Bruinhard 203 Brustbeeren
eine einzelne Unternehmung bringen kann, sowie ge-gen die grundlose Entwerthnng solcher Actien. ^ Siekann daher ihr Kapital in belgischen Staatspapierenund in Actien solcher Gesellschaften anlegen, die sichunter dem Schutze der Belgischen Bank gebildet ha-ben ; auch kann sie einen Theil desselben unter Er-mächtigung der Regierung in anderen Jndustrie-Unternehmungen anlegen. Grundkapital 12 Mill.Fr. in 12,000 Actien auf den Inhaber mit 4 % Ver-zinsung und Dividendengenuß. — 6) Die H y po -thekenkasse, Laissa hypothécaire , 1835 auf dieDauer von 6» Jahren gegründet. Ge;ellschasts-kapital 12 Millionen Francs, in 12,000 Actien;Zinsen 4o/o. Sie gibt Darlehen, wovon jährlichnebst den Interessen auch ein Theil des Kapitals ab-getragen wird. — 7) Die Kasse der Eigen-thümer, Laisse de propriétaires, gegründet imJahre 1835 aus 99 Jahre. Grundkapital 25,000Actien à 500 Frs. mit 4 % Verzinsung. Gewinn:50 °/ 0 den Actienbesitzern, 25 % den Inhabern vonObligationsscheinen und 25 % für die Verwaltung.— 8) Union de crédit à Bruxelles, gegründet1848. Zweck der Gesellschaft ist: durch Discon-tirung dem Handel, der Industrie, dem Ackerbauund allen arbeitenden Klassen die benöthigten Ka-pitalien zu verschaffen. Jedes Mitglied 'zahlt beiseiner Ausnahme 5 »/»des ihm einzuräumenden Kre-dits. Am 30. September 1858 zählte die Gesell-schaft 1650 Mitglieder; das Gesellschaftskapitalbetrug 16,327,200 Frs. und das Geschäftskapital24,618,075 Frs. — Ferner gibt es noch : die Disconto-,Jncasso- und Consignationskasse, die Gesellschaft fürdie Ausfuhr der Erzeugnisse ver belgischen Leinen-industrie und anderer Gewerbe, das Discontocomp-toir und andere Anstalten.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Belgien.
Bruinhard , ein aus Surinam kommendes sehrhartes, dem Pockhvlz ähnliches Holz.
Brulla nennt man in Italien das Sandrohr,aus dem Matten, Flechtwerk und sehr feste Strickeverfertigt werden.
Ärunellen, s. Pflaumen.
Brunnenkresse, Brunnenkresse »kraut,Herba Nasturtii aquatici. Die Pflanze wächst anQuellen und Bächen, treibt fußhohe, runde, ästigeund unbehaarte Stengel. Die saftigen Blätter stehenabwechselnd, aber die einzelnen Blättchen sind gegen-überstehend , herzförmig rundlich, die Blüthen weiß.Das frische Kraut wird zu Kräutersästen in der Me-dizin verwendet, auch wird es als Salat benutzt.
Brussa, türkisch Bursa, in Anatolien, Hauptstadtdes Chalets gleichen Namens, 20 Meilen südlich vonKonstantinopel am nördlichen Abhänge des Olhmpsin einem schönen Thale gelegen, von Hannibal,als er Gastfreund bei Prusius war, erbaut, hat circa80,000 Einw. ; vor der Einnahme Konstantinopelsdie Residenz der türkischen Kaiser, soll es damals 365Moscheen Besessen haben. Bor dem großen Erd-beben im Jahre 1854 standen noch 162, worunter sichbesonders die Ulu Dschami, Jeschil und Sultan Jyl-dyrim-Dschami durch schöne Bauart, Größe undReichthum auszeichneten. Jetzt hat die Stadt nurnoch circa 130 Moscheen und die Ulu-Dschami büßtebei dem Erdbeben beide Thürme und ihre 18 Kuppeln"u, ist aber auf Abdnl Medschids Befehl wiedertestaurirt worden. Der Handel mit dem Innerndes Landes geschieht vermittelst Karavanen und esbezieht von daselbst getrocknete Büffel-, Ochsen-, Schaf-
und Ziegenfelle und grobe Baumwollgewebe. Vondem 40 Stunden weiter gelegenen Eski Cheher be-zieht es Meerschaum, der nach Europa exportirtwird, da erimLandeselbstnichtbearbeitetwerdenkann.Die früher in großem Maßstabe betriebene Gold-nnd Silberstoffe-Fabrikation nimmt immer mehr abund ist jetzt schon auf ein kaum nennenswerthesMinimum herabgesunken, dagegen werden immernoch sehr viele Teppiche, grobe Ziegenhaarstoffe zuEmballageleinwand und der wegen seiner Feinheitund Solidität berühmt gewordene Buründsük (eineArt Flor, auch Brussa-Seidenstoffe genannt) undseidene Schnupftücher verfertigt. Berühmt istBrussa ferner wegen seiner großen Anzahl eineStunde von der Stadt entfernten warmen schwe-felhaltigen Quellen, die bis in die ältesten Zeitenhinauf hauptsächlich von Gicht- und Rheu-matismus-Kranken viel gebraucht wurden und sichnoch jetzt eines häufigen Besuchs erfreuen. Ghem-leck und Mndania, beide am Meere, ersteres 6, letz-teres 4 Stunden von Brussa entfernt, vermittelndie Verbindung mit Konstantinopel und erleichternso den Export des Sandschaks von Brussa, derhauptsächlich aus Rohseide hesteht, wovon derselbejährlich ca. 250,000 Kilogrammes im Werthe von80 Millionen Piaster liefert; ferner aus Frisons undBourres de Soie, welche ein Kapital von 10 Mill.Piaster repräsentiren. Wein liefert es ca. 100,000Oxhoft im Werthe von 1 Million; der Weinbaujedoch nimmt von Jahr zu Jahr ab, besonders seitdem Auftreten der Traubenkrankheit. — Im Gan-zen Belauft sich die Ausfuhr aus ca. 250 MillionenPiaster; die Einfuhr besteht aus Colonialen, euro-päischen Manufakturen und Quincaillerien, dannBau- und Brennholz aus dem schwarzen Meere,(letzteres für Brussa selbst, während von den ersterwähnten Artikeln das Meiste ins Innere geht) undbeläust fich aus ungefähr 200 Mill. Piaster, woheres sich auch nur erklären läßt, daß trotz Erdbeben,großen Feuersbrünsten und periodischen Krankheitendes Seidenwurms, der Rebe und des Olivenbaums,der Wohlstand in Stadt und Sandschak, Brussa sichimmer mehr hebt.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Türkei.
Brussen nennt man in Riga vierkantige, 6—7Faden lange Balken, welche nach englischer Artzugerichtet sind.
Brustbeereu oder welsche Hagebutten,Baceaejujubae oder Chamaemespilae, dierothen, beerenartigen Früchte des Judendorns,
Zizyphus vulgaris, eines in Syrien, dem nördlichenAfrika, Italien und dem südlichen Frankreich ein-heimischen Dornenstrauchs, der 12—20' hoch undauch hier und da iin südlichen Deutschland gezogenwird. Er trägt eine eiförmige Steinfrucht, miteiner zweifächerigeu, zweisamtgen Nnß, von _ derGröße einer kleinen Olive, die von einer lederartigenrothen Haut überzogen ist; das Fleisch ist gelblichund hat einen zuckersüßen Geschmack. See muffeneigentlich recht frisch, fleischig, gut getrocknet undschön roth sein, werden aber bald runzlich und hal-ten sich überhaupt nicht über ein Jahr, mdem stedann ihren Geschmack verlieren und von Würmernzerfressen werden. Sie kommen über Marseille,Genua und Trieft und werden zuweilen als kühlen-des und besänftigendes Mittel m der Medizin ge-
braucht.Brustbeeren,
schwarze, oder Sebesten,