Band 
Erster Band.
Seite
319
JPEG-Download
 

Chlorophyll

319

Chorolade

äU finden, hat man nur nöthig die Zahl 1000 durchöle Anzahl der fehlenden Grade zu dividiren. Sind5- B. 36 Grad der Chlorkalkflüssigkeit verbraucht, sofind in 100 Theilen Chlorkalk 27'/» Theile ChlorEnthalten. — Ein anderes, aber weniger bequemesherfahren, welches von Gay-Lussac angegeben*£> beruht auf der Verwandlung der arsenigenSäure in Arseniksäure durch das Chlor. Man gießtuämlich Chlorkalklösung, welche bei allen Versuchenaus der nämlichen Quantität Chlorkalk und Wasserbestehen muß, so lange in mit Wasser verdünnteAuflösung arseniger Säure und Salzsäure, bis jeneWrwandlung geschehen ist, und je weniger manChlorkalk dazu verbraucht hat, desto gehaltreicherwar dieser. Um die Verwandlung in Arseniksänrelu bemerken, setzt man der Flüssigkeit einige Tropfen«ner stark verdünnten Judigvauflösung hinzu, welcheWeich entfärbt wird, sobald der Chlor keine arsenigeSäure mehr findet und daher den Indigo zersetzt.Chlorophyll, s. Blattgrün.

Chlorplatin, s. Platinauflösung.Chlorquecksilber, s. Quecksilberchlorür.Chlorrubin, s. Krapp.

Chlorsäure, Avilluiu cM.oricum, entsteht durchZersetzung von chlorsaurem Barht mittelst Verdünn-er Schwefelsäure. Es ist eine ölartige, WasserhelleFlüssigkeit von stechendem Geruch und scharfem,saurem Geschmack, die sich leicht zersetzt. Sie ist fürwe Chemie wichtig wegen ihrer Verbindung mitAasen, die chlorsaure Salze geben, z. B. chlorsauresKali- Natron- Bleioxyd- Silberoxyd rc. Es ist dieChlorsäure eine der 8 Oxydationsstusen oder Ver-bindungen des Chlors mit dem Sauerstoff. Dahingehören noch die unterchlorige, die chlorige Säure,die Ueberchlorsäure, die zum Theil in der TechnikAnwendung finden.

Chlorsaures Kali, s. Kali, chlorsaures.Chlorsilber, Hornsilber, Silberhornerzwird in den Gruben des Harzes, in Mexiko rc. ge-sunden. Es bildet kleine Krystalle, die 75 % Silberenthalten, s. noch Silberchlorür.

Chlorspießglanz, s.Spießglanzbutter.

. «-hlvrstrontium , s. Stroutian, salz-> uurer.

Chlorwasser, überoxydirte Salzsäure, Odlo-cSü*. a quosum, Aqua oxyumriatica, eine gelblicheo'wsfigkeit von chlorähnlichem Geruch und herbem,wcht saurem Geschmack, welche man erhält, wennman Chlorgas in kaltes Wasser leitet. Es wird zum?olerchen, zum Vertilgen von Flecken rc. benutzt undMß vor dem Lichte geschützt werden, da es von die-Ww zersetzt wird. Das Gas bindet sich noch besserwu dem Wasser, wenn man gelöschten Kalk hinein-wü und es, während jenes einströmt, umrührt,gewöhnlich aber wird es bereitet durch Ausgießen, Wasser auf Chlorkalk. Nachdem man die Masse, wgerührt hat, läßt man den Kalk sich setzen. Souuge das Wasser noch vom Kalk trübe ist, entfaltetweniger Bleichkrasü

lorwasserstoffsäur e, s. Salzsäure,^hlvrzink, s. Zinkoxyd, salzsaures.^morzrun, einfaches, s. Zinnsalz.

^?borzinn, s. Zinnoxyd, salzsaures.^uvkan, s. Tu ran.

g>^f?bkolade, die bekannte, aus Cacao, Zucker unddes ^ Ul ® bestehende Masse, aus der ein wohlschmecken-rrn nährendes Getränk bereitet, die aber auchtj. Wsten Zustande genossen wird. Bei der Verfer-gung derselben wird der Cacao wie Kaffee geröstet,

dann von den Schalen befreit und in einem er-wärmten Mörser unter Zusatz von Zucker zu einemdicken Brei zerstoßen, oder, was jetzt meist geschieht,durch eigene Maschinen vermittelst Walzen zerrieben.Unter den Gewürzen, welche hinzugefügt werden,befindet sich fast immer Vanille, nur bei den wohl-feileren Sorten läßt man sie weg, oder ersetzt siedurch peruvianischen Balsam. Die sogenannte Ge-sundheitschokolade enthält gar lein Gewürz,sondern besteht nur aus Cacao und Zucker. Wennder Teig hinlänglich fein zerrieben ist, wird er ab-gewogen und noch halbflüssig in blecherne Formengebracht, in denen er durch Klopfen zu Tafeln ge-formt wird, die man einzeln in Papier schlägt undbann in ganze oder halbe Pfundpackete packt. Zu-weilen formt man sie jedoch auch in cylindrischeStangen, oder zu allerhand zierlichen Figuren vonMenschen, Thieren, Früchten, zu kleinen Plätzchenoder Bonbons und dergl. In dieser Art liefert be-sonders die große Chokoladenfabrik von J.ordanund Timäus in Dresden die mannichfaltigstenund ausgezeichnetsten Arbeiten. Die Güte derChokolade hängt zunächst von der Güte des Cacaosab. Der beste Caraccascacao gibt daher die feinsteChokolade; doch setzt man demselben gewöhnlich einenTheil von einer anderen Sorte zu, weil die Choko-lade sonst etwas zu trocken wird. Auch darf derCacao nicht zu stark geröstet werden, indem er sonsteinen brenzlichen Geschmack erhält; noch wenigeraber darf er ranzig oder ölig schmecken. Gute Cho-kolade muß gehörig fest, doch aber nicht zu hart,und weder bröcklig noch schmierig sein; der Bruchmuß schön braun, dicht und ganz feinkörnig mitkleinen weißen Pünktchen sein und eine innige Mi-schung zeigen, im Munde muß sie völlig zergehen,ohne daß harte Stückchen zu bemerken sind; der Ge-schmack muß angenehm, ohne fremden Beigeschmack,auch nicht übermäßig süß sein, und ebenso wenig darfein oder das andere Gewürz vorschmecken. Außerden erwähnten, regelmäßig zur Chokolade gehören-den Ingredienzen werden derselben auch zuweilen,theils um die Waare wohlfeiler herzustellen, theils zudiätetischen oder medizinischen Zwecken, noch man-cherlei andere Stoffe zugesetzt. Zn der ersten Absichtvermischt man sie zuweilen mit Mehl, Stärkmehl,Mandeln, Salep, Erdmandeln und dgl.; in der letz-teren namentlich mit isländischem Moos (Moos-chokolade), Chinapnlver (Chinachokolade),Osmazvm oder Fleischextract (Osmazomchoko-lade, die jedoch wieder in Vergessenheit gekommenist), Kaffee (Kafseechokolade) rc. Eine ganz ge-ringe Sorte Chokolade, die gewöhnlich nur in Pul-verform bereitet und Chokoladenpulver oderauch Suppenchokolade genannt wird, bestehtmeist aus den gerösteten und gepulverten Cacao-schaien, gebranntem Mehl oder ähnlichen wohlfeilenIngredienzen und einem größeren oder geringerenZusätze von Cacaopulver, nebst Zucker, etwasZimmt rc. Wenn der Cacao weder Zucker nochGewürz enthält, aber ebenso wie die Chokolade inTafeln geformt ist, nennt man ihn Cacaom asse.Es kommen häufig Verfälschungen der Chokoladevor mit verschiedenen Sorten Mehl (von Weizen,Linsen, Erbsen, Mais, Bohnen, Stärkemehl rc.)Diese werden erkannt, wenn die Chokolade eine halbeStunde mit Wasser kocht, heiß filtrirt und Jvdtinc-tur zugesetzt wird. Es darf dadurch keine Färbungentstehen, sonst ist Mehl dann enthalten. EinZusatz von Ziegelmehl und Mennig wird durch