Calcutta
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Catifarnien
bet Verkehr mit Kabul und Bukhara vermitteltwird. Am wichtigsten ist jedoch der Seehaudel, be-sonders mit England und China, außerdem mitdem ostindischen Archipel, Frankreich und Nord-amerika. Unter den Ausfuhrartikeln stehenIndigo, Opium (nach China), Zucker, Inte, Reis,Senf- und Leinsamen und rohe Seide obenan. AnIndigo wurden exportirt:
1859— 18(50 . . 97,844-/4 Fy. Mds.
1860— 1861 . . 99,1312/4 „ „Außerdem werden vorzüglich Häute, Hörner, Sal-peter, Rum, Seidenzeuge rc. ausgeführt. DieHauptgegenstände der Einfuhr sind baumwolleneund wollene Gewebe, Garn, rohe und verarbeiteteMetalle, Wein, Spiritussen, Glaswaaren, Pfeffer rc.
Wechseleourfe. Man notirt hier folgendeCourse:
auf London in Schill. und Pence Sterling für1 Comp.-Rupie;
auf Frankreich in Franken und Cents für1 Comp.-Rupie;
auf Canton in Comp.-Rupien für 100 Dollars;
auf Madras, Bombai rc. in Comp.-Rupienfür 100 Comp.-Rupien daselbst.
Gelde ourfe notirt man in Compagnie-Rupienpr. Stück und nur die spanischen Piaster oder Dol-lars pr. 100 Stück. Es eireuliren hier englischeSovereigns, spanische Dublonen, holländische Du-katen, Gold-Mohurs, französische 5 Frankenstüüe re.
Platzgebräuche. Die Verkäufe geschehen hierin der Regel gegen baare Zahlung mit S-ch "/» Dis-eonto. Die Commissionsgebühr für den Einkaufund Verkauf beträgt bei den meisten Waaren2y 2 %,ist aber sonst sehr verschieden und wird auf mancheArtikel mit 5°/o, aus ungemünztes Gold und Silberaber nur mit Vs"/o berechnet, für den Ein- undVerkauf von Wechseln beträgt sie Ich», für nicht be-zahlte Wechsel 1%, für Verkürzungen aus Wechselte.2-/2 o/v, für den Ein- und Verkauf von Staats-papieren 7 . 2 %, für Delcredere monatlich V 2 °/o :c.Als höchster Zinsfuß ist für das ganze britische Ost-indien 12 °/« jährlich festgesetzt.
Banken und Handelsanstalten. Es be-findet sich hier die Bank von B engalen , die imJahr 1806 errichtet wurde und im Jahr 1836 eineneue Verfassung erhielt, durch welche ihr Kapital auf7-/2 Will. Comp.-Rupien festgesetzt wurde, das sichaber seitdem verdoppelt hat. Sie gibt Noten zu 5,10, 15, 20, 25,100—10,000 C.-Rup. aus, discon-tirt Wechsel und gibt Vorschüsse auf ostindischeStaatspapiere, Opium, Metalle, Indigo rc., jedochaus nicht länger als 3 Mon. Zeit; für die in laufen-der Rechnung gemachten Geschäfte herechnet sie ihrenGeschäftsfreunden keine Kosten, vergiftet ihnen aberauch keine Zinsen für ihr Guthaben. Außerdemhaben mehrere auswärtige Banken hier Filiale,namentlich das Comtoir d’escompto de Paris, diein der Stadt Agra bestehende Agrabank, derenKapital 67« Mill. C.-Rup. in Aclien zu 500 C.-R.beträgt; die Nordwestbank von Marut, 1844 miteinem Kapital von 2 Mill. C.-R. in Actien zu500 C.-R. gegründet, und die im Jahr 1842 inLondon gegründete orientalische Bank, derenKapital 6 Mill. C.-R. in Actien von 1000 C.-R.beträgt. Alle machen Disconto-, Wechsel- und Vor-schußgeschäste und die letztere gibt auch Noten zu 5und 10 Psv. Sterl. aus. — Von den hier bestehen-den Handelsgesellschaften und anderen Anstaltensind hauptsächlich bemerkenswerth: die bengalisch-
australische Gesellschaft, für die Verbindung mitdem australischen Kontinent und Vandiemensland;die Assam- Compagnie, für die Theekultur imDistrikt Assam, mit einem Kapital von 5 Will.C.-R. in 10,000 Actien; die bengalische Han-delskammer mit dem Handelsgericht; derCal-cutta-Handelsverein; die Indigopflan-ze r-Gesellschaft, mehrere Assekuranzgesellschaf-ten rc.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtef. Ostindien.
Calcuttahanf, in Ostindien Pau t oder San-ch e ep aut genannt, sind die Fäden der K 0 h lmuß -pflanze, Oorolrorus olitorius, welche in Asien be-sonders zu Tauen und Stricken verarbeitet undzuweilen auch zu ordinairer Leinwand versponnenwerden, die aber unserem Hanfe an Haltbarkeitweit' nachstehen.
Caldarisches Erz, eine aus Kupfer und Zinkund einigen anderen Ingredienzen bestehende, demGolde ähnliche Metallcomposition, welche der Hof-medailleur Loos in Berlin erfunden hat, die abernicht nicht benutzt wird.
Calemboriholz, s. Koromandelholz.
Calendula offlcinalis, s. Ringelblume.
Calfatcrn, ein Schiff ausbessern, d. h. durchVerstopfung der Fugen mit Hanf, Pech, Theer was-serdicht machen.
Cakiaturholz, s. Sandelholz.
Calisornien heißt eigentlich die 150 Meilenlange Halbinsel, die sich zwischen 23 und 32° nörd-licher Breite längs der westlichen Küste von Nord-amerika herabzieht und zu Mexiko (s. d.s gehört.Außerdem rechnete man aber früher den ganzennördlicheren Küstenstrich bis jenseits der Grenze desnordamerikanischeu Staates Oregon hinzu, denman Neu- oder Obercalisornien, die Halb-insel aber Alt - oder Niedercalifornien nannte,und das erstere wurde ebenfalls mit zu Mexiko ge-rechnet. Seit Entdeckung der reichen Goldlager inObercalisornien im Jahr 1848 haben sich jedoch so-wohl die Verhältnisse als die Gestalt dieses Landesvöllig verändert. Früher war es größtentheils ganzunbekannt, sehr schwach, nur von etwa 6000 Weißenund 10,000 Indianern bevölkert, welche letztere biszur Loßreißung Mexikos von Spanien meist unterder klugen, aber despotischen Herrschaft der Jesuiten-missionaire standen, und die jährliche Ausfuhr vonHäuten, Talg, Pelzwerk rc. hatte nur einen Werthvon ca. 180,000 Doll. Jetzt dagegen beträgt dieEinwohnerzahl gegen 600,OuO und es wird dieweiße Bevölkerung aus 500,000 angeschlagen, wäh-rend man annimmt, daß außerdem ca. 100,000Chinesen, Indianer und Neger im Lande sind. Essind mehrere, zum Theil bedeutende und blühendeStädte entstanden, und im Jahre 1850 ist C a li fo r-n i en als ein besonderer unabhängiger Staat, der31., in die Nordamerikanische Union aufgenommenworden. Die Wichtigkeit desselben hat seitdem fort-während zugenommen und es hat ohne Zweifel einegroße, auf den gesamniten Weltverkehr Einflußhabende Zukunft vor sich. Schon jetzt hat sich vonhier aus eine lebhafte Handels- und Schifffahrts-verbindung mit den Häfen der amerikanischen West-küste und mit Asien, wie mit den Bereinigten Staa-ten und Europa gebildet. Die anhaltende, fastungeschmälerte Produktion der Goldminen, verbun-den mit neuerdings entdeckten, sehr reichen Silber-minen und anderen Mineralien, liefert den Beweis,