Band 
Erster Band.
Seite
277
JPEG-Download
 

Lamprchrholj

277

Canada

Campecheholz, s. Blauholz.

Campes nannte man ehemals in Frankreich einegeköperten Tuchrasch.

Camphen oder Camphin, s. Terpentinöl.

Camphinlampen, s. Lampen.

Camphogen, Camphelsäurc, s.KamPher.

Campo oder Lampos, eine Art spanischerSchafwolle anS Aragonien.

Campoe, Campn, Campuy, s. Thee.

Camwood, s. Rothhol;.

Canada heißt das den Engländern gehörendeLand in Nordamerika, nördlich vom Oberen-,Huron-, Erie- und Ontariosee und vom Loren;»ström, auf dessen rechten User jedoch nach dem Meerezu ebensalls ein bedeutender Landstrich da;u gehört,Jin Norden und Westen grenzt es an Labrador,Neu-Südwales und an die großen, meist noch un-kultivirten Landstriche, die sich bis ;um stillen Meereausdehnen, jedoch ohne bestimmte Grenzen, da allediese Ländergebietc als englisches Eigenthum betrach-tet werden; im Süden an die Vereinigten Staatenund im Osten an das atlantische Meer. Die südlicheSpitze am Eriesee reicht säst bis zum 42" nördlicherBreite herab. Das Land hat»außcr den oben ge-nannten noch viele kleinere Seen, Flüsse und Mo-räste; die Gebirge sind nicht bedeutend und diehöchsten Spitzen nickt über 2000 Fuß hoch. Dernördliche Theil ist meist »och Wildniß; dagegen istder südliche, der ein milderes Klima besitzt, beben»lend angebaut und hat zahlreiche Einwohner voneuropäischer Abstammung in vielen Städten undDörfern mit blühendem Ackerbau. Der Flächenin-halt von Canada beträgt 17,300 ^Meilen, und dieBevölkerung betrug im Jahre 1801 über 2 l / 2 Mill.Einw. Der Hauptfluß ist derSt. Loren;, welcheroberhalb des Oberen Sees entspringt, die oben ge-nannten 4 Seen, welche sämmtlich zugleich dieGrenze gegen die Vereinigten Staaten bilden, miteinander verbindet, aber erst bei Montreal den Na-men St. Loren; erhält, während er Weiler oberhalbMehrere andere Namen hat; namentlich heißt er seitseinem Ausflusse aus dem Ontariosee der Cataraquioder Jroquois. Bis Quebec, 86 Meilen von seinerMündung, können Linienschiffe, bis Montrealschiffe von 600 Tonnen gelangen, und zwischendiesen beiden Städten ist die Schiffsahrt in neue-sor .Zeit durch Einführung von Schleppdampf-schiffen sehr erleichtert und belebt worden. ErMmmt, besonders von Norden her, mehrere bedeu-tende Ströme auf, unter denen der S t. I o h n der?>chligste ist, welcher bis 80 engl. Meilen von seinerStundung mit Sloops und mittelgroße» Dampf-

schiffen, bis 200 Meilen auswärts mit flachen Botenbefahren wird. — Das Klima ist im Ganzen.kälterunb rauher, als das unter gleichen Breiten inEuropa; der Winter ist verhältnißmäßig lang undstreng, der Frühling kurz und der Sommer heiß,und besonders zeichnet es sich durch häufigen sehrschnellen und bedeutenden Teniperaturwechsel au«,welcher der Gesundheit nachtheilig wird. Dernördliche Theil ist bedeutend rauher und hat nament-lich viel längere Winter, als der südliche. In diesemwerden niAt nur alle unsere gewöhnlichen Obstarten,sondern auch Wein, Pfirsichen und Aprikosen ingroßer Vollkommenheit gezogen, während diese edle-ren Früchte schon in Quebec nicht gedeihen, wo manjedoch Aepfel in großer Menge gewinnt. UnsereGetreideartcn mit Einschluß des Mais, so wie dieKulturgewächse des mittlen Europas gedeihen überallin den angebauten Gegenden. Im Westen und imNorden des Landes gibt es noch große, mit dichtenWäldern und Morästen bedeckte Strecken, die jedochviele nutzbare Waldbäume enthalten, welche einegroße Menge Bauholz liefern und unter denen sichbesonders die Weymuthsfichte, deren Stamm dieschönsten Masten gibt, dü canadische Eiche und derZuckerahorn, aus dessen «aste in Obercanada vielZucker gewonnen wird, auszeichnen. Von nutzbarenwilden Thieren gibt es in den unkullivirten Gegen-den viele Hirscharten, vas amerikanische Elenthier,Bären, Wölfe, Füchse, Hasen, wilde Katzen, Mar-der rc.; Biber und Fischottern dagegen sind selten.Die aus Europa eingeführten Hausthiere, nament-lich Rinder, Schafe und Schweine, haben sich sehrstark vermehrt und zum Tbeil sogar verbessert. DieStröme und die großen Seen sind reich an Wasser-vogeln und Fischen, sehr wichtig aber ist die See-fischerei an den Küsten. Das Mineralreich liesertSilber und Kupfer in Untercanada, Eisen und Goldin Obercanada, Salz und Steinkohlen in Neu-Braunschweig, Neu-Sckoltland und auf den InselnPrinz Edwards und Cap Breton. Der Haupl-erwerbszweig der Bewohner des inneren Landes istder Ackerbau und das Holzsällen, der der Küsten undInseln die Fischerei. Das Bauholz ist früher derwichtigste Ausfuhrartikel gewesen, jetzt aber istder Ackerbau der bedeutendste Industriezweig desinnern Landes. Außerdem werden noch ausgeführt:Fische, Thran, einige Produkte der Viehzucht (Wolle,Butter rc.), Potasche, Steinkohlen, Gips, Salz undfertige Schiffe; letztere meist nach England. Diefolgende Uebersicht kanadischer Natur- und Jn-dustrieerzeugniffe zeigt, wie sehr sich die Colonie inihren Ausfuhren gehoben hat:

1855 I860

Erzeugniffe der Bergwerke. 125,835 Sott.

„ „ Fischereien. 459,920 „

., „ Viehwirthschast. 1,595,184 „

„ „ Waldausbeute. 7.947,923 „

„ des Ackerbaues. 13,030,400 „

Manufakturen.. 476,077 ,,

Andere Artikel und Schiffe in Ouebek gebaut . . . 4,553,121 „

28.188,406 Doll.

558,306 Doll.832,646 „11.012,253 „4,221,257 „14,259,225 „502,037 „3,746,166 „34,631,890 Doll.

^ le Einfuhr besteht hauptsächlich in Fabrikaten ; Lebensmittel ein. Der Totalwerth der Einfuhr beliefaller Art, fast ausschließlich aus England, Eolonial- sich imJ. 1860 auf 6,888,324 Psd. Sterl. Der WerthMaaren, Wein und anderen Erzeugnissen des südli- der directen Ausfuhr Großbritanniens nach CanadaEuropa; Neu-Braunschweig und Neusundlaud, beträgt jetzt durchschnittlich 2'/« Mill. Psd, Sterl.,hauptsächlich Holzhandel und Seefischerei treiben,, während der Werth der Ausfuhr Canadas nachlUhren bedeutende Quantitäten Getreide und andere Großbritannien auf wenigstens 4 Mill. Psd. Sterl.