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Erster Band.
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Brüssrl

Sttmcn durchfließenden Senne und dem breiten undichiss^aren Kanal von Villebrok, welcher mitten inder L>tadt in 4 Bassins mündet, sie vermittelst derRüpel und Schelde mit Antwerpen und mit derSambre durch den Kanal von Charleroi verbindet.Ohne die Vorstädte hat Brüssel 175,000 Einw., vondenen die reichsten und vornehmsten in der schön ge-bauten Oberstadt, die Kaufleute und Gewerbtreiben-den meist in der Niederstadt, welche großentheils engeund winkelige Straßen hat, die Aermsten am Kanalwohnen. Die Stadt hat viele prächtige Paläste,Kirchen und andere Gebäude, schöne und große Plätze,und ist auf allen Seiten an der Stelle der ehemali-gen Wälle von einer vierfachen Baumreihe (denBoulevards) umgeben. Die früher so weitläufigenVorstädte sind jetzt alle verbaut und Jxelles, Schaer-beck, St. Josse-ten-Noode kaum mehr von der Stadtzu unterscheiden. Es befindet sich hier eine Univer-sität und zahlreiche gelehrte Unterrichts-, Kunst- undWohlthätigkeitsanstalten und Gesellschaften, eineBörse, Handelskammer, ein Handelsgericht, zahl-reiche Buchhandlungen, Buchdruckereien und Schrift-gießereien. Die hiesige Fabrikindustrie ist noch immerbedeutend, obgleich nicht mehr in dem Maße wiefrüher; besonders wichtig sind die Fabriken von

auf Amsterdam und Rotterdam.

f rankfurt a. M.amburg . .

- London . .

- Paris . . .

Kutschen und Glaswaaren und die Verfertigung derberühmten geklöppelten brabanter Spitzen, die aberin neuerer Zeit durch die Concurrenz der gewebtenSpitzen sehr gelitten hat. Außerdem gibt es Fabri-ken von seidenen, wollenen und baumwollenen Waa-ren, Borten, Gold- und Silberwaaren, Hüten, Pa-pier, Tapeten, musikalischen Instrumenten, Leder,Lichtern, Fayence, Scheidewasfer rc. Der Handelmit den Erzeugnissen derselben, sowie außerdem mitGetreide, Klee-, Lein- und Rübsamen, Oel, Flachs,Leinwand u. a. Artikeln ist von großer Wichtigkeit undwird einestheils durch den Brüsseler Kanal, andern-theils dadurch wesentlich befördert, daß die Stadt ineinem reichen und enggegliederten Schienennctz liegt.Sie ist der Kreuzungspunkt dreier Hauptverkehrs-linien, nämlich: 1) Paris-Rotterdam-Haag;

2) Mannheim, Saarbrücken, Luxemburg, Ostende;

3) Köln-Aachen-Ostende.

Der Stadtzoll wurde im Jahre 1860 aufgehoben,um aber das Einkommen der Städte nicht zu ver-ringern, wurde ein jährlicher Fonds von ca. 1b Mil-lionen Francs, durch Erhöhung der Maisch-, Malz-nnd Zuckersteuer gegründet.

Course. Brüsselist auch als Wechselplatz nichtunwichtig und es werden hier folgende Course notirt °.

mit Angabe des Aufgeldes oder des Verlustes von

niederländischen Coursen gegen nieder!. Cour.

und von diesem 189 Fl. ---- 400 Franken,in Franken für 100 Fl. im 52% Fl. Fuß.in Franken für 100 Mk. Banco,in Franken für 1 Pfd. Sterl.mit Angabe des Aufgeldes oder des Verlustes aus

100 Franken.

Außerdem werden die Course aller Staatspapiere,Actien rc. allwöchentlich im Monitonr beige bekanntgemacht.

Platzgebräuche. Beiden Gewichtswaaren ver-stehen sich die Preise in der Regel für % Kilogrammoder für 50 Kilvgr., bei wenigen Artikeln für 100Kilogr., bei Getreide und Sämereien für % Hekto-liter, in neuester Zeit aber auch für das Gewicht undzwar gesetzlich bei Weizen für den Sack von 120Kilogr. (= iy 2 Hektolitern), bei Roggen für denSack von 108 Kilogr., bei Hafer für den Sack von70 Kilogr., bei Rüböl für 131 Liter, bei Leinöl für127 Liter, bei Rüb- und Leinkuchen für 1215 Kilogr.(das Gewicht von 1000 Stück).

Banken u. «.Anstalten. 1) DieRational-b a n k, Banque nationale, von der Regierung durchGesetz vom 5- Mai 1850 gegründet. Die Dauerderselben ist vorläufig auf 25 Jahre und das Kapitalauf 25 Mill. Franken festgesetzt, welche durch 25,000auf den Inhaber lautende Actien a 1000 Frankenaufgebracht sind. Sie beschäftigt sich mit dem Kaufund der Discontirung von Wechseln und anderenHandelspapieren; gibt Vorschüsse auf gemünztesund ungemünztes Gold und Silber, sowie auf"lfentliche Effecten und andere durch den Staat ga-rantirte Werthpapiere, in laufender Rechnung oderAll kurze Termine; sie nimmt Gelder auf laufendeIwuung und Depositen in Dokumenten, Gold undSilber an, und gibt an jeden Inhaber zahlbareBanknoten (Billets de tanque) aus, deren Gefammt-. "rag hei ihr durch leicht realisirbare Werthe und~ et dritte Theil desselben in baarem Gelde repräsen-wt ist; sie genießen zwar keine Staatsgarantie, wer-^U aber von den Staatskassen als Zahlung ange-"°mmen; auch gibt die Bank Geldanweisungen

(Mandats) auf einige Tage Sicht aus. In Antwer-pen hat sie ein Filial und Comptoirs in Gand,Charleroi, Liège, Arlon, Mous, Tournay, Nivelles,Namür, Brüges, Dinant, St. Nicolas , Huy, Ter-monde, Turnhout, Hasselt und Verviers errichtet.Sie hat zugleich die Führung der belgischen Staats-kasse übernommen und kann von der Regierung zuErwerbung öffentlicher Fonds ermächtig werden.Der Gewinn wird halbjährlich als Dividende, vonder jedoch % dem Staate zufällt, an die Actionairevertheilt; wenn die Dividende über 6% beträgt,wird wenigstens y 8 des Mehrbetrags zur Bildungdes Reservefonds verwendet, welcher den Zweck hat,Verluste am Gesellschaftskapital zu decken und denActionairen eine Verzinsung von 5% zu sichern. —2) DieBelgische Bank, Banque de Belgique,wurde im Jahr 1835 mit einem Fond von 20 Mill.Franken in 20,000 Actien gegründet, welche 5%Zinsen und außerdem eine jährliche Dividende ge-nießen und theils auf den Namen, theils auf denInhaber lauten. Von dem reinen Gewinn nach Ver-zinsung der Actien werden 10°/,, zur Bildung desReservefonds zurückbehalten, welcher eine Verzinsungvon 5°/ 0 garantiren und außerdem zur Tilgung desKapitals dienen soll. Im März 1841 wurden noch10,000 Actien auszugeben beschlossen, mit der Be-stimmung, daß diese in Bezug auf Zinscnzahiungund Tilgung den Borzug vor den ersten haben I u-ten; im Mai des nämlichen Jahres aber wurde deZinsfuß für die Actien auf 4% h^abg-setzt D'ei Bank nimmt Depositen mit oder> an, leistet Vorschüsse aus Renten - Obügatronen,

! Staatspapiere und Waaren, discontrrt Wechsel,! kauft fällige Schuldforderungen und andere Doku-mente, sowie auch Gold und Silber, besorgt Giro-