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Erster Band.
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Calomel

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Campatillas

Calomel, f. Quecksilberchlorür.

Calorische Maschine ist eine in neuester Zeiterfundene Bewegungsmaschinc, welche dazu bestimmtwar, die Dampfmaschinen zu ersetzen. Die Idee zuderselben entstand wohl schon zu Ende des vorigenJahrhunderts durch die mancherlei Versuche, die miterwärmter und durch Wärme ausgedehnter Lust ge-macht wurden, welche jedoch nach dieser Richtunghin ohne practischen Erfolg blieben. Als Erfinderder calorische» Maschine treten gleichzeitig 2 Män-ner aus, ein Deutscher, der Amtmann Prehn inRatzeburg, und der «Schwede I. Ericson. Der ersterehat nie, wegen Mangels au Geld und Unterstützung,seine Idee» verwirklichen können, während Ericsondie erste Maschine von 5 Pferdekrast 1848 in New-Iork ausstellte, der bald mehrere nachfolgten. Schonim Octobcr 1852 war ein Schiff vom Stapel gelas-sen, aus welchem Ericson im Febr. 1853 mit einercalorischen Maschine von 600 Pferdekraft seineProbefahrt machte. Doch bewährte sich die Maschinenicht und es zeigte sich, daß dieselbe für so großeKrastentwicklung nicht geeignet und die Dampf-kraft, wie man erwartete, nicht zu ersetzen imStande sei. — Dagegen hat sich die calorische Ma-schine, nachdem sie vielfache Verbesserungen in ihrerConstruction erfahren hat, da vollkommen bewährt,wo nur eine Beweguugskrast von 4—6 Pserdekrästenerfordert wird, und es sind von dieser Art schonTausende aufgestellt, welche zu großer Zufriedenheitder Eigenthümer arbeiten. — Das Princip, auswelchem die bewegende Kraft dieser Maschine hervor-geht, ist das der Luft, welche durch Wärme ausge-dehnt und durch Kälte wieder zusammengezogenwird. Durch Ausdehnung der Luft in einem be-stimmten Raume muß diese nothwendig einen Druckausüben, der wieder aufhört, sobald die Lust abge-kühlt ist. Dieser Druck wird bei dieser Maschine nungegen einen Kolben gerichtet, welcher dadurch in dieHöhe gehoben wird, bei erkalteter Luft durch dieeigene Schwere wieder sinkt, und indem sich diesstets wiederholt, wird die Bewegung und die trei-bende Kraft der Maschine hergestellt. Als Vorzügewerden von dieser Maschine gerühmt, gegenüber derDampsniaschine, daß sie nur ein Drittel so viel Feue-rung bedarf, diese leichter und ohne gelernten Heizerbewirkt werden kaun. Da sie die Größe eines Tischeseinnimmt, keinen Kessel, keinen eigenen Schornsteinbedarf, so ist sie ohne vorläufige viele Bauten leichtaufzustellen, bietet keine Gefahr, wie bei den Dampf-kesseln, da eine Explosion gar nicht zu befürchten ist,auch kann die Wärme zur Heizung von Fabrik-räumen und anderer Zimmer im Winter benutztwerden. Außerdem rühmt man an ihr einen nochgleichmäßigeren Gang, wie bei Dampfmaschinen.Ihre Anwendung findet sie da am besten, wo keinegroße Krastentwicklung erforderlich ist, z. B. inDruckereien bei Schnellpressen, in Schlosserwerk-stätten, Schleisereien, Drehereien, Eisengießereien,bei Pumpwerken, und bei vielen Gewerkeu wird siedenselben großen Aufschwung geben. Auch wird siefür die Landwirthschast noch von sehr großer Bedeu-tung werden können.

Calüw, der polnische Zoll; s. P ölen.

Calpo, ein früheres italienisches Handelsgewicht.

Calquires heißt eine Art ostindischer Tastet.

C alt ha palustris, s. Butterblume.

Calvisson, eine Art Elairet von lieblichem, ange-nehmem Geschmack aus der Gegend von Eette in Frank-reich. Er ist theils weiß, theils hellroth von Farbe.

Calwap oder Callewappen, eine Gattungostindischer Baumwolle».zeuge, die früher besondersdurch die Dänen nach Europa gebracht wurden.

6s.1x, s. Kalk.

Cam, C a h a u n s, eine Rechnungsmünze in Ost-indien, im Werthe von 7« Rupie.

Camarones werden aus den philippinischenInseln die getrockneten Rehhäute genannt.

Camahuya, s Ony x.

Camayeux hieß ein früher gebräuchlicher fran-zösischer Seidenzeug mit farbiger Kette und schwar-zem Einschlag, den man einfarbig und geflammtverfertigte, der aber jetzt nicht mehr vorkommt.

Cambajas heißen orientalische Granaten, dievon Tranquebar kommen.

Cambialrecht, s. v. a. Wechselrecht.

Cambiakisch bedeutet: auf Wechselgeschäfte be-züglich oder davon herrührend, ist aber wenig ge-bräuchlich.

Cambio, das italienische Wort für Wechsel,welches in Deutschland noch zuweilen in Zusam-mensetzungen gebraucht wird, namentlich 6 am bio-eouto für Wechselte nto, 6 ambio marinofür Seewechsel.

Cambist sagt man zuweilen für Wechsler oderBankier, und cambiren für Wechselge-schäfte machen.

Camblets oder Camlets, eine Gattung star-ker englischer Kamlots aus hartem Kammgarn zuMöbelüberzügen u. dgl.

Cambodja, s. Annam.

Cambraetas nennt man in Portugal die schlesi-sche Schleierleinwand.

Cambray, s. Kambrik.

Cambre wird in Italien die schlesische Schleier-leinwand genannt.

Cambresines oder Cambrasines nennt manin Frankreich dichte, leinwandartig gewebte seineBaumwollenzeuge, nach Art der Kambriks, welchefrüher sehr häufig aus Ostindien, Persien, Klein-asien, Aegyptcn ic. kamen und in diesen Länderneinen bedeutenden Handelsartikel bildeten, jetzt aberdurch die englischen Fabrikate meist verdrängt sind.

Cambrouse heißt eine Art Rohr in Guyana,da« man dort wie den Bambus benutzt.

Camecn, s. Gemmen und Muschelkameen.

Cameline, eine Art ordinaircr Kamlot, derfrüher besonders in der Gegend von Amiens verfer-tigt wurde.

Camelottines heißen in Frankreich verschiedenedem Kamlot ähnliche Zeuge, theils von lauterWolle, theils mit Ziegenhaar oder Leinengarn ge-mischt.

Camholz, s. Rothholz.

Camiri, s. Paraguaithee.

Camkets, s. Camblets.

Camojano heißt ein sehr guter, süßer Muska-tellerwein aus Toscana.

Campanen nennt man eine Art Fransen mitTroddeln in Glöckchensorm; auch eine Gattung sei-dene und zwirueue Spitzen mit Bogen.

Campus heißt ein starker Zeug aus Baumwolleund Seide, mit ganz seidener leichter Decke, welcherdie darunter liegende Baumwolle völlig bedeckt, zuMöbeln, Decken und dergl., der besonders schön voneinigen Fabriken in Wien verfertigt wird.

Campatillas nennt man in Spanien eine Artgeköperter schwarzer Wolleuzeuge, die in Belgienverfertigt werden.