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Erster Band.
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Brouillon

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Brüssel

von einer Sahlleiste zur andern laufen, sondern nuran der Stelle des Musters eingewebt werden. Diesgeschieht vermittelst einer besonderen Vorrichtung,welche man Broschirlade oder Stickstuhlnennt und die meist mit der Jacquardmaschine inVerbindung angewendet wird. Jetzt werden der-gleichen Artikel jedoch auch häufig so gewebt, daß derEinschußfaden ununterbrochen durch die ganze Breitedes Zeuges läuft und auf der Rückseite zwischeu denMustern völlig offen liegt, wo er dann entweder mitder Hand und der Scheere, oder vermittelst einerScheermaschine ausgeschnitten wird. In Frankreichnennt man diese Artikel lancfe und sie werden da-nach auch in Deutschland lancirteWaaren ge-nannt. — Außer eigentlichen Zeugen, besonders inSeide, Atlas, Sammet rc., hat man auch broschirteTücher, Bänder und Tressen.

Brouillon, s. Buchhaltung.

Browls, s. Brawls.

Brown Osnabrughs nennt man in Englandrohe westphälische Leinen, besonders aus der Gegendvon Osnabrück, die man aber jetzt in Irland undSchottland, namentlich iu der Gegend von Dundee,Glasgow und Perth, selbst verfertigt. Sie sind ausstarkem hänfenem und flächsenem Garne gewebt, inrund gebundenen Stücken von 50 Fords Länge und15 /i6 Tjards Breite, und gehen hauptsächlich nachAmerika.

Brown Papers wird in England eine Art schle-sischer Leinen genannt, deren Stücke in braunesPapier eingeschlagen sind.

Brown Quadrupels heißt in England undNordamerika eine Art dichtgewebter, stark gemangel-ter und der ganzen Breite nach in Buchform gelegterschlesischer Leinen.

Brown Silesias sind den vorigen ähnliche, auchebenso appretirte und gelegte schlesische Leinen.

Brucheisen, s. Eisen.

Bruchglas heißt das zerbrochene Hohl- undTafelglas, welches von den Glashütten zum Ein-schmelzen wieder gelaust wird. Den meisten Werthhat das weiße Hohlglas; zerbrochenes Tafelglaskostet nur halb so viel und noch weniger das grüneHohlglas.

Bruchkraut, s. Harnkraut. «

Brucin, Caniramin, Brucia oder Bru-cium, ein Pflanzenalkaloid, das sich in mehrerenGiftpflanzen, namentlich in den Krahenaugen undin der, wahrscheinlich von dem nämlichen Baumekommenden falschen oder unächten Angosturarindefindet. Es bildet im reinen Zustande weiße, durch-sichtige, vierseitige, verschobene Säulenkrystalle vonäußerst bitterem Geschmack, löst sich nur unbedeutendin Wasser, aber leicht in Weingeist auf und wirkt alsein heftiges Gift. Einige halten das Brucin fürkein reines Atkaloid, sondern für eine Verbin-dung von Strychnin und Harz; es ist den 12tenTheil schwächer als Strychnin. Es wird in chemi-schen Fabriken verfertigt und in der Medizin, sowiezur Vertilgung der Ratten und Mäuse benutzt. —Durch Einwirkung von Salpetersäure aus Brucinentsteht das Kakothelin, welches in gelben Blät-tern krhstallisirt, gleichfalls ein giftiges Alkaloid.

Brückenwagen, s. Wagen.

Brügge oder B r ü g e s, Hauptstadt der belgischenProvinz Westflandern, I V, Meilen von der Nordsee,an schiffbaren Kanälen, durch Eisenbahnen mitBrüffel und Ostende, überhaupt mit allen bedeuten-den Plätzen des Königreichs in Verbindung, eine der

wichtigsten und blühendsten Städte Belgiens, seitlanger Zeit berühmt durch seine Spitzen, mit55,000 Einw., großartigen Hallen oder Nieder-lagen für Getreide, Leinwand rc. am großen Markte,einer Börse, Handelskammer, einem Handelsgericht,einer Handelsgesellschaft (Looistö de commerce deBruces), welche Banknoten ausgeben darf, einerNavigationsschule, Schiffswerften, einer Actien-gesellschaft der westflandrischen Eisenbahnen rc. rc.Brügge besitzt auch bedeutende Wollen-, Baum-wollen-, Leinwand-, Leder-. Del- und Seifen-fabriken, Spinnereien, Zucker - und Salzraffiuerien,Färbereien, Zeugdruckereien, Bleichen und hat be-trächtlichen Schiffbau und Handel, der im Mittel-alter allerdings weit bedeutender und Welthandelwar. — Am 4. Mai und 1. October werden hier2 Wochen andauernde Messen oder Märkte abgehalten.

Rechnung, Münzen, Maße und Ge-wichte s. Belgien.

Brünn, in Oesterreich, Hauptstadt von Mähren,an der Zittawa und Schwarza, und an der Eisen-bahn von Prag nach Wien, in einer unmuthigenGegend, mit 60,000 Einw., ist Sitz der k-k. Stadt-halterei, des Landeshauptmanns, des Oberlandes-gerichts, der Finanzlandesdirektion und eines Bi-schofs, hat mehrere schöne Kirchen, Klöster und anderemerkwürdige Gebäude, einige große öffentliche Plätze,ein Obergymnasium, zwei Realschulen, eine Haudels-gremialschule, höhere Webereischule, Sonntagsschulefür Handwerker und Gewerbsleute, Handelskammer,ein Merkantil- und Wechselgericht, ein Filial derWiener Nationalbank und einen Handelsverein,welcher den Zweck hat, mit überseeischen LändernHandelsverbindungen anzuknüpfen. Es ist nachWien und Reichenberg der bedeutendste FabrikplatzOesterreichs. Besonders wichtig ist die Fabrikationvon Tuch - und den verschiedensten anderen Wollen-waaren. Gegenwärtig befinden sich ca. 60 größere undkleinere Schafwollwaarenfabriken in Brünn, wovonviele eigene Spinnereien besitzen, und 12 Spinne-reien, welche den kleineren, znm Theil auch den grö-ßeren Etablissements das erforderliche Streichgarnliefern. Sämmtliche Fabriken und Spinnereien, diein normalen Zeiten 16—18,000 Arbeiter beschäftigen,werden durch Dampskrast betrieben. Ferner sindhier ca. 450 Tuch - und Wollzeugweber, deren jähr-liches Gesammterzeugniß einen Werth von IZ'VMill. Gulden hat; auch gibt es eine große Fabrik fürMilitairtücher. Außerdem befinden sich in Brünn:1 bedeutende Leinenfabrik, 2 Lederfabriken, 1 Zucker-raffinerie, 2 Essig - und 2 Cichorienfabriken, 6 Ma-schinenbauer, 1 Hanfgarnspinnerei, 1 Dampfmühleund Fabriken für Chemikalien, Maschinenpapier,Wagen, Hüten, Handschuhen, türkischen Kappen,Krapp, Likör rc. Der jährliche Ertrag der hiesigenIndustrie ist gegen 20 Millionen Gulden. Auch derHandel mit den Erzeugnissen der Fabriken, mit Lan-desprodukten und mit russischen und polnischen Waa-ren, so wie die Spedition ist sehr lebhaft und wirddurch die Lage des Platzes an der Eisenbahn, so wiedurch die Kreuzung mehrerer Hauptstraßen wesent-lich gefördert. — Es werden jährlich 7 stark besuchteMärkte, von denen jeder 14 Tage dauert, abgehal-ten, und es beläuft sich der Geldumsatz auf 30—40Mill. Gulden pro anno.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Oesterreich.

Brüffel, Hauptstadt von Belgien und der Pro-vinz Südbrabant, an der die Stadt in mehreren