Canada
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Canada
geschätzt wird. Obercanada, dessen Bevölkerung,Produktion und Verkehr seit 20 Jahren überhauptin einer außerordentlich raschen Progression, gleichden begünstiglsten Staaten der nordamerikanischcnUnion, zugenommen hat, besitzt viel Säge-, Getreide-,Dresch- und mehrere Oeimühlen, auch hat man schonDampsmühlen angelegt, seiner viel Potaschesiedereien,da ein nicht unbedeutender Theil des beim Lichtender Wälder gewonnenen Holzes verbrannt wird, umPotasche daraus zu gewinnen, Brennereien, Braue-reien, Gerbereien, Walk- und Krempelmühlen x.Eine durch die ganze Provinz verbreitete Hausindu-strie liesert viel gewalkte und ungewalkte Wollen-zeuge und auch etwas Leinen und Baumwollenstoffe.Die Fabrikindustrie ist noch unbedeutend; es gibtnur einige Eisenwerke und Gießereien, Nagel-schmiede, Papiermühlen rc. Sehr viel ist besondersin Obercauada für die Communikatiou durch bedeu-tende und kostspielige Kanäle und für Verbesserungder Postverbindungeu gethan worden; die Personen-beförderung geschieht jedoch meist auf den Wasser-straßen durch Dampfböie und auf den Eisenbahnen,deren Canada jetzt über 600 deutsche Meilen hat.Letztere bringen dein Lande ungeheure Vortheile, dienicht hoch genug angeschlagen werden können. Diegroßen Hauptlinien werden die Verkehrskanäle fürdas fortwährende Wachsthum des „Großen Westen",die Zweiglinien das Mittel sein, die Walddistrikte,die sie durchschneiden, zu bevölkern und dem Holzund Land den Werth zu geben, den schon die bloßeThatsache ihrer Existenz verleiht. Der elektrischeTelegraph geht durch jede Stadt und fast durch jedesDorf der Colonie. Der Handel Canadas concentrirtsich hauptsächlich in Quebec und nächst diesem inMontreal; die Handelsstädte im Innern des Landesbeziehen einen großen Theil ihrer Einfuhrartikel ausden Vereinigten Staaten, zum Theil auch durch denSchleichhandel, und führen Bauholz und Mehl dahinaus. Obgleich nun beide Canada zu einer Provinzvereinigt sind, so sind doch Ober- oder West-canada, Canada West, und Unter- oder Ost -can ad a, Lower Canada, nach Natur und Geschichtezwei verschiedene Länder, daher wir die frühere Eiu-theiluug beibehalten. — Die neue Hauptstadt undeine der bedeutendsten Städte von Central-Canataist Ottawa, früherBytowugenannt, anderMüu-dung des Rideauflusses in den Ottawa. Der Ri-deaukanal nennt den oberen Theil der 10,000 See-len zählenden Stadt vom unteren und wird durch8 prächtige steinerne «chleußen in den Ottawa ge-leitet. An, westlichen Ende Ottawas befinden sichdie berühmten Chaudierefälle, die an Großartigkeitund Schönheit in Amerika nur von dem 'Niagaraübertreffen werden. Ueber diesen schäumenden'Ab-grund zieht sich eine kostbare Hängebrücke, welcheOber- mit Untcrcanada verbindet. Zu dem HandelOttawas liefern die unermeßlichen jenseits derStadt gelegenen Wälder das hauptsächlichste Mate-rial, das in der Form von Brenn- und Nutzholzhier durchgeführt wird. Von diesem ächt canadischeuStapelartikel wird mehr in dem Bezirke erzeugt,von welchem Ottawa der Handelsplatz ist, als inirgend einem andern Theile Canadas, und die vonhier aus gelieferten Vorräthe versehen hauptsächlichdie aus Europa aukommeuden Schiffe mit ihrenRücksrachtladungen, sowie nicht minder die Märkteder Vereinigten Staaten, wo der Begehr nach cana-dischem Bauholz iu stetem Zunehmen ist. DieHull-Eisennuenen, etwa 7 Meilen von der Stadt
gelegen, werden mit Erfolg ausgebeutet und ver-sprechen, binnen wenigen Jahren eine Quelle bedeu-tenden Reichthums zu werden. In dem Mittel-punkte eines fruchtbaren und sich rasch entwickelndenLandes gelegen, im fast ausschließlichen Besitz desHolzhandels, mit einer unerschöpflichen Wassersülleversehen, die den Verkehr mit den Hauptorlen Ca-nadas und der benachbarten Republik erleichtert, istOttawa bestimmt, in einer nicht entfernten Periodeder Sitz einer umfassenden industriellen Thätigkeitzu werden, und wenn der Ottawa- und Georgsbai-Schiffskanal ins Leben treten sollte, wird es einenKnotenpunkt der großen Wasserstraße nach dem We-sten bilden. Zwischen Ottawa, Montreal und King-ston besteht eine tägliche Dampsbootverbindung, undauf der Ottawa-Prescott-Eisenbahn werden täglich2 Züge nach Prescott abgefertigt, wo dieselben sichzwei andern Eisenbahnen anschließen.
Obercanada hat 6500 ^Meilen mit 873,000Einw. (im Jahre 1811 nur 77,000 Einw.).Die Hauptstadt ist Aork, jetzt gewöhnlich mit demindianischen Namen Toronlo genannt, am On-tariosee, mit 23,500 Einw. und eiliem vortrefflichenHasen, vollkommen regelmäßig gebaut, mit größten-theils steinernen, zum Theil sehr ansehnlichen Häu-iern. Es ist der Mittelpunkt.für den Umsatz derProdukte der westlichen Districte und treibt einenbedeutenden Handel, besonders mit Mehl; neuer-dings sind mehrere große Dampsmühlen angelegtworden. Die frühere Hauptstadt war Kingston,am Ausflusse des Lorenzstromes aus dem Ontario-see und an der Mündung des Rideau-Kanals, mit12,000 Einw., gutem Hafen, regelmäßig gebaut,mit vielen massiven und ansehnlichen Häusern, leb-hafter Schiffsahrt aus dem See und Dampfschiffvcr-bindung mit Toronto u. a. Städten. Die Stadt hatmehrere Privatbanken <s. unter Quebec in Unter-canada). Cornwall am St. Loreuz mit 1500Einw. Brockville am St. Lorenz. 2.i00 Einw.,Dampsschisssahrt. Perth am Rikeau- und Tap-flusse, 1800 Einw., lebhafter Verkehr zwischen By-lown und Kingston auf dem Kanal. Bellevillean der 'Mündung des Moiraflusses in die Quinte-bai, mit 3000 Einw.» Getreidehandel. Cvburgam Ontariosee, 3600 Einw., mit bedeutender Tuch-fabrikation und lebhafter Verbindung mit Kingston,Toronto und Rochester in den Ver. St. Peter -borough, blühendes Städtchen mit 2000 Einw.am Otauabee, unweit des mit Dampffchiffen befah-renen Reissees, und lebhaftem Handel mit Bau-holz rc. Barrie am Simcoesee, neue, tut Aus-blühen begriffene Stadt mit 600 Einw. Hamil-ton am Ontariosee, 10,000 Einw., regelmäßig undgut gebaut, mit lebhaftem Handelsverkehr. Speedan etncin Arme des Oufeflusies, mit ca. 3000 Einw.'Niagara oder Fort George, 3200 Einw., ander Mündung des Niagara in den Ontariosee, mirgutem Hafen, Bau von Dampfschiffen und Dampf-Maschinen und lebhaftem Verkehr. St. Cathe-r i u e s am Wellandkanal, 3500 Einw., schnell an-wachsende Stadt. Simcoe, unweit de« Eriesees,ganz neue Stadt mit 2000 Einw. London amTbames, 4600 Einw., regelmäßig aber meist vonHol, gebaut, im Wachsen begriffen. A m h erstb urgau der Mündung des Detroit iu den Eriesce, west-liche Grenzstadt mit einigen Festungswerken, 100"Einw., Rhederei und Verkehr durch Dampffdsiffbauf dem See. Chatham am Thames, 15 l> 0 Ei»w.,ein ganz neuer Orr, der sich schnell vergrößert hat.