Buchhaltung
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Buchhaltung
Anno
10.
G. F. Günther % Söhne in Chemnitz
sandten pr. Fuhrm. Müller in 15 Mjr. pr. fär. Fracht, zur Verfügung derHerren Seifert H Co. in Hannover zu halten :
1 Ballen Manufacturwaaren, G. & 8. Ho. 15. 3 52 it.
Aug. 12. Fracht pr. BV 2 i‘ t / ' ä 15 Jigr. . f}-- • t. 22. 5.
Einschlag.. — 1. 5.
16.
Fried. Bürger in Stettin
sandte pr. Eisenbahn zur "Weiterbeförderung unter Spesennachnahme anGustav Schramm in Nordhausen:
5 Tonn. Leinsamen A Nr. 251—255.
Hr. 251. Bto. 2 tifr. 6 U.
” ^5?' i) 2 „ 3 „
„ 253. „ 2 „ 8 „
„ 254. „ 2 „ 10 „
255 2 5
Aug. 20. Eracht pr. IOV 4 ä 25 JJgr. . Jfy 8. 16- 3.
Einschlag.. — 6. —
Reparatur.. — 5. —
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In vorstehendem Beispiele ist angenommen, daß über den zuerst erhaltenen Ballen noch keine Ver-fügung eingegangen ist und daß wir denselben daher noch im Hause haben. Auf der linken Seite sinddaher auch die Spesen noch nicht summirt, weil vielleicht noch weitere Auslagen hinzukommen können. Beider doppelten Buchhaltung führt man ein Speditionsconto, dem man alle Ausgaben für Spedition debitirtund das, was man dafür wieder einnimmt oder Jemandem in Rechnung bringt, creditirt. — Wenn manbei der Inventur Speditionsgüter im Hause hat, für die man Auslagen gemacht, aber noch nichts wiedereingenommen hat, so muß man diese Ausgaben unter den Activen mit aufführen.
Oft führt der Besitzer eines Geschäfts ein Geheimbuch, um seinen Leuten den Stand seines Ver-mögens nicht wissen zu lassen. Dasselbe enthält eigentlich nichts anderes als das Kapitalconto, welchesdann im Hauptbuche wegfällt; nur werden die Posten darin ausführlicher notirt, als auf dem Kapital-conto im Hauptbuche. Zuweilen trägt der Prinzipal jedoch auch noch andere Dinge in dasselbe ein, B.die fremden Kapitalien, die er in seinem Geschäft hat, auch wohl sein Haushaltungsconto rc. Die hier-auf Bezug habenden Gelder, welche in die Handlungscasse kommen oder daraus entnommen werden,creditirt oder debitirt man dann im Cassabuche einem Geheimbuchconto.
Ein wichtiges Buch ist das Copiebuch oder Briefcopieb uch, in welches alle Briefe, die manabsendet, kopiert werden. Eigentlich soll dies durchgängig wörtlich geschehen; ost trägt man aber solcheBriefe, deren Inhalt nicht von Wichtigkeit ist, um Zeit zu ersparen, nur kurz und im Auszuge ein. Diesdarf jedoch niemals geschehen, wenn ein Brief irgend etwas enthält, was man später zu wissen nöthig undnachzusehen haben kann, und jedenfalls darf bei den Topien im Auszuge kein wichtiger Punkt, namentlichkein Geldbetrag und dgl. Übergängen werden. Die Copien müssen mit einer guten deutlichen Handgeschrieben werden, und man sollte diese Arbeit eigentlich nur einem Menschen übertragen, der keinen ganzbeschränkten Verstand besitzt, einige Kenntnisse vom Geschäft hat und der besonders dte Handschriften derBriefe, wenn sie etwa nicht ganz deutlich sein sollten, richtig lesen kann. Es ist oft von der größtenWichtigkeit, daß man, vielleicht nach langer Zeit, nachsehen und finden kann, was man an Jemandengeschrieben hat, und es kann dabei oft auf'ein einziges Wort etwas ankommen, daher eine nachlässige oderunrichtige Copie leicht großen Nachtheil oder doch viel Weitläufigkeiten verursachen kann. Das Copiebuchmuß ein alphabetisches Register der Namen enthalten; in diesem setzt man zu jedem Namen die Seitenzahldes Briefes, eine neben die andere, und zugleich schreibt man neben die Copie des Briefes die im Registerstehende Seitenzahl des vorigen Brieses, so daß man alle Briefe an den nämlichen Mann rückwärts imBuche findet, ohne daß mau nöthig hat, jedesmal ins Register zu sehen. Noch zweckmäßiger aber ist es,beim Eintragen in das Register jedesmal den früheren Brief aufzuschlagen und die Pagina des folgendendabei zu bemerken; man kann dann, wenn man irgend einen Brief an Jemanden aufgeschlagen hat, nichtallein alle vorhergehenden, sondern auch alle nachfolgenden finden, ohne ins Register zu sehen. Bei denCopien der Briese läßt man links einen fingerbreiten Rand, um beim Registriren die Seitenzahlen derfolgenden und der vorhergehenden Briefe dahin setzen zu können, und bei der zuletzt erwähnten Einrich-tung schreibt man immer die Pagina des früheren Brieses über und die des nachfolgenden unter einenQuerstrich. Zuweilen werden die Briese vermittelst einer Copiermaschine kopiert; man muß dann dieeinzelnen Copien zusammenheften und paginiren, um sie ebenfalls ins Register eintragen zu können. Beidiesem Verfahren wird zwar viel Zeit erspart und man erhält auch ganz genaue Copien oder Abdrücke derBriefe; aber diese werden, nachdem ste eingeheftet sind, leicht herausgerissen, da das Papier dazu sehr dünnist; auch muß man zu jeder Seite des Brieses ein ganzes Blatt haben, da die Copie der auf der Rückseite