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Erster Band.
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Chimdin

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Chios

(f- Arsenikchinin); das baldriansaure, 6bini-“»m yalerianicum, krystallisirt in perlmutterglän-Jettben Tafeln, aus einer Lösung des reinen Chininsin Baldriansäure von bitterem Geschmack undschwachen Geruch nach der Säure; das china-laure, Oh. chinicum, aus letzterem und China-säure dargestellt, zu den in Wasser leicht löslichenPräparaten gehörend und ein weißes Pulver bil-dend; das citronensaure, 6b. vitrivum, weißeKrystalle, im Wasser schwer löslich; das Milch-säure, Oll. laotivum, zuerst vonL. Bumaparte dar-gestellt, bereitet durch Zersetzung von schwefelsauremChinin mit milchsaurem Kali. Es bildet perlmutter-

& ide, weiße Warzenkrystalle und wird wegenleichten Löslichkeit besonders empfohlen; dasanissaure, 6b. anisicum, ist das theuerste undwird wenig gebraucht; das salpetersaure, 6b.vitrivnm, in weißen, bittern Nadeln krystallisirend,die im Wasser sich schwer lösen; das gerbsaure,Ob. tannicum, eine Fällung von schwefelsauremChinin mit reiner Gerbsäure, sehr adstringirendschmeckendes, grau-weißes bis röthlich graues Pulver,welches auch als sehr wirksam gegen Fieber empfohlenwird; das Weinsteinsaure, 6b. taitarioum, bil-det seidenglänzenbe Nadeln; das Harnsäure, 6b.uricum, das bernsteinsaure, 6b. succinicum,und das ameisensaure, 6b. tormioioum, werdenaus Chinin und den betreffenden Säuren gebildet,find aber weniger in Gebrauch. Mehr dagegen dieaus Eisen gebildeten Doppelsalze, wie eisencitro-bensaures, 6b. lernt-citricum, granatrotheSchuppen aus 4 Theilen citronensaurem Eisen und1 Theil citronensaurem Chinin, leicht löslich, sehrbitter; eisenblausaures, Ob. ferro-hydrocy-anicum, grünlich gelbe, sehr bittere Nadeln, unlös-lich in Wasser; eisenjodsaures, 6b. ferro-joda-tum; eisenbaldriansaures, Ob. ferro-valeria-nicum rc., die sämmtlich in der Heilkunde verwendetwerden. — Mit Ausnahme von 4 Atomen Wasser,!bildet das Chinin das Chinidin oder Cincho-l>n, welches in großen Säulen krystallisirt unddurch Zutritt von Lust undurchsichtig wird. Leitet'"an meine wässerige Lösung von Chinin Chlorgas,!° wird dieselbe roth. Behandelt man das schwefel»saure Chinin aus gleiche Weise, und setzt manAmmv-Makflüssigkeit hinzu, so entsteht ein grüner Nieder-Mag, welcher Dalleiochin, ein grünes, körnigesPulver gibt. Bei Darstellung desselben entsteht noch^ne dunkelrothe Substanz, das Rusiochin und im^ückstande bleibt das Melanochin, welches ge-schmacklos und schwarz ist. Diese Berbindungenhaben bis jetzt nur für die Chemie Interesse. — Dieborstehenden Chininsalze werden sämmtlich in che-bnschen Fabriken verfertigt; das schwefelsaure wendeto>an fast allein gegen Wechselfieber an; die übrigenluid noch wenig oder nicht im Gebrauch, aber zu demdämlichen Zwecke vorgeschlagen.

Chinidin, s. Chinin.

. Chinienwurzel , Raäix 6binlon oder 8ou-|* n , eine aus China kommende, federkieldicke, cylindri-M, gewundene, außen gerunzelte und etwas schuppige,vruchige Wurzel, gelbroth von Farbeund den Speicheliaffrangelb färbend, geruchlos, von sehr bittrem, anhal-endem Geschmack, die nieist in zoillaugen Stückchenn?^ommt. Sie soll von Ibalivtrum sinense, nach_nberen »Ott Ophioxylon serpentinum stammen. IniT re st a * 8 vorzügliches Magenmittel und auch

^'^fivopa gegen Kolik, Indigestion rc. angewendet;vch ist sie selbst in ihrem Baterlande sehr theuer.

Chinoidin, nennt man eine braune, harzige, inder Kälte spröde, in der Wärme erweichende Masse,welche bei der Darstellung des Chinins als Neben-produkt gewonnen wird. Sie ist geruchlos und sehrbitter von Geschmack, in kaltem Wasser nur wenig,in Alkohol leicht auflöslich und kommt in Gestaltbrauner Tafeln vor. Es ist eine Mischung vonChinin oder Cinchoniu mit einem harzigen Extrac-tivstoff; doch halten es Andere auch für eine eigen-thümliche Substanz. Da es bedeutend billiger istals Chinin, wird es in der Armenpraxis an dessenStelle angewendet.

Chinoiserien nennt man besonders in Frank-reich allerhand wirklich aus China kommende, zu-weilen aber auch nachgeahmte Gegenstände, nament-lich Geschirre und Pasen von Porzellan und Zau-deren Massen, verschiedene andere kleine Geräthe,geschnitzte und gedrechselte Gegenstände von Holz,Horn, Schildpatt, Elfenbein, Miniaturmalereienu. v. a. mit denen reiche Leute ihre Zimmer dekorirenund die oft theuer bezahlr.werden. In Frankreich undEngland und zum Theil auch in Deutschland sindsie daher ein förmlicher Handelsartikel geworden.

Chinolin, s. Leukol.

Chinon, ein aus der Chinasäure bei Destillationderselben mit Schwefelsäure und Braunstein erhal-tenes, chemisches Produkt, welches goldgelbe, glän-zende Krystalle bildet. Sie haben beim Schmelzeneinen höchst stechenden, Thränen hervorrufenden,jodähnlichen Geruch. Für die Chemie ist das Chi-non durch die große Reihe von daraus entstehendenneuen Körpern höchst wicbtig. Mit Ammoniak giebtes dasChinammon, oderChinonamid, einesmaragd-grüne Ärystallmasse. Mit Salzsäure bilden sichfarblose Prismen. Mit schwefliger Säure oderZinnchlor bildet sich das Hydrochinon, zuerstgrüne, schillernde, dann farblose Krystalle, geruchlosvon süßlichem Geschmack. Das grüne Hydrochinon,welches bei durchsallendem Lichte roth erscheint, ge-hört zu den schönsten Produkten der Chemie. Außerden genannten liefert Chinon nochChloranit (s.d.)grünes Chlorhydrochinon, gelbes Sulfhy-drochinon, Chinonsäure u. a.

Chinovasnure, Acidum chinovicum, entstehtaus dem in den Chinarinden entbaltenen Chino-v i n, einem weißen, geruchlosen, sehr bittern Pulver.Sie ist eine schwache Säure, ein gelbes Krystallmehl,oder mikroskopische Rhomben, oder eine amorpheMasse darstellend, die wenig Geschmack hat, abermit Alkalien gelöst, äußerst bitter wird. Sieist in Wasser und Weingeist, aber wenig in Aetherlöslich. Chinovin und Chinovasäure werden oftmit einander verwechselt. Ersteres heißt auchCh inovabitter.

Chinqueritowird inWestindim eine Art junger,nock nicht abgelagerter Rum oder Tastn genannt.

Chints oder C h i t s nennt mau in England feinegeblümte Zitze oder Kallikos. Die schönsten mitkrapprothem Grundehcißen Full-Chints, andereSorten Ilalf-Ohiuts; die mit Blumenmustern,welche zu Kleidern, aber auch zu Möbelüberziigen,Gardinen und dergl. verwendet werden, nennt manauch Millefleurs.

Chios, Skio, türk. Ssakis Adassi, türklsche,an der Westküste von Kleinasien gelegene, meist ge-birgige und steinige Insel von 12 ^Meilen, gut be-wässert mik schönem Klima. Vor 1822 hatte siegegen 130,000 Einw., im genannten Jahre aberwurde sie von den Türken erobert und die meisten