Chiqucs
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Chlorblri
Einwohner niedergemacht oder weggeführt, so daßnur 16,000 übrig blieben, die sich bis jetzt auf 00 bis60,000 vermehrt haben. Die Insel ist besonders be-rühmt wegen ihres Mastix und vortrefflichen Weines;der erstere wird meist in 24 steuerfreien Mastix-dörfern gewonnen und jährlich gegen 50,000 Lrr.davon ausgeführt. Außerdem erzeugt sie Seide(70,000 Pfd. jährlich), Südfrüchte, besonders Feigen,und Marmor, meist schwarzen. Die auf der Ost-seite liegende einzige Stadt Skiooder Saki warim Alterthum sehr wichtig und hatte vor 182230,000, jetzt kaum 15,000 Einw. Sie hat einenHasen mit zwei Leuchtthürmen, gute Rbede, ist meistdorfähulich gebaut, hat aber einige schöne Straßen,Kirchen und Kapellen, Moscheen, Bäder, Hospitäler,Landhäuser rc. und fabrizirt baumwollene und sei-dene Waaren.
Chiques heißt im südlichen Frankreich eine ge-ringe rohe Seide von solchen Kokons, in denen dieRaupe durch Hitze getödtet worden ist und die nurzu Nähseide verarbeitet werden kann.
Chirographarisch heißt auf einer Handschriftberuhend; daher chirographaristber Gläu-biger oder Chirographar, ein Gläubiger, derals Beweis seiner Forderung nur einen Wechsel,Schuldschein oder sonstige Handschrift besitzt, oderdessen Forderung nur auf den Notizen in denHandlungsbüchern beruhtj, daher auch Buch gläu-biger genannt. Ebenso heißt der Schuldner des-selbench'irographarisch er oder Buchschuldner.Dem chirographarischen Gläubiger ist derhypothe-karische und der Pfandglänbiger entgegenge-setzt, deren Forderung durch Verpfändung einesGrundstücks oder eines andern Pfandes gesichert ist.
Chirurgische Instrumente sind alle diejenigenWerkzeuge, deren sich der Wundarzt zu seinen ver-schiedenen Operationen bedient. Die meisten der-selben sind zum Schneiden, Stechen, Bohren, Sägenund dgl. bestimmt; diese müssen aus dem besten ge-härteten Stahl versertigt, mit großer Sorgfalt, feinund dauerhast gearbeitet und sehr gut geschlissen sein.Sie werden von besonderen Jnstrumentenmachernverfertigt, deren es in den meisten großen StädtenDeutschlands, wie in Berlin, Wien, München,Würzburg, Leipzig rc. giebt und die gewöhnlich auchdergleichen Instrumente aus anderen Stoffen,namentlich aus Silber, Messing, Elfenbein, Holz,Kautschuk rc. entweder selbst anfertigen oder nachihrer Anordnung anfertigen lassen. AusgezeichneteInstrumente liefert Frankreich, besonders Paris,Nogeut im Departement der oberen Marne undMontpellier, und sie bilden daselbst einen bedeuten-den Ausfuhrartikel, auch nach außereuropäischenLändern. Viele einfache stählerne Instrumente, wieScheeren, Messer, Lanzetten rc. verfertigen auch dieMesserschmiede und die Stahlwaarensabriken inDeutschland, England und Frankreich. Die Chirur-gische-Justrumentenmacher verfertigen auch gewöhn-lich Bandagen, wie Bruchbänder, Suspensorien,Fontanellbäuder, orthopädische Apparate, Mutter-kränze und dergl.
Chits, s. Chints.
Chitse oder Chize, s. v. a. Beutel in derTür kei, s. d.
Chlor, C hlorin oder Halogen, Clilorium,ein einfacher Stoff, der bei gewöhnlicher Temperaturals ein gelbes, ins Grüne spielendes Gas von höchstunangenehmen, erstickendem Geruch und 2 tU spezi-fischem Gewicht erscheint, in der Kälte und unter
einem Drucke von 4—5 Atmosphären aber in einetropfbare, sehr flüchtige und bewegliche Flüssigkeitvon gelbgrünlicher Farbe verwandelt werden kann.Es wirkt beim Einathmen, wenn es nicht sehr ver-dünnt ist, höchst nachtheilig auf die Lungen und zer-stört überhaupt alle organischen Körper, namentlichauch die Pflanzensarben in feuchtem Zustande, unddarauf beruht seine Anwendung zum Bleichen undin der Färberei. Thierische Miasmen und übel-riechende Dünste zerstört es ebenfalls, weshalb'mansich desselben auch zur Desinficirung eingeschlossenerRäume, ausgeleerter Hospitäler, Leicheuzimmer rc.bedient. Es findet sich in der Natur nie frei, son-dern stets an Metalle, besonders au Natrium imKochsalze, in großen Steinsalzlagern und im Meer-wasser gebunden. Es ist nicht brennbar und auchdie Kohle brennt darin nicht fort, wohl aber Phos-phor, Schwefel, Spießglanz, Kupfer und Quecksilbermit blendendem Lichte. Das Chlor geht mit diesenKörpern und noch vielen andern, Verbindungen einund ist daher für die Chemie von größter Wichtigkeitgeworden. Selbst init dem Kohlenstoff vereint es sichund bildet ein K o h I e n st o s f ch l o r ü r, eine feste kry-stallisirbare Masse, ein Kohlen st off superchlorür,Krystalle nach Äampher riechend, und ein Kohlen-stoffchlorid, eine wasserhelle, brennbare Flüssigkeit.(Die wichtigsten dieser Verbindungen sind in denfolgenden Artikeln ausgeführt.) — Man bereitet esfabrikmäßig durch Vermischung von Kochsalz undBraunstein mit verdünnter englischer Schwefelsäure,oder Braunstein und Salzsäure, in großen bleiernenRetorten, und indem man das sich entwickelndeChlorgas über heißem Wasser oder gesättigter Koch-salzlösung auffängt. Eine neuere, wohlfeilere Me-thode besteht darin, daß man 1 Theil Salzsäuredampfmit 2 Theilen atmosphärischer Lust durch ein glühen-des Rohr leitet, wobei unter Wasserbildung Chlorfrei wird. Seine Anwendung geschieht in Verbin-dung mit anderen Körpern, besonders mit Kalk (s.Chlorkalk und die übrigen folgenden Artikel).
Chloräthcr, s. S a l z ä r h e r.
Chlorätherid , s. Chloroform.
Chlvraluminium bildet sich, wenn Thonerdeund Kohle in Chlorgas erhitzt werden. Es entstehengelbe, flüchtige, an der Luft rauchende, leicht zersließ-liche und leicht lösliche Krystalle. Sie dienten , be-sonders früher, zur Darstellung des Aluminiums.
Chlorammonium, krystallisirt in feinen Nadeln,die einen sehr styptischen Geschmack haben und flüchtigsind. Es findet bei der Photographie Anwendung.
Chloranil, entsteht durch Einwirkung von chlor-saurem Kali und Salzsäure aus verschiedene orga-nische Körper, wie z. B. Chinon, Indigo, Anilm,Jsatin rc.; es sind hellgelbe, seidenglänzendc, weniglösliche Krystalle, die aus heißem Alkohol in blassen,schillernden Krystallen ausscheiden. Es ist für dieChemie wichtig, da verschiedene andere Verbindungendaraus hervorgehen. Mit verdünnter Kalilauge be-handelt, entsteht daraus die Chloranilsäure,rothe Krystallblättchen, die in Wasser gelöst, eineschöne rothe Färbung geben. Im Ammoniak wirdes mit blutrother Farbe gelöst, wobei sich dasChloranilammon, (braune Krystalle) bildet,welches durch Schwefelsäure oder Salzsäure schwarzeKrystalluadeln von ausgezeichnetem Glänze bildet.
Chlorblei, B l e i ch l o r i d, Plumbum chloratum,findet sich in der Natur als Horublei vor, wird auch