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Erster Band.
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Caragi

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Carbo praeparatus

von Farbe, vielfach verästelt, knorpelig, fast horn-artig und biegsam, und gibt gekocht-viel dicke Gal-lerte. Es hat einen süßlich widerlichen Geschmackund enthält sehr viele «>alze, Amylum, Pektin,Algenschleim und Harz. Es quillt in kaltem Wasseraus wie Gallert; gekocht zergeht es. Um es nähren-der zu machen, kocht man es auch mit Milch oderFleischbrühe. Man benutzt es in neuerer Zeithäufig als Heilmittel gegen Husten, Brust- und ab-zehrende Krankheiten, insbesondere aber als Surro-gat der Hausenblase zum Klären des Bieres , sowieauch zur Appretur verschiedener Zeuge.

Caragi werden in der Türkei die Ein- und Aus-fuhrzölle auf Waaren genannt, und die Zollbeamtenheißen daher auch Caragi oder Caragibaschi.

Cara-Grusch werden in der Türkei die vierfachenPiaster geheißen.

Carajuru, Caracuru oder Crajuru ist derExtract oder das Satzmehl verschiedener Bignonien-arten in Südamerika, welches von den Wilden gewon-nen wird, indem sie die Aeste und die alten, roth gewor-denen Blätter dies er Pflanzen kochen und dann maceri-ren und faulen lassen, bis sich das rothe Satzmehlabsetzt, dessen sie sich zum Bemalen der Haut und zumSchutz derselben gegen Insektenstiche bedienen. Eshat in seinen physischen und chemischen Eigenschaftendie größte Aehulichkcit mit der Chica (j. b), vonder es auch eigentlich nur eine bessere Art ist, dieman schon früher in Guiana gefunden hat. Es isteine schön glänzende, violett-braunrothe, auf demStriche kupferglänzeude Masse, die sich in Wassernicht, aber in Alkohol, Aether und Oelen auflöst,geruchlos ist und nur wenig bitter schmeckt, mitFlamme brennt und viel graue Asche hinterläßt. Esfärbt sehr dauerhaft roth»und ist in neuerer Zeit ausBrasilien auch nach Europa gebracht worden.

Caramel nennt man braun gesottenen Zucker,den man znm Candiren mancher Früchte, z. B. derMaronen, zur Verfertigung von Bonbons, sowieznm Färben des künstlichen Rums und Cognacs be-nutzt. Auch versteht man darunter eine brauneFleischgallert oder Taselbouillon.

Carana, s. C e d e r n h o l z.

Caranclanes werden in Spanien und Süd-amerika die Ginghams genannt.

Carannagummi oder Carannaharz,Gummi Carannae, ein in großen grünlichschwärzlichen Stücken, die in Schilf gewickelt sind,aus Südamerika und Mexiko kommendes Gummi-harz, das von einer Palmenart gewonnen wird,frisch gelblichweiß, ins Grüne fallend und weich ist,mit der Zeit aber dunkel, hart und spröde wird. Eshat einen harzigen bitterlichen Geschmack und wenigGeruch, verbreitet aber, auf glühende Kohlen gewor-fen, einen angenehmen Geruch. In der Hitzeschmilzt es und löst sich in Weingeist, weniger inWasser auf. Es wird zuweilen zur Firuißbereitungverwendet; früher benutzte mau es in der Medizinals äußerliches Mittel. Durch Destillation wirddas Carannaöl daraus gewonnen, von rotherFarbe und angenehmem Geruch.

Carapahvlz oder Crabholz heißt das leichte,orleansrorhe und marmorirte Hol; von Larapaguianensis, eines in Guiana wachsenden hohen undschlanken Baumes, das man beim Schiffbau zuMasten und Spieren, ferner zu Dielen, Verschlagenund auch zu Tischlerarbeiten benutzt. Eine andereArt, Carapa proeera oder Trichilia procera, eben-falls aus Guiana, hat auf dem Querschnitte centrale

dmiktere Markstrahlen, welche auf dem übrigensatlasglänzenden Holze zahlreiche matte und dunklereFlecke erzeugen, wodurch dasselbe bei der Verarbei-tung ein eigenthümliches schönes Ansehen erhält.

Carapaöl oder Er ab öl ist das aus den nuß-artigen Früchten der Carapa guianensia durch Aus-pressen gewonnene, dickflüssige, bntterartige, fetteOel, welches die Indianer bereiten. Es ist hellgelbvon Farbe, von bitterem Geschmack, den es aberdurchs Kochen verliert, und scheidet sich bei l8"Wärme in ein dünnflüssiges Oel und ein festesFett. Die Indianer benutzen es zum Brennen,wobei es eine sehr reine Flamme gibt, besonders aberzum Salben der Haare, und man findet es zu die-sem Zwecke auch aus der Toilette creolischer undeuropäischer Dame», indem nian den unangenehmenGeruch desselben zu beseitigen weiß. Auch verfertigtman mit Kali eine weiche und mit Natron eine harteSeise daraus und benutzt es ferner in der Medizinals wnrmtreibendes Mittel.

Caraparinde. Die Rinde von Carapa gmanen-sis ist sehr harzig, von schwarzbrauner Farbe undbitter schmeckend, der Chinarinde ähnlich. Sie ent-hält als Hauptbestandtheil ein weißlich bitteres At-kaloid, das Carapiu.

Carass heißt eine Art dichtgewebter seiner Fla-nelle, die hauptsächlich in Mähren verfertigt werdenund nach Jtatien gehen.

Caravajarinlie, s. Chinarinde.

Carbolein nennt man zuweilen eine Mischungvon Coaksstaub, Steinkohlenklein, Theer, Sägespäneund dergl., die in Ziegelsteinform zusammengepreßtsind und ein sehr concentrirtes Heizmaterial geben,wobei zugleich die sonst werthlosen Abgänge benutztwerden.

Curbolsäure, Acidum earbolicum, Phenyl-säure, Phenyloxydhydrat, Phenol, Spi-rol, Phenalkohol, Salicon, wird bei dertrocknen Destillation der Steinkohlen gewonnen undist ein dem Kreosot sehr ähnliches, farbloses Oel, dasaber auch aus andern Stössen dargestellt werdenkann. Es brennt mit rußender Flamme, hat denGeruch wie Kreosot, schmeckt scharf, bricht das Lichtstark und hat antiseptische Eigenschaften. Es wirddaher oft für Kreosot verkauft. In der Technik hates die größeste Bedeutung dadurch erlangt, daß ausihm mittelst Ammoniak das jetzt so viet verwendeteAnilin dargestellt wird. Das specifische Gewicht be-trägt 1,005. Außerdem ist die Carbolsäure alsDesinsectionsmittel bewährt, Man braucht nur dieWände eines Gesäßes mit einer dünnen Schicht da-von zu bedecken und anatomische Präparate undThiere halten sich Jahre lang unverändert, wennman den Zutritt der Luft verhüret. Auch Jnjectio-nen mit wässeriger Lösung dieser Säure couservirensolche Präparate sehr gut. Zu Heilungen vonmancherlei Hautkrankheiten wird sie gleichsalls ver-wendet. Durch Eiseuchlorid prüft man ihre Aecht-heit, welches bei ihr eine violett btaue Färbung gibt,was beim Kreosot nicht der Fall ist.

Carbonas baryticus praecipitatus, 1 -Schwererde.

Carbonetti heißt eine Art genueser Korallenvon ganz dunkler, fast schwarzer Farbe.

Carbonicum sulphuratum, s. Schwefel-alkohol.

Carfionuieux heißt ein weißer Bordeauxweinerster Klasse, der bei Billenave d'Oruon wächst-

Carbo praeparatus, s. Kohlen.