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Erster Band.
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251
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Bussline

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Buratiner Seide

Busfline ist der Name eines in Frankreich ver-fertigten sehr dicht gewebten Beinkleiderzeugs.

Buglieger, f. Beurtfahrer.

Bugsiren oder schleppen heißt ein größeresSchiff durch kleinere Fahrzeuge vermittelst einesTaues fortziehen, z. B. in einen Hafen mit schwieri-gem Eingänge oder beim Mangel günstigen Windes.Die ziehenden Schiffe werden entweder durch Ruderbewegt, oder, was jetzt häufiger der Fall ist, es sindDampfschiffe, deren man sich auch oft auf Flüssenbedient, um Segelschiffe stromaufwärts zu ziehen.Dies nennt man besonders schleppen und die dazubestimmten Dampfschiffe, von denen eines gewöhn-lich mehrere Segelschiffe ziehen kann, werdenSchleppschiffe genannt.

Bukarest, Bukarescht oder Bucharest,Hauptstadt der Walachei und im südlichen Theilederselben, an derDumbowitza und am Anfange dergroßen Ebene gelegen, welche von hier bis zur Do-nau weder Bäume noch Steine enthält. Die Stadthat mehr als 100,000 Einw., meist schlechte, mitSchindeln gedeckte und großentheils baufällige Häu-ser, dazwischen viele neue geschmacklose Gebäude,auch schöne Paläste und Kirchen, zum Theil mit 6und mehr Thürmen, Bazars, Synagogen, 30 Klö-ster rc., ein großes, aber unregelmäßig gebautesSchloß des Fürsten. Die Straßen sind meist unge-pflastert und mit Baumstämmen und eichenen Boh-len belegt. Seit dem letzten großen Brande im Jahre1850 ist jedoch der zerstörte Theil der Stadt besserund regelmäßiger wieder aufgebaut worden. Ueber-haupt herrscht hier eine Bereinigung der Sitten unddes Luxus Europas und Asiens. Die Stadt hatkeine Fabriken, aber Tuchweberei, Tabakbereitungund andere Gewerbe. Von Wichtigkeit ist der Han-del, da Bukarest der Stapelplatz für die ganze Wal-lachei ist. Die Ausfuhr besteht hauptsächlich in Wein,Tabak, Honig, Wachs, Getreide, Häuten, Wolle rc.,die Einfuhr in Colonialwaaren, europäischen Fabri-katen und dergl. Die Versendungen geschehen meistüber Giurgewo an der Donau, welches eigentlich derHafen Bukarests ist; aber erst in der neuesten Zeit isteine Straße dahin angelegt worden , denn früherkonnte man während des größten Theils des Jahresnur mit großen Schwierigkeiten dahin gelangen.Auch nach Krajowa, Kronstadt und Hermanstadt hatdie Regierung Straßen anlegen lassen und dadurchzur Hebung des Handels und der Kultur des Landesviel beigetragen. Die meisten Einfuhrartikel kommenüber Wien und von den Leipziger Messen, welcheviele hiesige Kaufleute, meist Armenier und Juden,besuchen und bedeutende Einkäufe daselbst machen.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Wallachei.

Bukhara, s. Buchara.

Bukkabkätter, s. Buccublätter.

Bukowina, der südöstliche Theil des KönigreichsGalizien, welcher früher zur Moldau gehörte, seit1776 aber an Oesterreich abgetreten ist und jetzt denKreis Czernowitz bildet. Das Land ist meist ge-birgig und waldig und hat daher ein rauhes Klima.In den niederen Gegenden erzeugt es Mais, dasHauptnahrungsmittel der Bewohner, und andereGetreidearten; auch die Viehzucht ist nicht unbedeu-tend. Die Industrie beschränkt sich hauptsächlich aufden ergibigen Bergbau, besonders aus Eisen undBlei. Die Hauptstadt ist Czernowitz; außerdemSuczawa, Radautsch, Dragomirua rc. —Näheres s. Galizien.

Bukscha, s. Cavear.

Bulgarien oder die kleine oder europäischeBulgarei heißt eineProvinz der europäischen Tür-kei , welche zwischen der Donau, dem Balkangebirgeund Serbien liegt. Sie hat ihren Namen von demfie bewohnenden slavischen Volksstamme die Bul-garen, ein thätiges, Ackerbau und Viehzucht trei-bendes und gastfreies, aber auch unruhiges und zumTheil räuberisches Volk (s. Türkei).—Die großeoder asiatische Bulgarei hieß früher ein jetzt zuRußland gehörender Landstrich nördlich vom kaspi-schen Meere, welcher ursprünglich von den Bulgarenbewohnt wurde, dessen Namen aber seit der Erobe-rung von Kasan durch die Russen verschwunden ist.

Bulgaro oder Pelle di Bulgaro nennt manin Italien das Juchtenleder.

Bullarbeit wird zuweilen die mit Metall, Perl-mutter und dergl. ausgelegte Holzarbeit oder Mar-qu eterie (s. d.) genannt.

Bullion nennt man in England das in Barrengegossene Gold und Silber.

Bullpholz, s. Sapotillbaum.

Bulrichssalz, oder chemisches Universal-reinigungssalz, ein Geheimmittel gegen alleKrankheiten, ist weiter nichts als unreines, doppel-kohlensaures Natron.

Bumaschki, s. Bom asch ki.

Bu», Längenmaß in Japan.

Bunda heißt eine Art ungarischer Schlaf- oderReisepelz.

Bundband nennt man in Elbersald ein ordinai-res rohes Leinengarn, das besonders die Schuhmacherbrauchen.

Bunder, Feldmaß indenRiederlanden (s.d.)— 1 franz. Hektare.

Bunkal, Bungkul oder Bönkal, Gold- undSilbergewicht in einigen Gegenden Ostindiens, na-mentlich inSingapore.

Buntes Papier, s. Papier.

Buntings, ein englischer Leinenzeug, der beson-ders zu>schiffsfiaggen gebraucht wird und dahermeistweiß, scharlachroth oder königsblau von Farbe ist.

Bunzlauer Gesäße sind braunglasirte Töpfer-geschirre, besonders Töpfe und Kaffeekannen, die inBunzlau in Schlesien verfertigt und weit umher aufJahrmärkten vertrieben werden.

Burail, ein französischer halbseidener Zeug, mitKette von Floret- oder anderer Seide und Einschlagvon Wolle, Ziegenhaar oder Baumwolle, zuweilenauch ganz von Seide, der früher besonders in derGegend von Amiens, Rheims, in Flandern rc. sowieauch im nördlichen Italien, in Neapel und in derSchweiz verfertigt wurde, unter diesem Namen abernicht mehr vorkommt.

Burat, ein aus Wolle und Floretseide gewebterleichter Zeug, der früher in Frankreich, in der Gegendvon Rheims, Nimes, Toulouse, Carcasionne, Bag-neres rc., sowie auch in Italien und Deutschlandverfertigt wurde.

Buratäs, ein ordinairer leichter, glatter Wolleu-zeug, eine Art Etamin, meist schwarz von Farbeund zu geistlichen und Trauerkleidungen bestimmt,der besonders in Rheims in Frankreich verfertigtwurde und nach Spanien und Italien ging.

Buratine nannte man sonst einen Zeug mitseidener Kette und feinem Kammgarnschuß.

Buratiner Seide heißt eine Art persischer Seide,die besonders über Saida in Syrien nach Europakommt.