen Bleistift, Stahlfeder rc., und die Decken findauch zuweilen mit bunt ausgenähtem Zeuge oder mitPerlenstickerei belegt. Sie werden in den Leder-waarenfabriken in Offenbach, Berlin, Freiberg,Nürnberg, Augsburg u. a. Orten verfertigt.
Briefwagen, s. Wagen.
Briefwechsel oder Eorrespondenz ist die 'schriftliche Unterhaltung mit einem Abwesenden.Sie ist eine der wichtigsten Arbeiten des Kaufmanns,dessen meiste Geschäfte, außer wenn sie im Einzel-verkaufe bestehen, durch Briese abgemacht werden,und jeder junge Mann, der sich dem Handelsstandewidmet, muß sich daher besonders befleißigen, sich dienöthige Fertigkeit, Gewandtheit und Sicherheitdarin zu erwerben, -licht allein die richtige undzweckmäßige Aussührnng der Geschäfte, die Anknü-pfung und Aufrechthaltung von Verbindungen, dieSchlichtung von Streitigkeiten und dergl. hängtmeist hauptsächlich von der richtigen Abfassung derdarüber geführten Eorrespondenz ab, sondern einBrief ist auch gewöhnlich ein ziemlich sicherer Maß-stab, nach dem man den Charakter eines Abwesen-den, den man noch nicht näher kennt, beurtheilenkann, und er ist in vielen Fällen der einzige oderdoch der erste Maßstab für dieses Urtheil. Diekaufmännischen Briefe unterscheiden sich von anderenin mehreren wesentlichen Punkten; namentlich sinddaraus die meisten Komplimente und leeren Höflich-keitsformen sowie alle Titulaturen verbannt, indemjeder Kaufmann an den andern wie an Seinesglei-chen schreibt; man beobachtet darin möglichste Kürze,mit Vermeidung aller überflüssigen Worte und Re-densarten, sowie auch aller Freundschastsbezeu-gnngen, Gefühlsäußerungen und dergl., und manbeschränkt sich darin immer nur aus den Gegenstand,über den man zu schreiben hat. — Um im Allgemei-nen einen guten Brief zu schreiben, muß man zu-vörderst mit den Regeln der Sprache, der Ortho-graphie, Satzbildung rc. hinlänglich bekannt sein,um keine Verstöße dagegen zu machen; man mußferner die Fertigkeit besitzen, alle seine Gedanken inden richtigen, trestenden und allgemein verständ-lichen Ausdrücken, sowie auch in gehörig geo.rdneterDarstellungsweise niederzuschreiben, üub endlichmuß man mit der Sache, über die man cvrrespon-dirt, gehörig bekannt sein und überhaupt wissen, wasund wie man zu schreiben hat. Die hauptsächlichstenAnforderungen, die man an einen kaufmännischenBries macht, sind folgende: 1) Beobachtung derüblichen Form, sowohl in Bezug auf die Ein-richtung, als auch auf den Text des Briefes; 2) an-ständige und gebildete Sprache, mit Ver-meidung aller Verstöße gegen Höflichkeit und Sitteund selbst in Streitsachen ohne Heftigkeit, Anzüglich-keit oder Bosheit, aber auch eigentlich mit Ausschlie-ßung aller Komplimente und leeren Höflichkeits-formen , obgleich man von letzteren in den meistenHandlungsbriesen noch immer mehrere findet, welcheganz überflüssig sind und daher wegbleiben sollten,namentlich die Worte: werthes, geehrtes, geschätztes,schätzbares, höflichst, ergebenst, freundlichst, gefälligst,geneigtest, gütigst, bestens u. m. a., die man wenig-stens nur selten und nur da wo sie wirklich passen,gebrauchen sollte; 3) Kürze und Bündigkeitim Styl und in der Darstellung, mit Vermeidung