Band 
Erster Band.
Seite
322
JPEG-Download
 

Chromgrün

322 Chrysolith

dieser Zusätze, sowie durch verschiedene Abweichungenbei der Bereitung werden die zahlreichen Arten er-zeugt, die man unter den verschiedensten Benennun-gen, wie Königsgelb, Parisergelb, Kölner-gelb, Neu gelb rc. aus den Preiscouranten derFarbenfabriken findet. Auf eine andere und wohl-feilere Art wird das Chromgelb gewonnen, wennman das in den Färbereien und Druckereien ingroßer Menge als unbrauchbares Nebenprodukt er-haltene schwefelsaure Bleioxyd mit einer Auflösungvon chromsaurem Kali digerirt. Es ist ein geruch-und geschmackloses Pulver, das sich im Wasser garnichts in Säuren nur wenig, aber vollständig inkaustischem Kali auflöst, dem pichte widersteht undsich mit den meisten Farben ohne Nachtheil ver-mischen und auftragen läßt. Man verwendet esaußer als Oel- und Schmelzsarbe auch zur Färbereiauf Baumwolle, Leinen, Wolle und Seide. MitBerlinerblau gemischt, giebt das Chromgelb dengrünen Zinnober. Mit Chlor und Schwefel geht dasChrom chemische Verbindungen ein. Gegen Chrom«Vergiftungen hat man kohlensaure Magnesia oderdoppeltkohlensaures Natron zu geben. Das Chrom-gelb ist sehr giftig, wie überhaupt die Chromsarben.Man muß sehr sorgsältig damit umgehen, um sienicht in den Magen zu bringen, wo sie leicht durchNervenlähmung den Tod herbeiführen. Bon diesen:Präparate stellt man auch noch ein leberbraunesschweres Pulver dadurch her, daß man es schmelzenläßt und nachher pulvert. Es ist das geschmol-zene chrom saure Bleioxyd, klumbuni obromi-cum fusum, welches in der Chemie verwendetwird.

Chroyzgrün, Obrominin oxydatum oderoxydulatum, eine ausgezeichnet schöne, satte,dunkelgrüne Farbe, die als Schmelz» und Oelsarbevon hohem Werthe ist und vielfache Anwendungfindet. Man hat deshalb eine Menge verschiedenerVerfahrnngsarten zur Darstellung desselben erfunden,welche Fabrikate geben, die in der Schönheit, derFarbennüance, der Anwendbarkeit zu diesem undjenem Zwecke und im Preise mehr oder weniger voneinander abweichen. — Von diesem eigentlichenChrvmgrün oder Chromoxyd verschieden ist eine Art,die auch grüner Zinnober (f. b.) genannt wird,und aus einer innigen Vermischung von Chromgelbund Berlinerblau besteht.

Chromorange ist eine roth- oder orangegelbe Artdes Chromgelb, s. d.

Chromroth oder Chromzinnober ist ent-weder chromsaures Onecksilberoxydul oder basisch-chromsaures Bleioxyd. Das erstere ist das schönste,feurigste Roth, das man sich denken kann, ein wahrerRepräsentant der rothen Farbe, wird aber wegenseiner Unbeständigkeit jetzt säst gar nicht mehr ange-wendet und ist aus dem Farbeuhandel so gut alsverschwunden. Die letztere Art wird auf verschiedeneWeise aus Chromgelb bereitet und kommt iu denverschiedensten Nüancen, vom matten Ziegelroth biszum feurigsten Zinnoberroth vor. Das schönste istdas auf trocknem Wege bereitete, dessen Nutzbarkeitaber durch seinen hohen Preis sehr beschränkt ist.Das auf nassem Wege bereitete, welches gewöhnlichim Handel vorkommt, ist von weniger intensiverFarbe und geringerem Lüster, aber bedeutend Wohl-seiler als jenes. Es wird ebenfalls als Schmelz-sarbe, sowie als Maler- und Anstrichfarbe in Oelund zur Kattundruckerei benutzt; zur Verfertigungdes Siegellacks ist es jedoch nicht brauchbar und es

darf daher auch nicht unter den Oueckstlberzinnobergemischt sein.

Chromsäure, Acidum chromicum, ist ein rothesleicht an der Luft zerfließendes Pulver, von zusammen-ziehendem und scharfsaurem Geschmack und wird alsArzneimittel verwendet. Die Lösung der Chrom-säure ist orangegelb; durch Salzsäure wird sie inChromchlorid verwandelt. Erhitzt man sie, so wirdsie schwarz. Mit Basen bildet dieselbe gelbe oderrothe Salze, diemit Metallsalzenschönsarbige Nicder-schläge geben und für die Färberei von Wichtigkeitsind, wie das chromsaure Ouecksilberoxydul,auch Chromroth genannt, ein rothes Pulver siirPorzellanmalerei, chromsaurer Baryt, alsBarytgelb, chromsaures Zinkoxyd, gelb, beidein der Malerei gebraucht. Sie zerfließt leicht undmuß gut verschlossen aufbewahrt werden.

Chromsaures Kali, s. Kali, chromsaures.

Chronometer, s. Uhren.

Chrnsamminsäure, Chrys olepinsäure,Chrysrdin, Chrysodin, s. Aloe.

Chrysen, ein goldgelbes Krystallpulver, aus derDestillation von Steinkohlen oder auch Holz darge-stellt. Mit Schwefelsäure nimmt es erst eine rothe,dann grüne Farbe an. Es hat bis jetzt nur fürChemie Interesse.

Chrysoberyll, Goldberyll, orientalischerChrysolith oder Chrysopal, ein sehr harter,theils in rundlichen Körnern, theils in achtseitigenPrismen vorkommender, durchsichtiger oder durch-scheinender Edelstein mit doppelter Strahlenbrechung.Er wird nur vom Diamant und Saphir geritzt undhat ein spezifisches Gew. von 3,7—3.». Er ist meistvon spargelgrüner oder olivengrüuer Farbe, insGrünlichweiße, Gelbgrüne, Braune oder Grauespielend, auch zuweilen milchigt, gewöhnlich rein undohneNebelflecken, hat aber kein ausgezeichnetes Feuer.Oft zeigt er unter einer gewissen Richtung einenbläulichen Lichtschein und wird dann Cymophangenannt. Er besteht hauptsächlich aus Thonerde undBeryllerde, welche durch Eisenoxyd und Titan ge-färbt ist, und findet sich meist im Sande der Flüssein Brasilien (besonders in den Diamantendistrikten),auf Ceylon, in Pegu, Sibirien, an einigen Orten inNordamerika rc. Die reinen Chrysoberylle vonschöner dunkelgrüner Farbe werden meist zu Ring-und Nadelsteinen wie Diamanten geschliffen, dreCymophane ei- und linsenförmig, zuweilen auch miteiner Goldfolie unterlegt.

Chrysvcoll, s. Borax.

Chrysvdiaphan, s. Diaphan.

Chrys vidin, ein gelber Farbestoff, in den Spar-gelbeeren befindlich und zun: Färben von Wolle undSeide verwendbar.

Chrysolith, auch Olivin undPeridot ge-nannt, ein Edelstein von geringer Härte und Poli-tursähigkeit, daher auch von wenigem Werth. Erhat Glasglanz, ist durchsichtig mit doppelter Strahlen-brechung, wird vom Turmalin und Bergkrystallgeritzt und hat ein spezif. Gewicht von 3,g<—3,«-Seine Farbe ist dunkler oder lichter Pistazien-, oliven-oder gelbgrün. Er ist meist rein und oft von bedeu-tender Größe und wird als Rosette und Taselsteingeschnitten und zu Schmucksteinen verwendet; zu-weilen giebt man ihm auch durch vorsichtiges Aus-glühen eine hellere Färbe. Man findet ihn in ein-zelnen Krystallen und Körnern, im Schuttlande undim Sande der Flüsse, am schönsten in Ceylon undBrasilien, ferner in Arabien, Persien, Acgyptem