Chioriithium
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Chloromctrie
her gut ausgewaschen worden, in Kalkwaffer unddann in Aetznatronlauge, bringt sie dann in einesehr verdünnte Bleichflüssigkeit und hierauf in mitSchwefelsäure angesäuertes Wasser, worauf sie sofortgebleicht werden. Dieser Prozeß wird wiederholtund der Zeug endlich in warmem, sodahaltigemWasser ausgewaschen. Um vergilbte Wäsche durchChlorkalk zu bleichen, fetzt man dem Wasser l / 6 —V,°o/g Chlorkalk zu, läßt die Wäsche 24 Stundendarin liegen und wäscht sie dann mit weichem Was-ser wieder aus. Man setzt, um obiges Verhältnißzu erhalten, auf einen Eimer Wasser etwa 1 U~ 1 1 2Nenloth Chlorkalk zu. Ebenso wird der Chlorkalkzum Bleichen der Paviermasse benutzt, in welcher erdurch schwefelsaures Natron oder Antichlor (s. d.)wieder neutralisirt wird, da er sonst der Güte desPapieres schaden würde. Eine andere wichtige An-wendung des Chlorkalks ist zur Zerstörung schäd-licher Gase und Miasmen, zu welchem Zwecke manihn in offenen Gefäßen in die damit angefülltenOrte stellt; ferner zur Entfuselung des Brannt-weins, um Weinfässern den dumpfigen Geruch zubenehmen, um Seidenraupen vor dem Verderben zuschützen, um das Keimen der Pflanzen zu befördern,zur Vertreibung von Ungeziefer, auch beider Photo-graphie rc. — Man muß den Chlorkalk in gut ver-schlossenen Gefäßen und vor dem Lichte geschützt auf-bewahren, denn beim Zutritt der atmosphärischenLust zieht er Kohlensäure aus der Luft an und gibtdagegen Chlor ab, verliert also seine Kraft. Derchlorsaure Kalk bildet prismatische Krystalle, diesehr herbe und zusammenziehend schmecken. DieKrystallisation ist aber nicht häufig. An der Luftwird er feucht und löst sich leicht in Wasser.
Chlorlithium, s. Lithium.
Chlormangan, eine rosenrothe, trockne, schwerkrystallisirbare Masse, die sich leicht in Wasser auf-löst und an der Luft zerfließt, daher sie vor dem Zu-tritt derselben geschützt werden muß. Es wird meistals Nebenprodukt bei der Bereitung des Chlor-wassers, des Chlorkalks rc. gewonnen und besondersbei der Kattuudruckerei zur Erzeugung von braunenFarben benutzt.
Chlornatron, ein weißes, zusammenbackendesPulver von eigenthümlichem Geruch, das erhaltenwird, wenn man verwitterte Soda mit Chlorgassättigt. Mit 8 Theilen Wasser vermischt gibt es dieLabarraquesche Bleichflüssigkeit, und überhaupt wirdes auf ähnliche Art wie der Chlorkalk in der Technikund Medizin verwendet, auch bei Darstellung vonPhotographien gebraucht.
Chlornicin, Chlornice'iusäure, s. Benzoe.
Chlornickel, Nickeloxyd, salzsaures,N iccolum muriaticum, entsteht durch Lösungvon Nickeloxyd in Salzsäure; es entstehen grüneSäulenkrystalle, welche die Feuchtigkeit der Luft be-gierig einsangen, auch im Wasser und Alkohol leichtlöslich sind, und in der Chemie Verwendungfinden.
Chloroform, Chlorätherid, Chlorsormyloder Formylsuperchlorid, eine im Aeußerndem Alkohol und Aether ähnliche Flüssigkeit vonölartiger Consistenz, angenehmem ätherischem Ge-ruch und süß-ätherischem Geschmack, im Wasser-unlöslich und darin untersinkend fipez. Gew. 1 , 4 ,),im Weingeist und Aether aber leicht löslich. Eskocht bei 48" Reaum. und brennt nur sehr schwerund mit grüner Flamme. Man bereitet es, indemman Chlorkalk mit Wasser und Weingeist destillirt,
und benutzt es jetzt besonders als Betäubungsmittelbei schmerzhaften chirurgischen Operationen, wozues dem früher üblichen Schwefeläther weit vorzu-ziehen ist. Es wird in chemischen Fabriken verfer-tigt. Man erhält es öfters unrein und es entstehendann häufig bei Operationen Unglücksfälle, selbstTod. Es ist daher*sehr wichtig, das Chloroformjedesmal vorher auf seine Reinheit zu prüfen. Mannehme etwas davon in ein kleines, reines Gläschenund setze einige rauchende Schwefelsaure hinzu; dasreine Chloroform bleibt dabei wasserhell, das unreineaber wird dadurch schwarz gefärbt.
Chlorometrie ist die aus chemische Gesetze ge-gründete Methode, mit Hülfe eines einfachen mecha-nischen Apparats den Chlorgehalt und mithin dieGröße der bleichenden Kraft in einem gegebenenBleichpulver zu erkennen und zu messen. Da näm-lich der Chlorkalk und die ihm ähnlichen zum Blei-chen verwendeten Produkte fortwährend und selbstin gut verschlossenen Gefäßen Kohlensäure aus derLust absorbiren und dadurch die. unterchlvrigsaureVerbindung zerlegt und das Chlor frei wird, aufwelchem die Bleichkrast beruht, so ist auch der käuf-liche Chlorkalk nie von gleicher Kraft und es ist da-her von Wichtigkeit, beim Gebrauche desselben seinenChlorgehalt prüfen und messen zu können. Früherbediente man sich hierzu der Jndigoauflösnng inSchwefelsäure, indem man die Quantität desBleichpulvers maß, welche zur Entfärbung desselbennöthig ist; dieses Verfahren ist jedoch deshalb nichtzuverlässig, weil die Zusammensetzung des Indigosnicht immer gleich ist. Man hat daher in neuererZeit mehrere andere sicherere Methoden aufgesucht,unter denen die von Gr ah am als die vorzüglichsteanerkannt worden ist. Sie besteht darin, daß manin einem Cylinderglase 39 Gran reinen Eisenvitriolmit 4 Loth destillirtem Wasser unter fleißigem Um-rühren mit einem Glasstabe auflöst, indem man dieAuflösung zugleich mit etwas Schwefelsäure ansäuert.Dann reibt man 50 Gran des zu untersuchendenBleichpulvers in einem Glas- oder Porzellanmörsersorgfältig mit Wasser zu einem Brei, den man nochmit Wasser verdünnt, und gießt die milchige Flüs-sigkeit, indem man den Mörser sorgfältig ausspült,in den Alkalimeter, eine Glasröhre, welche durcheine eingeätzte Skale von oben nach unten in IMTheile getheilt ist und die man bis zum Nullpunktmit der Auflösung anfüllt. Hierauf gießt man vonder letzteren nach nnd nach und so lange in dieVitriollösung, bis das Eisenoxydul vollständig inEisenoxyd verwandelt ist, was man vermittelst desrothen Blutlaugensalzes entdeckt, denn dieses fälltEisenorydulsalze berlinerblau, Eisenoxydsalze abernicht. Man löst nämlich ein Körnchen dieses Salzesin ein wenig Wasser auf und besprengt damit einenPorzellanteller. So oft man nun von dem aufge-lösten Chlorkalk etwas in die Vitriolauflösung ge-gossen und es mit einem Glasstabe umgerührt hat,bringt man die an dem letzteren hängende Flüssigkeitmit einem Tropfen der Blutlaugensalzlösung JO'sammelt und fährt damit so lange fort, bis anstatteiner blauen Färbung, welche anfangs entstehenwird, der Tropfen auf dem Teller sich braun färbt,was das Zeichen ist, daß alles Eisenoxydul in Eisen-oxyd verwandelt ist. Je weniger nun von derChlorkalkauslösung verbraucht worden, wa« man a>der Skale des Alkalimeters sieht, desto mehr Chtund also auch desto größere Bleichkrast enthält vgeprüfte Chlorkalk. Um diesen Gehalt in Procent