Chasscrronnes
Ccylon 296
ganz umgebenen Fort vertheidigt, in dessen Mitteein97 Fuß hoher Leuchtthurm steht. Ferner giebtes hier eine Bibelgesellschaft, einen Verein für christ-liche Erkenntniß, Missiousgesellschaft und viele Co-cosnußölfabriken. In der Umgegend an der Küstebefinden sich große Zimmtpflanznngen und die Stadtist überhaupt der Hauptsitz des Zimmtbandels undder Ausfuhr sämmtlicher Produkte der Insel. Dochhat sich in neuerer Zeit auch der Handel von Tri n-komale oder Trinkonomale sehr vermehrt.Diese Stadt liegt an der Ostküste, hat 15,060 Einw.und einen der besten Häfen Ostindiens, welcher eineStation der englischen Flotte ist. Ferner sind zuerwähnen: die britische Station Revera-Jlia,11 Meilen von Kandi, 7000 Fuß hoch in äußerstmildem Klima aus einer Hochebene gelegen; dieStadt Jasnapatam aus der sehr fruchtbaren undstark bevölkerten Insel Jasna unweit Trinkvmale,und der kleine aus ca. 150 Häusern bestehende Hasen-ort Point de Galle oder Punto Gale an derSlldwestkllste, welcher ein Landungsplatz der ostin-dischen Dampfschiffe ist. Zwischen letzterem undColombo ist ein elektrischer Telegraph angelegt undvon Colombo nach Kandi sührt eine Eisenbahn.
Rechnung und Zahlwerth. Seit 1825 istdie Rechnung nach Pfunden a 20 Schillingeä 12 Pence Sterling, deren Zahlwerth jedochauf der Annahme der verschiedenen hier umlaufendenMünzen beruht. Die englischen Goldmünzenwerden nach ihrem Nominalwerthe angenommen,die britisch-ostindischen Compagnie-Rupien circu-liren zu 2 Schillingen, die spanischen Silberpiasterzu 4y 3 Schillingen oder 52 Pence. Nach der Gel-tung der Compagnie-Rupie wäre das hiesige PfundSterling — 6 Thaler 12 Sgr. ö, 4 Pfg. preußischzu rechnen. England ließ für die Colonie besondereKupserstücke zu % Penny oder % Farthing prägen.Es circuliren jetzt hier viel Regierungsschatzscheinezu 1 £ und Noten der Orientalbank (s. London),so wie der ehemaligen Bank von Ceylon. deren Ge-schäfte von der Orientalbank fortgesetzt werden.Während der niederländischen Herrschaft und bis zumJahre 1825 war die Rechnungswährung auf Ceylonund vornehmlich in den holländischen Niederlassungennach Reichsthalern zu 12 Fauams ä 4 Pice ä 3Chalies, und es gingen gesetzlich 12'%, solcher Reichs-thaler auf die Mark f. Silber. Indessen war in derletzten Zeit der Werth derselben weit geringer ge-worden , denn im Jahre 1825 wurde der Thaler imenglischen Tarif nur zu 1% Schilt. Sterl. angesetzt,so daß man den Werth desselben nur ohngesähr zuV- Thlr. im 30Thlr.-Fuß, oder % Fl. tm 52V,Fl.-Fnß annehmen und mithin 60 Stück der-selben auf das Münzpsund s. Silber rechnenmuß.
Wechselcourse. In Colombo werden folgendeCourse notirt:
auf London, pr. 6 Monate und 1, 2, 8 Monatesowie 1 Tag nach Sicht +. 7 Proc. Disconto,d. i. 93 Psd. Sterl. hier für 100 Pfd. Sterl.Wechselbelauf;
auf Calcutta, Bombay und Madras, pr.30 und 60 Tage nach Sicht in Schill. undPence für die Compagnierupie;
auf China (Canton rc.) 60 Tage nach Sicht± 208 Sicca-Rupien für 100 spanische undmexikanische Piaster Wechselbelauf.
Disconto 9 = 12% pr. Jahr.
Platzgebräuche. Wechsel-Delcredere 2%°/«',Commission aus Rimessen, auf Ein- und Verkaufevon Wechseln und edlen Metallen 1 %•
Maßeund Gewichte. Längenmaß ist dasenglische. Maß für trockne Dinge: 1 Last =9% Amonams ä 8 Parrahs ä 2 Marcals a 2%Coornies ä 4% Seers ä 4 gestrichene Chundoos.1 Parrah ist — 25, 424 Liter und enthält 30—35engl. Psd. Kaffee, Pfeffer 27—30, Salz 52—55,Reis 42—46 engl. Pfd. 1 Garce — 200 Parrahs. —Flüssigkeitsmaß: 1 Leaguer = 75 Welts ä 2alte engl. Weingallons ä 2 Canades a 2 Quart ä16 Drams; 1 Leaguer — 567, 78 Liter. 1 LeaguerArack wird beim Einkauf zu 80, beim Verkauf zu75 Welts gerechnet. — Als Handelsgewicht bedientinan sich besonders für ausländische Waaren in derRegel des englischen; der hiesige Candy oder BaharIst = 500 engl. Pfd. adp., — ca. 227 Kilogrammen;1 Garce — 9256% engl. Psd., in der Stadt Kandisoll erjedoch nur 450 ehemalige Amsterdamer Pfd. odera. 222% Kilogr. wiegen. Die eingeborenen Singa-lesen haben noch besondere Maße, die aber noch sehrunbestimmt und auch nicht genau bekannt sind. —Der Ballen Zimmt enthält ca. 92% engl. Pfd. adp.
Ceylonischer Chrysolith, s. Turmalin.
Ceylonisches Eisenholz, s. Nagasholz.
Ceylonmoos, Fucua oder Muscus amyla-ceus, heißt eine Art Seegras oder Alge, die imindischen Meere, namentlich au den Küsten von Cey-lon vorkommt und seit Kurzen: uack Europa gebrachtworden ist, wo es anstatt des isländischen Moosesund des Caragbeens empfohlen wird. Es ist hell-bräunlich oder strohgelb von Farbe, schmeckt schleimigund giebt ein schleimiges Decoct.
Cha heißt in China ein sehr leicht gewebtes glattesSeidenzeug, das sehr häufig zu Sommerkleidungenbenutzt wird.
Chaa oder Tschaa, s. Thee.
Chabadschurinde heißt eine in Persicn als Heil-mittel gebrauchte Wurzelrinde von unbekannter Ab-kunft. Sie ist rolhbraun von Farbe, geruchlos undvon schwach adstringirendem Geschmack. Alkoholzieht aus ihr einen schönen bräunlichrothen Farbe-stoff aus.
Chaharrorinde, s. Alcornocorinde.
Chablis heißt ein sehr guter weißer Burgunder-wein , der bei dem gleichnamigen Dorfe wächst undvon dem viel in Frankreich verbraucht, aber auch nachdem Auslande gesandt wird.
Chaberts Del, Oloum empircuniaticumChaberti, ist ein Produkt der Destillation desstinkenden Hirschhorngeistes mit 3 Theilen Terpen-tinöl, welches in der Thierheilkunde gegen Würmergebraucht wird. Mit einer geringen Abänderung inder Bereitung wird es unter dem Namen Oloumcontra Taeniam Chaberti gegen den Band-wurm angewendet. Es ist klar und fast farblos,sehr übelriechend und muß gegen den Zutritt derLust und des Lichtes geschützt werden.
Chacarilla s. Cascarille.
Chacvli heißt ein rother spanischer Wein aus derProvinz Biscaya.
Chadecs uennt man in Frankreich die einge-machten Früchte einer Art des Citronenbaumes vonBarbados.
Chaerophyllum bulbosum, s. Kälber-kropf, knolliger.
Chafferoonnes, heißen ostindische buntgedrucktebaumwollene Halstücher, die besonders nach den