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Erster Band.
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Chlor-Brom

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Chlorkalk

künstlich bereitet durch Fällung von Bleisalzenmittelst Salzsäure und bildet feine Nadeln, Blättchcnoder ein krystallinisches glänzendes Pulver. MitZusatz von Mennig und Salmiak wird daraus dasKasseler Gelb bereitet.

Chlor-Brom, eine Verbindung des Broms mitdem Chlor ist eine gelblich rothe, sehr flüchtige Flüssig-keit, von scharfstechendem Geruch, die jetzt besondersbei der Photographie verwendet wird. Eben so derChlor-Bromkalk.

Cblorcalcium, s. Kalk, salzsaurer.

Chlorcyan, kommt in drei Formen als Gas, inflüssiger und fester Form vor, die alle 3 giftig sind.Das Gas ist farblos von widrigem Geruch bei —18° zu farblosen Nadeln erstarrend, das flüssigeChlorcyan hat einen ebenso widerwärtigen Geruchund krystallisirt gleichfalls in einer Kälte von — 7°;das feste Chlorcyan auch Chlorprussin genannt bildetfarblose Nadeln und Blättchen; in der Chemie findendiese Stoffe Verwendung.

Chlorcyanäther bildet sich, wenn Chlorgas ineine Alkohollösung von Cyanquecksilber geleitet wird.Es ist eine dicke, ölartige Flüssigkeit von 1,, 2 spec.Gew., welche eine rothe Flamme gibt.

Chloreisen, oder, jenachdem es mehr oder weni-ger Chlorgehalt besitzt, E i s e n ch l o r ii r oder Eisen-Alorid genannt. Das erstere, welches am wenigstenChlor enthält, erscheint im reinen, wasserfreien Zu-stande als weiße, atlasglänzende Blättchen oderWürfel, verunreinigt als eine feste, grau- oder bunt-steckige Masse von blätterigem Gefuge; im wasser-haltigen Zustande bildet es gerade, rhomboidischcSäulen, Tafeln oder Octaöder von bläulichgrünerFarbe. (S. auch Eisenoxydul, salzsaurcs.)Das Eisen ch l o rid, Ferrum muriatum oxydula-tum oder oxydatum, welches um die Hälfte mehrChlor enthält als das Chlorür, erscheint wasserfreiin braunen, schwach metallglänzenden Tafeln oderin prächtig regenbogenfarbenen Blättchen; wasser-haltig in rothen oder orangefarbigen durchsichtigenTafeln, oder als blaßgelbe, zartfaserige, strahligkrystallinische Masse. Beide Präparate ziehen an derbust Feuchtigkeit an und zerfließen zu einer dunkel-braunen Flüssigkeit von herbem Eisengeschmack,Eifenöl, Oleum Llartis genannt. Das Chlor-ellen wird zur Darstellung verschiedener chemischerPräparate, wie der Lichtbilder, benutzt.

Chloretum Baryi cum aqua, s. Schwer -erde.

Chlorformyl, s. Chloroform.

Chlorgoldnatrium, s. Gold, salzsaurcs.

Chlor-Jod , eine Verbindung des Chlores und>>ods, die in 2 Stufen vorkommt; Jod verbindet sichl^cht mit Chlor, indem jenes das Chlorgas reichlichgbsorbirt. Die zuerst entstehende braune Flüssigkeitm Jod chlorür, die bei fortgesetzter Zuleitung vonEhlorgas zu einer festen, gelben Masse, dem I o d -^lorrd, wird. Das Chlor-Jod findet in derEhemie, zur Darstellung von Lichtbildern und in derTechnik Verwendung.

Chlorinäther, s. Salzäther.

Chlorisatin, Chlorisatinsäure, s. In-digo.

Chlorkali, Kali chloratum (nicht zu verwechselnsillt chlorsaurem Kali, s. d. >, eine blaßgelbe Flüistg-fcßn berb alkalischem Geschmack und chlorähii->chcm Geruch, welche bereitet wird, indem man ent-eder Chlorgas in eine Auflösung von kohlensauremÄalt leitet, oder eine kalt bereitete Lösung von käuf-

lichem Chlorkalk mit kohlensaurem Kali fällt, Nurdurch Verdunsten im luftleeren Raume kann sie infester, krystallinischer Form erhalten werden. Siewird unter dem Namen Javellesche Bleich-flüssigkeit oder Lau de Javelle zum Bleichen,zur Zerstörung schädlicher Gerüche und Ansteckungs-stoffe, zum Entfuseln des Branntweins rc. benutzt;s. Bleichflüssigkeiten.

Chlorkalium, salzsaurcs Kali oder Dige-stivsalz, 8al digestivum Sylvii, findet sichin der Natur nur spärlich im Steinsalze, in mehre-ren Salzsoolen, im Meerwasser, in vulkanischenAuswürfen, häufiger in der Asche vieler Pflanzen,auch im Thierreiche. Man erbält es als Neben-produkt bei verschiedenen technisch-chemischen Ope-rationen , beim Salzsieden, bei der Fabrikation deschlorsauren Kalis, des Salpeters, des kohlensaurenNatrons aus Kochsalz und Potasche, des Glases (inder Glasg all e), der Seife (im Seifensiederfluß) rc.Es krystallisirt wie da« Kochsalz in farblosen Kry-stallen, bei gestörter Krystallisation in kleinen Spieß-chen, gleicht auch im Geschmack dem Kochsalze, istaber viel leichter im Wasser auflöslich und erzeugtbei der Vermischung mit letzterem einen höherenKältegrad. Es ist luftbeständig, unter den Zähnenetwas zähe und hat ein spezifisches Gewicht von 1, 8 .Man benutzt es zuweilen in der Couditorei zur Er-zeugung von Kälte, indem es die Temperatur desWassers, in welchem es sich auflöst, um ll—12°vermindert. Früher wurde es auch in der Medizinangewendet, jetzt zur Anfertigung von Lichtbildern.

Chlorkalk, Bleichkalk oder Bleichpulver,Calcaria chlorata, ist ein Gemisch von unter-chlorigsaurem Kalk, Chlorcalcium und Kalkhydratoder in Pulver zerfallener Kalk, und wird bereitet,indem man letzterem bei niedriger Temperatur solange Chlorgas zuleitet, als es von demselben nochabsorbirt wird. Man verfertigt ihn in chemischenFabriken oder auch in eigenen Chlorkalksabriken.Es ist ein weißliches, krümliches, nicht stäubendes,etwas zusammenbackendes Pulver, von chlorähn-lichem, etwas süßlichem Geruch und herbem, salzigemGeschmack, das sich leicht im Wasser bis auf einengeringen Rückstand von Kalk auflöst. Wenn erdurch Thon verunreinigt ist, löst sich dieser Rück-stand nicht völlig in Salzsäure auf, und bei reichlicherBeimengung erhält der Chlorkalk eine mehr oderweniger graue Farbe davon. Der frische enthältgewöhnlich ca. 30 °/o bleichendes Chlor; seinen Ge-halt daran prüft man durch die Chlor omctrie(s. d.) Im Handel kommt Chlorkalk von 70°, 80°,90°, selbst von 100° und 110° vor, und er ist um sotheurer, je mehr Grade Chlor er enthält. Er wirdaus chemischen Fabriken bezogen. Am reinsten undin der Form von Bleichflüssigkeit erhält mauden Chlorkalk, wenn man einen Strom ChlorgaSin Kalkmilch leitet. Diese stark alkalisch reagirendeFlüssigkeit zerstört die meisten organischen Verbin-dungen, besonders die Farbstoffe, doch ist dazu dieVermittelung einer das Chlor entbindenden Säurenöthig. Hierauf beruht die Methode, weiße Musteraus farbigem Grunde hervorzubringen. Man drucktz. B. das Muster mit einer durch arabisches Gummiverdickten Lösung von Weinstcinsäure auf türkisch-roth gcsärbteu Zeug, den man dann eine Minutelang in die Bleichflüssigkeit taucht; dadurch wird dieFarbe an den mit der Säure bedeckten Stellen zer-stört und das Muster erscheint weiß. Um Zeuge mitChlorkalk zu bleichen, kocht man sie, nachdem sie vor-