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Erster Band.
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Chinarinde

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Chinarinde

oder in Kisten, die in solche Haut eingenäht sind.Sie besteht gewöhnlich aus mehreren unter einandergemengten Sorten, die in Eurova sortirt werden.Man hat von der Rinde wohl an öl) Arten unter-schieden, weit mehr als es Arten Bäume derselbengibt, ein Beweis, daß die aufgestellten Unterschei-dungsmerkmale nicht genügen. Diese beziehen sichtheils aus die äußere Form und Farbe, tbeils auf denchemischen Gehalt. Allein die Art des Einsammelnsund des Schälens der Rinde, wie auch das Alterund der Standort der Bäume machen, daß man wohlStücke derselben Arten für Berschiedene gehaltenhat. Im Allgemeinen kann man sie der Farbe nachin graue, braune, gelbe und rothe eintheilen,ungerechnet viele unächte Sorten. In den Preis-couranten werden meist nur die folgenden aufge-führt: a) Graue Loxa-China oder Kronen-china, Oortox Chinae Loxae griseus oderfuscus, gilt für die beste; es sind dünne, einfachoder doppelt zusammengerollte lange, häufig mitweislichten Flecken besetzte Rohren, von der Dickeeines Federkiels bis zu der eines kleinen Fingers.Sie ist äußerlich hellbraun oder hellgrau von Farbe,meist mit Flechten bedeckt, mit tief eindringendenQuerrissen, im Bruche kaum faserig, harzglanzend,innen zimmtbraun von Farbe, mit ebenem und glat-tem Bruche (zwischen Oberhaut und Rinde erschei-nen'gegen die Sonne gehalten, kleine glänzende Pünkt-chen), der Geschmack läuerlich und gelinde zusammen-ziehend, dann bitter, der Geruch dem modernden Holzeähnlich. Das Pulver davon ist zimmtfarben, dunklerbei den geringern Sorten. Sie kommt von Oin-chona scrotoculata. Weil sie im Pfunde nur 10 GranChinin und 12 Gran Cinchonin enthalt, ist sie jetztbei weitem weniger geschätzt als früher und als diefolgenden Sorten, welche viel niehr von diesen Al-kalviden enthalten, d) DiespanischeKönigs-china, 6.Ch. rogiao, hat den Namen daher, weil siefrüher zum Gebrauch des spanischen Hofes in zinner-nen Kästen von Cadix nach Madrid gesandt wurde.Sie stammt von Cinehona eondaminea, kommt aberselten im Handel vor. Sie hat eine lebhaft gelbeFarbe und einen durchdringenden Geruch, der vondem modrigen der gewöhnlichen Chinasorten ganzverschieden ist. o) Die Calisayachina, 6. Oh.Calisaya, ebenfalls Königschina genannt undauch zu den gelben Sorten gehörend, hat eine mehrröthere Färbung und wird daher oft zu den rochengerechnet. Sie sängt schon an selten zu werden durchden großen Verbrauch, stammt von Cinehona angus-tifolia und kommt entweder als bedeckte, oninepidermide, oder als u nbedeckte, sineepidermide, vor. Die erstere besteht aus Röhren,die oft mehrere Zoll dick sind, mit rauher, höckerigerOberhaut, breiten Längsrunzeln und tiefen Quer-rissen, oder aus flachen Stücken, 0h. regiaplana, diemeist aus Splint bestehen. Die äußere Farbe istbräunlichgelb, graubraun, rostgelb oder ocker- bisröthlichgelb, wegen der häufig daran sitzenden Flech-ten aber erscheint sie meist graulichweiß. Inwendigist sie zimmtbraun bis rothbraun, der Ouerbruchglatt, der Geruch schwach lohähnlich, der Geschmackanfangs säuerlich, dann sehr bitter. Das Pulverdavon ist zimmtbraun. Sie enthält 60—80 GranChinin im Pfunde. Die unbedeckte sind geschälte,fast ganz aus Bast bestehende Stücke, meist lang,theils zusammengerollt, theils flach und braungelbvon Farbe. Das Pfund enthält 90 — 95 GranChinin (Martins tvill in einem Pfunde 286 Gran

. gefunden haben) und sie wird daher hauptsächlich von1 den Chininfabriken benutzt. Ein durch Aufguß vonWasser kalt daraus bereitetes, rothbraunes Extrakt- wird in den Apotheken geführt. Ein weingeistigesi Extrakt ist schwärzlichbraun und seine Auflösung! trübe, d) Die graue Huanaco- oder T)ua-nacochina,0. 0h. Yuanaeo, von Cinch. glan ädulifera, kommt in geschlossenen oder gerollten Röh-ren mit sehr dünner Borke, zarten Längsrunzeln undseinen Querrissen; die Oberfläche ist milchweiß bisgraulichweiß, meist mit vielen Flechten bedeckt, dieinnere Seite hell zimmtbraun, der Ouerbruch ziem-lich glatt, Meruch thonartig, Geschmack anfangs zu-sammenziehend säuerlich, dann anhaltend bitter.Das Pfund enthält 100—110 Gran Cinchonin.Das aus dieser Rinde kalt bereitete wässerige Extraktist braun und osficinell. e) Rothe China, 0. 0h.ruher, von Cinch. colorata; besteht gewöhnlich ausdicken flachen oder gebogenen, bis 2 Fuß langen undeinige Zoll breiten Stücken. Die ungleiche rauhe,höckerige Außenfläche hat tiefe Längsrisse und Fur-chen, die Innenseite ist rothbraun bis orangefarbig,der Ouerbruch dunkel rothbraun, faserig, glatt,etwas glänzend nnd kurzsplitterig; der Geruch istschwach, der Geschmack stark bitter und etwas zusam-menziehend. Eine durch Farbstoffe künstlich erzeugteRöthe wird erkannt, wenn man die Rinde durchwarmes Wasser ausziehen läßt; die Farbstoffe werdendadurch ausgezogen. Das Pulver erscheint dunkel-braun. Das Pfund enthält 32 Gran Cinchonin1 und 64 Gran Chinin. Sie ist jetzt am theuersten,i da gegenwärtig der Werth der Chinarinde sich nach! der Menge der darin enthaltenen Alkaloide richtet,t) Braune oder Huamalischina, 0. Ch.Hua-malis, von Cinch. hirsuta, besteht aus Röhren,selten aus flachen Stücken, roth- oder lederbraunvon Farbe, die Außenfläche meist der Länge nach ge-runzelt, hier und da mit Warzen besetzt, selten mitQuerrissen; die Innenfläche fein gestreift, oft glatti und rostbraun von Farbe; der Ouerbruch ziemlich! glatt; der Längsbruch eben; Geruch und Geschmack! der vorigen ähnlich. Sie enthält besonders Cinchonin! in unbestimmten Verhältnissen. Die warzige wird fasti doppelt so theuer bezahlt als die andere, g) .Gelbeoder Karthagenachina, 0. 0h. flavus oderCarthagena; unter diesen Namen werden zweiSorten aufgeführt: Harte, durus, und faserige,fibrosus. Beides sind meist flache, seltener halboder ganz gerollte Stücke, von verschiedener Stärke.Die erstere, welche von Cinch. lanceolata und cordi-folia kommt, ist auf der Außenseite meist eben undglatt, fast ohne Querrisse weißlich oder gelblich, anabgeriebenen Stellen gelbbraun bis zimmtbraun;der Ouerbruch kurzsplitterig, die Innenfläche derdünnen Rinden glatt und feinfaserig, der dickerenstark splitterig; der Geruch dumpfig, der Geschmack'' bitterer und gewürzhafter, aber weniger zusammen-j ziehend, als bei andern Rinden. Das Pulver davon! ist gelbroth, weich und zieht leicht Nässe an. Dasj Pfund enthält 56 Gran Chinin und 43 Gran Cin-! chonin. Die faserige stammt von Cinch. pur-purea, hat eine weißliche Oberhaut, die aber wie diei korkartige Borke meist abgerieben ist, so daß die äußere! Fläche dunkel rostbraun erscheint; die Innenfläche istHeller und sehr feinfaserig, der Ouerbruch langsplitte-i rig, der Geruch schwach, der Geschmack wenig bitter-! lich. h) Blasse Denn- oder Jaenchina,0. 0WJaen, von Cinchona ovata, eine büuiic, leicht zer-brechliche Rinde in geschlossenen schiefen Röhren, »nt