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Erster Band.
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Chilimrs

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China

Maße und Gewichte. Seit dem 1. Januar1860 sind französische Maße und Gewichte fs. Frank-reich) sowohl im Engros- wie im Detailhandel ein-geführt. Bis dahin waren bis aus wenige Aus-nahmen die spanisch-krstilischen (s. Spanien) im Ge-brauch. Steinkohlen und Guano werden häufignach dem englischen Ton (hier Tonelada genannt)verkauft, auch schließt man Schiffsfrachten für dasenglische Ton, nach Frankreich aber für den französ.Tonneau de mer ab.

Chilimes find schöne buntgemusterte Teppiche,Bett- und Sophadecken, aus Seide oder Wolle undLeinen, welche in Slavonien verfertigt werden.

Chilisalpeter, s. Natron, falpetersaures.

Chillies werden in England die Schoten desCayennepfeffers genannt.

Chillum heißt in Ostindien ein Tabak, der mitZucker, Gewürzen, Opium und Salz zubereitet istund von den reichen Orientalen geraucht wird.

China, das chi nesische Reich, großes Land inAsien, das in Bezug aus den Flächenraum nur vonRußland übertreffen wird, aber viel mehr Ein-wohner enthält als dieses, überhaupt an Volksmengealle Länder der Erde übertrifft. Das ganze chine-sische Reich erstreckt sich von 20—56° nördlicher Breiteund von 86—162° östlicher Länge und sein Flächen-inhalt beträgt 250,000 s^ Meilen. Es grenzt imNorden an Sibirien, im Osten an das Weltmeer,im Süden an Annam, Birma, Neapel und Hindo-stan, im Westen an Turan. Die Zahl der Ein-wohner beträgt 395 Millionen, von denen aus daseigentliche China allein 860 Will. kommen. Dasganze Land zerfällt in 5 Haupttheile, nämlich: das.eigentliche China, Tübet, die Mongolei oderHochasien, die Mandschurei oder das Amur-land und die Halbinsel Korea. Wir sprechenhier nur von dem ersteren und verweisen wegen derübrigen aus besondere Artikel. Das eigentlicheChina, von den Chinesen das Reich der Mitte(Tschungkue) oder die B lum e der M it t e (Tschnng-hoa) genannt, liegt (mit Einschluß der Insel Hainan)zwischen 18Va und 4flVa° nördlicher Breite und 114und 140° östlicher Länge, 61,342 Hs Meilen groß,mit 360 Will. Einw., grenzt im Norden an dieMongolei (Hochasien) und die Mandschurei, imOsten an das chinesische Meer, im Süden an Annamund Birma, im Westen an Tübet und Hochasien.Den größten Theil der nördlichen Grenze bildet dieberühmte chinesische Mauer, ein Riesenbau, der sichaus einer Länge von 250 Meilen vom Meerbusenvon Petscheli bis iiber den Fluß Hoangho hinaus er-streckt und, hin und wieder in mehrere Arme getheilt,iiber Berge bis zu 1000 Fuß Höhe und überFlüsse führt. Sie wurde zum größten Theil im5. und 6. Jahrhundert, das Stück jenseits des Ho-angho im 15. und 16. Jahrhundert, zum Schutzgegen die Einfälle der nördlichen Bolksstämme er-baut , wird aber jetzt, da sie keinen Zweck mehr hat,dem Verfall preisgegeben. — Der mittlere östlich nachdem Meere zu gelegene Theil des Landes, welchervon den beiden Hauptflüssen durchströmt wird undwahrscheinlich durch die Alluvionen derselben gebildetwurde, ist eine große, flache, aber äußerst fruchtbareund von zahllosen Kanälen durchschnittene Ebene,mit vielen stehenden Gewässern und Sümpfen. Dannerheben sich im Norden, Westen und «üben hoheund steile Gebirge, die Anfänge des asiatischen Hoch-landes, deren Gipfel zum Theil mit ewigem Schneebedeckt sind. Sie sind im südwestlichen Theile, nach

Tübet zu, am höchsten und machen das Land fastunzugänglich, da nur wenige steile Paffe darüberführen; auch find diese Gegenden noch viel wenigerbekannt, als die nach der Küste zu liegenden Theiledes Landes. Bon dem Hochgebirge herab kommenzwei große Ströme, der Hoangho, der einen Wegvon 4—500 Meilen zurücklegt, und weiter südlichder Jantsekiang, nach dem Maranhon der größte! Fluß der Erde; beide ergießen sich, in geringer Ent-fernung von einander in das gelbe Meer. Außermehreren ansehnlichen Nebenflüssen derselben sindnoch die Küstenflüsse Peiho, Euho und Tuho,sowie die Landseen Tontinghu von 120 undPoyanhu von 60 sHMeilen, welche mit dem Jant-sekiang in Verbindung stehen, zu erwähnen. DieSchifffahrt an den Küsten ist durch Sandbänke undUntiefen sehr erschwert, desto mehr aber im Innerndes Flachlandes durch die unzähligen Kanäle er-leichtert, die es in allen Richtungen durchschneidenund unter denen sich der große Kaiserkanal, der größteder Welt, besonders auszeichnet. Er ist gegen 120I Meilen lang, 200 bis 1000 Fuß breit, und geht zumTheil in künstlichem Bette und aus Dämmen oderI Brücken durch Seen, Moräste und über Flüsse hin-weg. Straßen giebt es dagegen gar nicht, sondern| nur Fußwege. Auf den Kanälen und Flüssen aber,

! welche durch ein dichtbevölkertes, mit Städten undDörfern bedecktes Land führen, von dem jederI Quadratfuß sorgfältig angebaut ist, herrscht ein! reges Leben von unzähligen größeren und kleinerenFahrzeugen und selbst Hunderttausende von Menschen1 leben beständig auf Kähnen und Flößen auf denj Flüssen. — Das Klima ist im nördlichen Theile des^Landes weniger mild als im südlichen Europa, inden höheren Gegenden sogar rauh; auf dem Flach-! lande und in den wärmeren Thälern des Südensherrscht dagegen indische Temperatur und Vege-tation. — Die Produkte des Landes sind zahlreichund namentlich das Flachland, das mit der größtenSorgfalt und Emsigkeit angebaut wird, ist reich da-ran. Es ist die Kornkammer des Landes, aberdemohngeachtet reichen feine Bodenerzeugnisse nichthin, um die ungeheure Bevölkerung und die un-fruchtbaren Gebirgsgegenden zu ernähren. Dieeigentliche Viehzucht des Landes ist nicht bedeutend,aber die vielen Fische in den Gewässern, die Wasser-und Sumpfvögel und das Fleisch vieler Thiere, dasvon Europäern verschmäht wird, wie der Pferde,Esel, Hunde, Katzen, Ratten rc., sowie hauptsächlichder Schweine, liefern in Verbindung mit der Ein-fuhr aus anderen Ländern den nöthigen Nahrungs-stoff. Das wichligste Nahrungsmittel und dasHaupterzeugniß des Landes ist der Reis, dessen Au-bau allgemein verbreitet und dem der nasse, großen-theils snmpfige Boden des Flachlandes sehr günstigist. Da er meist im Lande verbraucht wird, so wirdnur wenig davon ausgeführt, doch bildet er einenwichtigen Artikel des Einfuhr- und Zwischenhandels.Baumwolle, darunter auch gelbe von tlossypruwreligiosnm, wird ebenfalls in großer Menge erbautaber auch meist im Lande verbraucht. Die Haupt-ausfuhrartikel bestanden bisher, trotz der groß-artigen Manuichfaltigkeit der Naturprodukte desReiches, blos in Seide und Thee. Die Hauptdistriktefür die Seidenzucht liegen im nördlichen Theile derProvinz Tsche-kiang und die Hauptmärkte für Seidesind die Städte: Hut-tschau-fu, Hang-tschau-fu,Rea-hing-fu, Nantstnund Schuhing, welche sämmt-lich in einem Umkreise von 100 bis 150 Meilen von