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Chinin
Chinasilber nennt man galvanisch versilbertesNeusilber, welches besonders in Birmingham zu allenGerathen wie ächtes Silber verarbeitet wird. InDeutschland giebt es Fabriken davon in Berlin, Wien,Dresden rc.
Chinawurzel, Radix Chinae, von dem inChina, Japan und dem nördliche» Asien wachsendenChinastrauche, Smilax Chiua, kommt in zweiverschiedenen Sorten vor. Die eine, aus Asien stam-mend, ist beinahe faustgroß, knotig und schwer, miteiner glatten, rothbraunen Rinde überzogen, die einschwammiges, röthlichweißes, zuweilen auch festesund nach der Mitte zu dunkelbraunes Mark um-schließt; sie ist geruchlos und von schleimigsüßem,fadem Geschmack. Zum Unterschied von einer anderenleichteren Sorte, welche aus Mexiko und Südamerikakommt, nennt man diese schwere Chinawurzel,R. Ch. ponderosa. Sie enthalten viel Stärke-mehl , Gummi, Smilacin, Harz, Zucker und einenrothen Farbestosi, der im Wasser löslich ist. Dieasiatische Wurzel ist besser als die anierikanische.
Chinchilla heißen die als Pelzwerk zubereiteten
g elle eines besonders im nördlichen Chili und inberperu lebenden Nagethieres, der Lhinchilla,Eriomys Chinchilla, oder Callomys laniger. Manunterscheidet eigentlich zwei Arten derselben, vondenen es jedoch noch nicht ausgemacht ist, ob siewirklich von einander verschieden sind, nämlich:a) Die kleine oder Goldchinchilla, Eriomysminor oder Callomys aureus , ist ohne den Schwanzetwa neun Zoll lang, hat schwarzes Haar, auf demRücken mit langen, gelblichweißen Enden, dieSchwanzhaare gewöhnlich rostbräunlich. b) Diegroße Chinchilla, ohne den Schwanz gegen 13Zoll lang, die Haare aus dem Rücken tief blaugrau,niil einem glänzend silberfarbigen Ansehen und hinund wieder dunklerem Anfluge, Bauch, Innenseiteder Schenkel und Füße reinweiß. Beide habeneinen außerordentlich feinen , weichen Pelz, der znseinen Müßen, Verbrämungen und dgl. verarbeitetwird und sehr geschätzt ist. Sie kommen hauptsäch-lich von Valparaiso und Buenos-Ayres nach Euro-pa ; die Bauche sind gewöhnlich davon abgeschnitten.
Chine nennt man in Frankreich die Zeuge mitgeflammten Mustern, und man sagt daher auch imDeutschen chinirt.
Chinesergekb, s. Ocher.
Chinesisches Gras, s. Chinagras.Chinesisches Holz, s. Veilchenholz.Chinesisches Wasser ist eigentlich der mitBranntwein verdünnte Likör, in welchem die chine-sischen Citronen (s. Citronen) eingemacht nachEuropa kommen. Man ahmt es jedoch auch nach,indem man unreife Citronen mit einigen Orangen-blüten mit Spiritus destillirt und den nöthigenZucker hinzusetzt, oder auch unreife Citronen undeinige Pomeranzen nebst etwas Citronenöl mit Spiri-tus digeriren läßt und versüßt. Das ächte ist ost kupfer-haltig, da die Citronen in kupfernen Gefäßen kommen.
Chinesisch Roth ist der in dem Saflor enthal-tene rothe Farbestoff, welcher mit Hülse eines Alkalisdaraus gezogen und dann durch eine Pflanzensäuregefällt wird. Er kommt in flüssiger und trocknerGestalt in den Handel. Das beste hat eine schillerndegrünliche Oberfläche, während die weniger gurenSorten mehr eine bräunliche Farbe haben. Eswird zum Malen benutzt. S. auch Safflorroth.
Chi» ettenstrüinpfe , G r i s e t t e n st r ü m p f e
oder Chrisittstrümpse nennt man eine Art ge-
wirkter baumwollener Frauenstrümpfe mit winkel-förmigem Muster um den Zwickel.
Chinin, Kinin vder Ouinin, Chininum,ein Pflanzenalkaloid, das nebst dem Cinchoninden wirksamen Bestandtheil der Chinarinde bildet.Es findet sich besonders in der Königschina undüberhaupt in den rothen und grauen Chinasorten,während die braunen mehr Cinchonin enthalten.Beide Alkaloide werden vermittelst Schwefelsäureoder Salzsäure aus der Rinde ausgezogen, danndurch wiederholtes Krystallisiren, Niederschlagen re.von einander getrennt. Das Chinin krhstallsirt nurschwer in kleinen, seidenglänzenden, farblosen Nadeln;meist bildet es eine poröse, schmutzigweise Masse, diesich zwischen den Fingern wie Harz zusammendrückt,in der Wärme schmilzt und sich endlich unter Ent-wickelung von Ammoniak zersetzt. Es löst sich kaumin 200 Theilen Wasser, leichter in Weingeist undnoch leichter in Aether, sowie in allen verdünntenSäuren auf, mit denen es krystallisirende Salzebildet. Wegen der schweren Löslichkeit wird dasreine Chinin in der Medizin selten angewendet, wohlaber folgende Verbindungen desselben mit Säuren:a) Schwefelsaures Chinin, Chininum sul-phuricum, das gebräuchlichste und wirksamste, be-steht aus zarten, seidenartig glänzenden, etwas bieg-samen Krystallen oder länglichen Blättchen, die sichnicht leicht im Wasser lösen und einen sehr bitterenGeschmack haben. Verfälschungen desselben durchSalicin, einem dem Chinin ähnlichen Stoffe ausWeidenrinde, erkennt man daran, daß es sich beimZusatz von concentrirter Schwefelsäure roth färbt;beigemischter Zucker, Stärkmehl und Stearinsäureda-gegen verursachen eine schwarze Färbung. Auch mitseidenartig krystallisirtem Gyps unv mit Mannil(Mannastoffj wird es verfälscht; ersterer wird durchAlkohol entdeckt, in welchem sich derselbe nicht auflöst;letzterer durch absoluten Alkohol , welcher nur den! Mannit auflöst. Häufiger ist die Verunreinigung! mit Cinchonin, die sich durch Aether nachweisen läßt, in! welchem sich Cinchonin säst gar nicht auflöst. b)Sa lz-l s aures Chinin, Ch. muriaticum , wird durch1 Zersetzen des schwefelsauren mit salzsaurem Baryt ge-, Wonnen. Es ist ein Weißes, in kleinen, perlmuttergläu-\ zenden, biegsamen Nadeln krystallisirtes, in Wasser,
> Weingeist und Aether ziemlich leicht und vollkommen^ lösliches Salz von bittrem Geschmack, es Essig-saures Chinin, Ch. acotionm, aus reinem, in
« Essigsäure aufgelöstem und zur Krystallisation abge-I dampstem Chinin gewonnen, bildet weiße, seiden-; glänzende Nadeln, die sich etwas schwer in kaltem«Wasser auflösen, d, Blausaures oder eisen-jblausaures Chinin, Ch. hydrocyanicunv,wird durch Zerlegen des schwefelsauren mit eisen-blansaurem Kali gewonnen, bildet grünlichgelbeNadeln von sehr bittrem, zugleich der Blausäure äbn-lichem Geschmack, die sich leicht in Weingeist, abernicht in Wasser auflösen, e) HydrojodsauresChinin, Ch. hydrojo di cum, schwefelsauresChinin mit hydroiodsaurem Kali zerlegt , ein blaß-gelbes, in Wasser nicht, in Weingeist leicht auslös-liches Pulver, welches bitter und etwas nach«schmeckt. f) Phosphorsaures Chinin, Ch.Iphosphoricum, auf ähnliche Art wie die vvl-i stehenden mit Phosphor bereitet, ist ein farbloses,
> bitter kühlend schmeckendes Salz. Außer dieleni Chininpräparaten hat man in neueren Zeiten noch« mehrere andere bereitet, die fast sämmtlich weißei Pulver bilden. Dahin gehört: Das arseniksaure