Band 
Erster Band.
Seite
280
JPEG-Download
 

Canada

280 Cananmsamc

Einw. und bedeutendem Handel mit Bauholz,Steinkohlen und Fischen. Sidney, Hauptstadtvon Eap Breton, auf der Ostküste der Insel, mitsicherem und geräumigen Hasen und sehr Vortheil-bast sür die Seefischerei gelegen, aber nur ca. 600Einw.; in der Nähe bedeutende Steinkohlengruben.Arichat aus der kleinen Insel Madame, 2000 Einw.,bedeutender Handel mit Fischen und Schiffbau.

Prinz Edwards Insel, im südlichen Theiledes St. Lorenzgolss, durch die Northumberland-straße von Neubraunschweig und Neuschottland ge-trennt; ca. 100 HtMeilen mit 72,000 Einw. DerHauptindustriezweig ist der Ackerbau, zu dem sich derBoden vortrefflich eignet; man baut vorzüglichGerste, Hafer, Mais, Kartoffeln, aber nur Sommer-weizen, dessen Ernte» auch nur unsicher sind; auchwerden alle nntteleuropLischen Gemüsearten erzeugt.Dagegen ist die Viehzucht durch die lauge Dauer desWinters erschwert. Der Handel ist unbedeutendund beschränkt sich auf den Umtausch der landwirth-schaftlichen Produkte, Bauholz, fertiger Schiffe undwenig Fische gegen englische Manufakturwaarenu. dgl. Die Hauptstadt ist Charlottetown mit5000 Einw., regelmäßig gebaut, aber größtentheilsmit hölzernen Häusern. Sie liegt an einer tief insLand gehenden Bai, in welche 3 Flüsse münden, diesehr gute Hafenplätze bilden. Georgetown, eben-falls an einer Bai und mehreren Flüssen sehr vor-theilhaft für den Handel gelegen, mit gutem Hafen,hat zwar nur 700 Einw., wird aber ohne Zweifelnoch der Mittelpunkt des Verkehrs im Golf von St.Loren; werden.

Die Insel Neufundland oder Terreneuvemit der Insel Anticosti; die erstere liegt an derSüdostküste von Labrador, von der sie durch dieStraße von Belle-Jsle getrennt ist, und hat einenUmfang von 1400 oMeilen mit 123,000 Einw.;die letztere liegt in der Mündung des St. Loren;, istaber fast ganz unbewohnt und wenig bekannt. DieBewohner leben meist sehr zerstreut längs den Küstenund beschäftigen sich säst ausschließlich mit der See-fischerei. Neben dieser treiben die meisten etwasLandbau, den die Regierung jedoch zu heben sucht,da sowohl das Klima als der Boden, besonders inder Nähe der Flußmündungen, nicht ungünstig da-für sind. Von wilden Thieren sind die wichtigstendas amerikanische Rcnnthier oder der Earibou,Füchse, Wölfe und Bären, außerdem der durch seinegroße Stärke, Gelehrigkeit und Treue ausgezeichneteneufundländische Hund. Der Fischfang wird ingroßem Umfang auf Kabliau aus der im Osten derInsel gelegenen großen Bank getrieben, welche 600englische Meilen lang, bis 200 Meilen breit ist und25—95 Faden Wasser hat. Die besten Fischreviereliegen zwischen 42 und 46" nördlicher Breite, wes-halb sich auch die Hauptniederlassungen aus demsüdöstlichen Theile der Insel befinden. Die stärksteFischerei auf den Bänken wird jedoch jetzt von denNordamerikanern und den Franzosen betrieben, dasich die Engländer mehr aus die Küsten beschränken.Die Franzosen besitzen die kleinen Inseln St.Pierre und Miquelon an der Südküste, wo siejedoch keine festen Wohnhäuser, sondern nur höl-zerne Schuppen zum Trocknen und Einsalzen derFische erbauen dürfen. Außerdem treiben die Be-wohner auch nicht unbedeutenden Robbenfang undin den Flüssen werden viel L>almen gefangen. DerWerth der Ausfuhr erreichte im Jahre 18591,357,113 Psd. Sterb; der der Einfuhr 1,323,288

Pfd. Sterb Der gesammte Tonnengehalt der an-gekommenen und abgegangenen Schiffe betrug409,586 Tons. — Die Hauptstadt ist St. Johns,der großen Bank gegenüber, an der Nordseite einesvortrefflichen Hasens gelegen, mit 15,000 Einw.Die Stadt hat einige gute massive Gebäude, aberdie meisten Häuser sind von Holz; sie besteht fastnur aus einer einzigen langen Straße längs desHafens und hat überhaupt mehr das Ansehen einerFischerstation, als das einer Regierungsstadt. Auchist die Fischerei auf Kabliau, Makrelen, Robben rc.,nebst den dazu gehörigen Arbeiten und die Versen-dung der Fische fast die einzige Beschäftigung derEinwohner. Es befindet sich hier ebensalls einePrivatbank, welche Noten ausgibt. HarbourGrace an der Conceptionbai, mit 6000 Einw., istbesser gebaut als die vorige und nach dieser die be-deutendste Stadt der Insel Trinity Harbouran der Trinitybai, mit schönem Hafen rc.

Rechnungsart und Münzen. Die Geld-währung in Canada und den übrigen britischenBesitzungen in Nordamerika, sowie auch im Gebieteder Hudsonsbaicompagnie ist zwar gesetzlich und beider Erhebung der königlichen Abgaben wie in Groß-britannien; doch rechnet man allgemein in eineretwas geringeren Währung, die sich auf die höhereTarifirung der amerikanischen Dollars und Piastergründet und Halifax- oder Canada-Valutaoder Ourrsn«;; genannt wird. In dieser gilt derDollar oder Piaster, welche die gewöhnlichen hiesigenZahlmittel bilden, 5 Schillinge, so daß 1 Psv. Cou-rant 4 Piastern oder Dollars gleichkommt. Vomnordamerikanischen Silber-Dollar und seinen Probe-pfunden ausgehend, so sind 5'/« Psd. Halifax-Cour.— 1 deutsches Münzpfund s. S. zu rechnen, dem-nach ist 1 solches Pfund Courant

— 5 Thlr. 21 Sgr. ö 1 /, Ps. preuß. Cour.

— 8 Gulden 57,,42 Nkr. im 45 Guldenfuß.

— 10 Gulden im 52'/2 Guldenfuß.

Die Kaufleute rechnen auch oft nach Dollars k 100Ceuts, welche überhaupt am häufigsten circuliren.Uebrigens ist viel Papiergeld, welches aus Currencylautet, in Umlauf, theils in Noten der verschiedenenBanken, theils in Provinzial-Schatzkammerscheinen(Iroasury-LiUss und in Promissory-Notes beste-hend. — Außer Scheidemünze von Kupfer werdenkeine besondern Münzen für Canada geprägt.

Wechselcourse. Dieselben werden besondersaus London und auf die nordamerikanischen Plätzenotirt und sind ebenso zu verstehen, wie die vonNew-Aork (s. d.).

Maße und Gewichte sind wie in Groß-britannien. Doch sind auch noch die alten englischenund die alten französischen in Gebrauch.

Canada, früheres Flüssigkeitsmaß in der spani-schen Provinz Galicien.

Canadaris, eine Gattung ostindischer und chine-sischer atlasartiger Zeuge aus Seide oder Floretseideoder Seide und Baumwolle, meist buntgestreift odergezittert.

Canadas, s. Bettdecken.

Canadelle heißt ein kleiner, sehr wohlschmecken-der Fisch, der im französischen Departement derRhonemllndungen, besonders bei Jstres gefangenund wie Sardellen eingesalzen häufig nach Italienversendet wird, wo er unter dem Namen Laoobottials eine Delicatesse gilt.

Canariensame oder Glanz, Semen cana-riense, heißt der strohgelbe, glänzende Same des