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Erster Band.
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Canton

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Capilla

Seiten der chinesischen Behörden, denen die Ans-lander srüher ausgesetzt waren, aufgehört. Bordiesem Friedensschlüsse mußten die fremden Schiffebei der 3 Pfeilen unterhalb Canton gelegenen InselWampoa ankern und ihre Güter in kleinen Fabr-i^ugen nach den Factoreien bringen; während desWinters aber dursten sie auch hier nicht bleiben, son-dern mußten sich, wenn sie die Küste nicht ganz ver-iaffen wollten, nach Macao zurückziehen. In dieeigentliche Stadt durfte sich kein Fremder, außer inBegleitung eines Mandarinen oder einer militärischenBedeckung wagen, wenn er sich nicht den gröbstenBeschimpfungen und selbst Mißhandlungen aussetzenwollte. Canton war srüher die bedeutendste Handels-stadt Chinas, hat aber viel von ihrer Bedeutung ver-toren. Theils hat sich das Geschäft nach anderenPlätzen, namentlich Sbanghai, gezogen, theils habendie unanfbörlicheu Störungen einen großen Theildes Geschäftes nach Hongkong gesührt, und endlichhgben die Unruhen im Innern seiner Entwickelungdiel geschadet. Trotzdem wird es bei den großenGeldmitteln des dortigen Handclsstandes, bei derdort herrschenden Intelligenz und weil sich das ganzeGeschäft von und nach dem Süden dort concentrirt,immer ein wichtiger Platz bleiben, und wenn die Un-ruhen endlich einmal ein Ende nehmen, wird eswieder zu etwas größerer Bedeutung kommen. DerMeiste Handel ist in den Händen der Engländer undNordamerikaner. Im Jahre 1861 sind im Hafenbvn Canton eingegangen:

in Ladung 622 Schiffe von 179,245 Tonnenin Ballast 161 - von 59,214 -

Total 783 Schiffe von 238,459 Tonnen1854 320 - von 154,157

Unter den 1861 eingelaufenen Schiffen befandensich 124 englische, 53 amerikanische, 77 verschiedeneFlaggen, 529 Flußdanipfer und Barken. Ausge-gangen sind im Ganzen 790 Schiffe von 248,707Tonnen. Die Einfuhr betrug 1861 zusammen12,977,353 span. Dollars, die Ausfuhr 15,811,512Dollars. Die wichtigsten Artikel der Eiufubr waren:tobe Baumwolle, Bauinwvllgarne, Shirtings, euro-päische Manufacte, Longells, Nankins, Quecksilber,Blei, Opium, Reis, Rohseide und Seidenwaaren.Unter den Artikeln der Ausfubr ragen Thee undSeide überwiegend hervor. Bon ersterem wurdenfolgende Quantitäten verschifft °. 247,014,06 PikulLschwarzer Thee und 49,047,37 Pikuls grüner Thee.Der Werth des ausgcfübrten Thees wurde zu-sammen auf 9,855,612 Dollars deklarirt; der dekla-Usete Geianuntwerth der im Jahre 1861 exporlirtenSeide und Seidenartikcl beträgt 3,656,62t Dollars.Außerdem sind als Exportartikel folgende anzuführen:Porzellan, lackirte Waaren. Firnisse, Tusche, Nankin,Zucker, Reis, Indigo, Zinnntblütbeu, Cassia, Ing-wer, Cardamomen, Siernatiis, Papier, Elfenbein-,Schildkrot-, Perlmutter- und Hornarbeiteu, küust-liche Blumen, Feuerwerkskörper, Silber, Quecksilber,Zink. Packsong, Borax, Alaun, Sandelholz, Pflau-fenwachs, Kampher, Rhabarber, Moschus, Salep,Galganiwnrzeln, Ginseng re. Man verfertigt hierseidene und baumwollene Waaren, Porzellan, Perl-mutter- , Elfenbein - uuv Schildpattwaaren, Male-teien re.

Rechnung und Course. Der mexikanischeDollar ist in Canton (auch in Hongkong) die Rech-Uungseinheit. Die meisten Waarcnpreise werdenBer und in den übrigen Häfen in Piastern oder

Dollars gestellt und in diesen werden auch die fremdenWcchselcourse notirt, nämlich:

auf England und die Vereinigten Staaten vonNordamerika 6 Mon. n. Sicht in Schill. Stert,für 1 Dollar.

auf Bombai, Calcutta, Madras, 60 Tage nachSicht in Compagnierupien für 100 Dollar.

Der Cours der ostindischen Compagnierupien wirdentweder in Dollars für 100 Stück oder umgekehrtin Comp.-Rupien für 100 Dollars angegeben, derPreis des sogenannten (angeblich feinen) Siceestlbersin Procenten Aufgeld gegen Dollars. Die letzterensind jedoch nicht von ganz gleichem Werthe, indemdie sogenannten Säulenpiaster und unter diesen be-sonders die Carolus mit dem alten Kopfe immermehrere Procent höher stehen, als die neueren spa-nischen, die übrigen südanlerikauischen (sogenanntenpatriotischen) Piaster und die nordamerikanischenDollars. Das feste Verhältniß ist 18 Taels —■25 Dollars und dazu kommen einige Proccnt Auf-geld oder Verlust.

Usanzen. Die meisten Waarenpreise verstehensich für den Pikol, die der theuren Artikel meist fürden Catty. Baumwollengarn wird zuweilen pr.engl. Psd. verkauft, ebenso schwedischer Stahl pr.engt. Clr., englischer aber pr. Pikol. Ostind. Opiumwird pr. Kiste, türkisches pr. Pikol verkauft. Kanin-chenfelle pr. 100 Stück, andere pr. 1 Stück, Baum-wollenzcuge pr. Stück, Wollenzeuge ebenfalls, liroadcloths (die feinsten englischen Wollentücher) jedochpr. engl. Darb, Nankin pr. 100 Stück, Bambus-rohre pr. 1000 Stück, Messingblech und Zinnoberpr. Kiste. Die Preise von Thee, Zucker, ostind.Baumwolle und roher Seide von Nr. 1—4 werdenin chines. Taels gestellt. Cominissionsgebühren fürden Ein- und Verkaus von Waaren werden meist mit5% berechnet, für Opium, Baumwolle, Cochenille,Quecksilber, Kampher, Vogelnester, Ebelsteine,Perlenund Schiffe jedoch nur 3'’/», für Gold und Silber inBarren !»/„, fürConsignationen 1 / 2 %, für Retourenin Waaren 2 V 2 "/», in Wechseln und edlen Metallenl"/», >ür den Ein- und Verkauf von Wechseln 1%,für Delcredere und Verbürgungen auf Wechsel unddgl. 2‘/ 2 “/,,, für nicht bezahlte oder protcstirte Wechsel1%- Die Fracht nach London ist meist 5 Pfd.Sterl. für die Schiffstoune von 50 engl. Äu-bikfuß.

Handelsanstalten. Im I. 1836 haben diehier wohnenden fremden Handelshäuser eine allge-meine Handelskammer gegründet, auch bestehen Leih-banken und Leibhänier, die auf kurze Fristen und aumehrere Jahre Gelder vorstrecken.

Münzen, Platze und Gewichte s. China.

Caobaholz, s. Cedrele.

Caolin, s. Porzellanerde.

Caoutchouc, s. Kautschuk.

Cap, Cap der guten Hoffnung, s. Cap-land.

Cap - Breton, ein rother französischer Wein ausder Gegend von Bayonne.

Caperoc courondou, f. Zimmt.

Capgummi, f Gummi, arabisches.

Capicriola oder Spiceiietto <H Caplo-eio la ist der Name eines italienischen Scidenzeugsmit Einschuß von Floreiseide, der besonders ini Neapel und auf Sicilien verfertigt wird.

Capilla nennt man in Ostindien einen rothen! Farbestoff, der aus den mit rochcm Mehl überzogenen