Chinarinde
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Chinasäure
aschgrauer, weißgrauer oder blaßgelber, weicher, fastschwammiger Außenseite, dunkel zimmtbrauuer Unter-fläche, ebenem oder mit kleine» Fäserchen besetztemQuerbruche. Der Geruch ist schwach lohartig, derGeschmack säuerlich, wenig zusammenziehend undschwach bitter. Sie enthält nur 12 Gran Chinin imPfunde, i) Dunkle Denn- oder Jaenchina,0. 6b. Pseudoloxae, kommt wahrscheinlich vondem nämlichen, nur an feuchten Orten wachsendenBaume, wie die vorige, von der sie sich hauptsächlichdurch die rostbraune oder schwärzlichgraue Farbeuutericheidet. Sie hat unregelmäßige Ängsruuzeln |und Querrisse und ist meist sehr reichlich mit Flech-!ten besetzt. Sie enthält nur wenig wirksame Be -1standtheile und ist überhaupt unwichtig, b) 6. 0b. jr Vbiginosus, hat Aehnlichkcit mit der Königs-china und der faserigen gelben, und soll reich an Gehalt isein, kommt aber selten vor. Bon den übrigen Sorten, 1die aber sämmtlich von geringer Wichtigkeit sind, nen-!neu wir noch folgende: Lima-oder silbergraueChina, hat Aehnlichkeit mit der Huanaco; neue odersurinamischeChina, dunkelgraubraun, mit Flech-ten besetzt, unter der Oberhaut zimmtbraun mit dunk-leren Flecken, enthält einen eigencnStvfs. Chinova-ditter genannt; weiße China unter der abgerie-benen Oberhaut rvstgelb mit schwarzbraunen Flecken;Maracaibochina, Oberhaut graulich, innen dnn-'Elgelb, enthalt sehr viel Chinin und Cinchoniu ;Pi-so y a ch i n a, weißgelbliche und weißgefleckte Oberhaut,Mnen röthlichgelb, enthält außer einem eigenen Alka-loid auch viel Chinin und Cinchonin, die schon mit Was-ser ausziehbar sind, daher ein dem schwefelsauren Chi-nin analoges, aber viel wohlfeileres Präparat darausbereitet werden kann. In neuerer Zeit ist eine süd-amerikanische Chinarinde unter dem Namen Neu-granadarinde nach New-Bork gekommen, welche j'/ 3 so viel,Chinin als die Calisaya enthalten soll, iaber nur ohngesähr 1 / 9 so viel kostet, nämlich 14—16 'Cents, während der Preis der letzteren l 1 ^—1 ’/a,Doll. ist. — Außer diesen ächten, von der Cinchona;sianimenden Chinarinden gibt es noch mehrere u n -!achte oder falsche, die von anderen Bäumen kom- jsau, und zwar in vielen Eigenschaften den ächten!^bneln, aber die eigenthümlichen Chinaalkaloide nicht ;erhalten, weshalb sie auch jetzt ganz außerGebrauch ^Sskommen sind. Dahin gehören z. B. die Cusco- *11 übe, von unbekannter Abstammung, der China.rubigi uosa ähnlich, enthält ein eigenes Alkalvid, >Cusconin oder Aricin genannt; Cornova-^s'n de, von einem unbekannten Baume aus Brasi-^wn, n. A. aus Ostindien; neue brasilianische^ssche China, von Buena bexandra, welche in ,^rasilien gegen Fieber angewendet wird; China. r »siliensis do Ninas, von ßcmigia ferru-IfChina VvnNeapel,V 0 NLucullagratissima ;w Ostindien; ostindische China, von Hvmeno- :uictyon excelsum in Ostindien; China von ^heo-!^ase,von llyinenodictyon fiaccidum; China von
j, — mwc uuu oomaicaniXostemma caribaeum ;S t. S lt c
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ren-
; oder Piton
, -«>., coer Vergeyina, von Lxostomma üori-vuudum aus den Antillen; T e e a m e z -, P i t o y a -"er zweifarbige China, von einem noch nichtmnau bestimmten Baume u. m. A. — In den Apo-
— wird die Chinarinde gewöhnt nur nachDicke sortirt und zwar in drei Sorten: Oortex^biuae optimus, die beste, dünuschäligste, höchstens
von der Dicke eines Federkiels und in aufgerolltenRöhren; 6. Ob. inedins, in stärkeren und zuweilenflach gebogenen Stücken; 6. Ob. Ordinarius, nochdickere, bis daumenstarke und meist flach gebogene.Die Kraft und Wirksamkeit der Chinarinden leidetdurch das Alter nicht sehr, wofern sie nur vor Zu-tritt von Luft und Feuchtigkeit verwahrt werden.Um die Aechtheit der Chinarinden zu prüfen, hatman folgende Mittel: Man verdünne ein Decoet derRinden mit vielem Wasser und setze braunes, salz-saures Eisen dazu. Wird diese Mischung grün ge-färbt , so waren die Rinden ächt. gibt es jedoch einenschwarzen Niederschlag, so waren die Rinden unächt.Eben so werden die Abkochungen von falschen Rin-den eine Auflösung von Tischlerleim fällen, so daßein käseartiger Brei entsteht, wogegen durch ein De-coct guter Rinden gar keine, oder nur eine geringeFällung bewirkt wird. Im Allgemeinen gibt manals Kennzeichen einer guten Chinarinde an, daß sieaus dünnen Röhren besteht, außen braun oder grau,rauh und runzelig, inwendig zinimtfarbig oder gelb-roth aussieht und aus dem Querbruche harzig glän-zende Punkte hat; sie soll einen bitteren, etwas bal-samischen und zusammenziehenden Geschmack, einenetwas dumpfigen und sein gewürzhaften Geruchhaben und darf nicht leicht, wurmstichig, holzig oderfaserig sein. — Die wesentlichen Bestandtheile derChinarinde, welche in mancherlei Gestalt in der Me-dizin benutzt werden, sind die beiden AlkaloideChinin und Cinch onin, sowie das Chinoidinwegen denen wir aus besondere Artikel verweisen,wie auch auf Aricin, Dalleiochin, Rusiochin, Melan-ochin, Chinidin, Cbinon, Chinasäure, Chinaroth,Chinovasäure, Cinchonin. Andere Bestandtheileder Rinde sind: Gerbstoff, Stärkemehl, Fett, flüch-tiges Oel, Gummi und Harz nebst vielen Salzen.Die verschiedenen Präparate, welche aus der China-rinde gewonnen oder durch Zusatz derselben bereitetwerden, sind außer den schon erwähnten China-chokolade, Chinaextract undChinapomadefolgende: Chinaabsud, Chinaanfguß undzwar: kalter, warmer, weiniger (C h i n a w ei n) undgeistiger oder Chinatinctur, von der es einfache,zusammengesetzte und flüchtige gibt; ferner Chiua-gallerte, Chinasirup, Chinakassee, China-morscllen u. a.; sie sind sämmtlich keine Han-delsartikel, daher wir uns mit der namentlichen Auf-führung derselben begnügen.
Chinaroth ist nur der durch den Sauerstoff derLuft roth gefärbte Gerbstoff oder Gerbsäure der China-rinde. Dieser hat eine schwach gelbliche Färbung, wirdaber in der Luft schnell rothbraun, das Chinaroth bil-dend, welches durch Brechweinstein gelb, durch Essig-säure rothgefällt wird. Es wird noch wenig verwendet.
Chinasäure, Acidum Chinae, eine aus derChinarinde in Form kleiner, durchsichtiger, geruch-loser weißer Krystalle, von saurem und scharfem Ge-schmack, die sich leicht in Wasser auflösen, dargestellteSäure, die bis jetzt nur in der Chemie verwendetwird. Sie krystaüisirt in durchsichtigen Blättchen,aber sehr schwer, kommt daher meist als eine sirup-artige Flüssigkeit in den Handel. Ganz rein kry-stallisirt sie in rhombischen Säulen. Süiit Basen gibtsie die chinasauren Salze; auch steht sie an der Spitzeeiner Reihe von chemischen Stoffen, die aus ihr her-vorgehen, wie das Chinon u. a. — Die C h i n a -
gerbsäure, Acidum cinchotannicum , ist einegelbe, harte Masse, jedoch leicht löslich. Sie ist vonadstringirendem Geschmack, aber nicht bitter.