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Erster Band.
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Canton

Candis

Candis, s. K a n d i s.

Candarin, s. Condorin.

Candelae fumales, s. Räucherkerzen.

Canberras, ein weißes oder gelbliches durch-scheinendes Harz, das Aehnlichkeit mit dem Bern-stein bat nnd wie dieser zu kleinen Schmucksachenverarbeitet wird. Auf Bornéo, wo es Kanzurioder Kawz uri genannt wird, verfälscht man oftden Kampber mit den kleinen perlenjörmigen Kör-nern desselben.

Candil, s. Tandy.

Candirte Sachen nennt man eßbare, mit Zuckerüberzogene Gegenstände, wie Früchte, Wurzeln,Gewürze, Samenkörner, Blüthen rc. Einige StädteItaliens, besonders Genua, und des südlichenFrankreichs, namentlich Montpellier, Grosse, Be-ziers, Tours, Nancy rc. treiben damit einen ziemlichausgebreiteten Handel; auch von der Insel Madeiraund aus Westindien kommen dergleichen nachEuropa.

Candits, s. Datteln.

Candy ober Candil, Gewicht in Ostindients. d.).

Caneel. s. Zim mt.

Caneclholz, s Cassia.

Canelka ober Canellata nennt man in Italienkleine, mit Zucker überzogene Stückchen Zimmt;man verfertigt sie besonders in Mailand.

Canella aiba, f. Zimmt, weißer.

Canepin, s. Hühnerleder.

Cangelim, s. Rebhühnerholz.

Cangette heißt eine geringe französische Serge,die besonders in der Normandie verfertigt wird.

Caniramin, s. Bru cin.

Canna, Längenmaß im Kirchenstaat.

Cannamazos, Canhamazos oderCanna-mosas werden in Spanien die ordmairen unge-bleichten Leinen aus Westphalen, Hannover rc.genannt.

Cannefice nennt man in Frankreich die unge-reinigte Röhrencassia.

Cannelés oder Carrelés nennt man in Lyoneine Gattung reicher buntgemusterter Atlasse, und inRouen einen gemischten Stoss aus Seide und Baum-wolle oder Kameelgarn. Oannelös heißt in Frank-reich auch ein feiner Droguet, der besonders inRbeims verfertigt wird.

Cannelkohle, s. Steinkohle.

Cannequins ist eine Art weiße ostindischeBaunnvollenzeuge oder auch dergleichen lange Tü-cher, die trüber besonders nach Afrika gingen.

Cannettes sind zinnerne oder irdene Henkel-kannen, welche von Frankreich aus nach der West-küste von Afrika gehen.

Cannvcchio wird in Italien die stärkste Sortedes Weizcnstrohes zu Geflechten genannt.

Cannvnao heißt ein sehr angenehmer Muska-tellerwein, der in der Gegend von Cagliari auf derInsel Sardinien wächst.

Cannos sind seine weiße, damastartig gestreifteZwilliche zu Handtüchern, welche in der Oberlausitzverfertigt werden und nach Spanien und Portugalgeben.

Canvurges heißt eine Art französischer Serge,die früher besonders im Departement Lozère verfer-tigt wurde.

Canqucs sind leinwandartige baumwolleneZeuge, die in China verfertigt nnd dort zu Hemdenbenutzt werden.

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Cantal, Quantal oder Cantalkäse, ein sehrguter französischer Käse, der im Cantaldeparteinentin der ehemaligen Auvergne verfertigt wirb.

Cantara, früheres Weinmaß in Spanien.

Cantaro, Gewicht in Italien, der Türkei rc.

Cantenac, ein guter rother Bordeauxwein mittlerQualität.

Canteperdrix, ein sehr wohlschmeckender Muska-tellerwein aus der Provence.

Canthariden, s. SpanischeFli egen.

Canton, chinesisch Kwangtschufu, Hauptsitzchinesischer Industrie nnd Hauptstadt der gleich-namigen Provinz Chinas, am linken Ufer des Pe,der von hier an den Namen Tigre oder Tigris er-hält, daher die Bai, die seine Mündung bildet, dieBocca Tigris, chinesisch Houmene, genanntwird. Die Zahl der Einwohner wird zu 800,000bis 1,000,000 angegeben; gegen 50,000 derselbenoder noch mehr leben beständig in Kähnen undFlößen auf dem Flusse, der so weit man sehen kann,niit einer ungeheuren Menge von Fahrzeugen undFischerbarken bedeckt ist. Die Siadt ist durchKanäle mit allen benachbarten Provinzen ver-bunden und überhaupt ist die ganze Umgebungvon zahlreichen Kanälen durchzogen, so daß dieSchiffe überall zwischen den üppiggrünen Reis-seldern hinfahren. Die bewohnten Flöße auf demFlusse bilden ordentliche Straßen, in denen alle mög-lichen Gewerbe, selbst das der Wollust betriebenwerden. Die Stadt Canton hat zwei Stunden imUmfange und besteht aus 2 Theilen, der alten chine-sischen und der neuen lartarischen oder mandschu-rischen Stadt, welche von einer 25 — 40 Fuß hohenund 20—25 Fuß dicken krenclirten Mauer, durch diemehrere, durch Thore geschlossene Eingänge führen,umgeben nnd von einander getrennt sind. Die Stadtselbst ist von vielen Kanälen durchschnitten und hatmeist enge, winklige Straßen, aber l 24 Tempel, diezugleich den zahlreichen Priestern zurWobnung dienennnd in deren Borhöfen alles schlechte Gesiudel Zu-flucht findet. Eine dritte besondere Abtheilungbildet die Äausmannsstadt, in welcher sich die Facto-reien der verschiedenen auswärtigen Staaten befindenund in der auch allein die Ausländer wohnen dürfen.Jede dieser Factoreien besieht an« einem, längs desFlusses erbauten größeren oder kleineren Gebäude,vor dem die Flagge ihrer Nation ausgepflanzt istnnd hinter dem ein bis zur nächsten Straße gehenderHof mit Magazinen rc. liegt. Die englische Faciorei,die, nachdem sie im I. 1822 abbrannte, sehr schönwieder aufgebaut worden ist, hat allein einen Thurm,zu dessen Erbauung man den Borwand nahm, eineUhr daraus anzubringen, wobei man aber die Ab-sicht hatte, die Stadt durch Fernröhrc übersehen zukönnen. Die Linie der Factoreien wird rechtwinkligvon zwei Straßen durchlchnitten, in denen die Hong-kaufleute wohnen, mit denen nnd durch deren Ver-mittelung die Ausländer früher allein Handel treibendurften und die für Letztere Kaution erlegten, daß siedie Abgaben richtig bezahlten nnd daß sich die Mann-schast ihrer Schiffe gut aufführte. Die Zahl der-selben betrug 12 bis 14; sie wurden von der Regie-rung ernannt und bildeten eine besondere solidarischhaftbare Zunft. Sie mußten dem Gonverncur derProvinz für jedes ankommende Schiff sehr bedeu-tende Geschenke machen, die sich zuweilen aus 50,000Thlr. beliefert, nnd der Zoll für ein Schift betrugoft 60,000 Thlr. Seit dem Frieden zwischen Eiiglandund China iin I. 1842 haben die Plackereien von