Champagnerweine
Lhagni
297
französischen Lolonien gehen, wo die Frauen sie umden Kopf binden.
Chagni, ein rother Burgunderwein 3. Klasse,der bei dem gleichnamigen One im Departement derSaoue und Loire wächst.
Chagrin oder Chagrain nennt man aus eine be-sondere Art zubereitetes starkes und hartes lohgares Le-der aus Eselshäuten und auch aus den äußersten Thei-len des Rückens und den Lenden der Pferde häute. Eshat auf der Narbeuseite tauter kleine Erhöhungen,welche dadurch hervorgebracht werden. daß man dieHäute nachdem sie in Wasser erweicht und vonH-aren, Fleisch, Fasern und dgl. sorgfältig gereinigtsind, in einem Rahmen gleichmäßig ausspannt unddann die (Leinen runden Saamenkörner einer ArtMelde, Lbeuopoäiuin album, entweder vermittelsteiner Presse oder durch Treten milden Füßen hinein-drückt. So wird die Haut getrocknet, dann durchschlagen von den Körnern befreit und mit einemlcharfen Instrumente so tief beschabt, als die Ein-drücke der Körner sind. Werden die Häute dannwieder eingeweicht, so treten die Stellen, wo dieKörner die Masse zusammengedrückt hatten, emporUnd bilden die Erhöhungen. Hierauf werden dieHäuie, welche die nieisten Farben leicht annehmen,gefärbt. Am häufigsten ist der meergrüne; derupthe ist der theuerste, weil er mit Cochenille gefärbtwird; außerdem särbt man ihn blau, schwarz, asch-grau, weiß rc. Man verfertigt den Chagrin be-sonders in Persien, der Bucharei, Astrachan, Kon-stantinopel rc.; geringer sind die aus Syrien und vonder nordasrikanischen Küste kommenden Sorten.Man verwendet ihn im Orient hauptsächlich zuMesser- und Säbelscheiden, zum Ueberziehen vonBestecken und dgl. In Deutschland und andereneuropäischen Ländern wird auch unächter Chagrainaus Ziegensellen oder Corduau bereitet, aus dem mandie Erhöhungen durch das Pressen mit heißenKupferplatten hervorbringt. Er ist viel geringerals der ächte, von. dem er sich besonders dadurchunterscheidet, daß sich die Oberfläche abschält. Erwird zuweilen zu Bllchercinbänden, zum UeberziehenUon Kästen, Bestecken, Uhrgehäusen und dgl. ver-endet. — Die Fischhaut ls. d.) wird zuweilenauch Chagrin genannt.
Chagrin nennt man auch eine Art schmale seidene,zuweilen mit Gold oder Silber durchwirkte Borte....Chagrintafft nannte man einen früher gebräuch-wen kleingetüpfelten Tafft von verschiedenen Farben.L.s^hain, Kette, ein englisches und schottisches
' ä -!mlanb, der Kunde eines Detailisten, daherhalandise, Kundschaft.
Chalcedon, s. Calcedon.
Chalder, Steinkohlenmaß in Schweden, s. d.
. Chaldron, Hohlmaß sür Steinkohlen, Kalk rc."Zng.land, s. d.
Males, f. Shawls.
.. ^Mlon oder Chalong, auch Soy genannt, ist» leichter, einfach geköperter Wollenzeng von hartem^arrmigarn, der auf der einen Seite durch warmessru?^ ^lanz erhalten hat. Plan verwendete ihnab-^ häufig zu Unterfuttern, Vorhängen rc., jetztrab et uur noch etwa zu Theater- und Maske-dk^uauzügen gebraucht. In England und den Nie-h,I la 5.., eu werden noch Chalons verfertigt, die nachaeb "wkn, nach Japan, China, der Südsee rc.^^U' die englischen sind meist scharlachroth von" rve und ungepreßt. Breite Gattungen nennt man
in England Rosettas und Antiloons. InDeutschland verfertigt man sie noch zuweilen aneinigen Orten in Thüringen, Hannover rc.
Chalosses ist eine Gattung guter rother undweißer Weine aus der Landschaft la Chalosse im fran-zösischen Departement der Heiden, welche meist überBayonne nach dem nördlichen Europa versandt wer-den. Die weißen sind in der Regel besser als dierothen, die einen herben Geschmack haben.
Chalotten, s. Schalotten.
Chaly, Chalyuet oder Chalinette, ist einseiner geköperter. Zeug, entweder aus ganz feinemweichen Kammgarn unb Seide, oder aus ersteremallein gewebt. Der Grund ist meist weiß und mitlebhaften bunten Blumen oder anderen Mustern be-druckt. Man verfertigte ihn ursprünglich in Frank-reich, dann aber auch an vielen Orten in Deutsch-land, sowohl i» ganzen Stücken, als auch in der Ge-stalt von Tüchern, Shawls, Westen rc. ; jetzt ist er je-doch wieder aus der Mode gekommen.
Chain heißt ein in mehreren Gegenden desasiatischen Rußlands und in der Bucharei verfertigterdichter baumwollener Zeug von schwarzer, blauer,grüner odcr rosenrolher Farbe, der besonders von denKalinücken gekauft wird.
Chamäleon, inineralisches, s. Kali, man-gansaures.
Chamaemespilae, s. Brustbeeren.
Chambertin, eine der feinsten Sorten rotherBurgunderweine 1. Classe von schöner Farbe, vielWürze, angenehmer Blume, vortrefflichem Geschmackund Kraft, der in der Umgegend von Gevray iln De-partement Cüte dOr gewonnen wird; s. Bur-gunderweine.
Chamberyweine sind sehr gute rothe Weine ausder Gegend der gleichnamigen Stadt in Savoyen,mit schöner Farbe, Körper und angenehmem Ge-schmack.
Chambolle, ein sehr angenehmer, geistreicher unddauerhafter rother Burgunderwein L. Classe, der inder Nähe von Nuits wächst.
Chamery, ein guter rother Champagnerwein3. Classe, der bei dem gleichnamigen Orte in derNähe von Rheims gewonnen wird.
Chamottesteineoder Charmottesteine nenntman eine Art sehr sester, dem stärksten Hitzgrade wi-derstehender Steine, die hauptsächlich aus den pulveri-strten Kapseln, in denen Porzellan und dgl. gebranntworden, verfertigt werden. Sie werden, mit Thonvermauert, besonders zu Mauerwerk, das fortwährendstarker Hitze ausgesetzt ist, verwendet.
Chamottetiegel, s. Schmelztiegel.
Champagnerweine, eine bekannte, allgemeinbeliebte Gattung französischer Weine aus dem De-partement der Marne und zum Theil auch aus denender Ardennen, der oberen Marne und der Aube, wosie aus einem weißen, talkartigen, hier und da auchstark mit Kieselerde vermischten Boden wachsen. DieHaupteigenschast, durch welche sich die Champagner-weine in der ganzen Welt so viel Freunde erworbenhaben, ist neben ihrer angenehmen Leichtigkeit undihrem lieblichen Geschmack, das Schäumen odcrMous-siren derselben, obgleich sie dadurch eigentlich einen, imVerhältniß zu ihrer Qualität sehr hohe» Preis er-halten, denn die meisten Champagnerweine sind,wenn sie nicht moussiren, nichtsweniger als besondersedle Weine. Unparteiische Kenner wollen sogar be-haupten, daß, wenn unsere deutschen Schaumweinefrüher verfertigt worden wären, als der ächte mous-