Band 
Erster Band.
Seite
326
JPEG-Download
 

Citronenäthcr

326

Litronrnfast

Gardcser, vom Gardasee, sind vorzüglich. Fernerkommen viele aus Malaga in Spanien, aus Portu-gal, welche zwar von geringer Qualität sind, aberzeitig reifen, weshalb sehr viel davon versandt wird;dann aus Nizza, Trieft, Fiume, Roveredo und demübrigen italienischen Tirol k . Eine zeitig reifendeitalienische Sorte von vorzüglicher Güte, die aberauch bedeutend theurer sind als die anderen, nenntman Augustaroli. Von den Genueser, Messinaerund Triester enthält die Kiste, je nach der Größe derFrüchte, 500—600 Stück, von den spanische» 400bis 450 Stück, von den gardeser, die in größerenKisten kommen, 7—800 Stück. Die nach Rußland,Polen rc. bestimmten, werden auch zuweilen in kleineKisten und mehrere derselben in ein Faß verpackt,welche in Trieft, Wien rc. geöffnet und die Zwischen-räume mit Baumwolle ausgefüllt werden, um die

t rächte vor dem Erfrieren auf der Reise zu schützen. —ne Verwendung des Eitronensastes zu Punsch,Limonade, sowie an Speisen, bei der Eonditorei rc.ist bekannt; das Nähere über denselben, sowie überCitronenöl, Citrvnenschalen und Citro-nensäure sindetman in den folgenden besonderenArtikeln. — Neben den eigentlichen Citronen giebtes noch mehrere Abarten von denen die meisten eben-falls in den Handel kommen. Die bemerkenswer-thcsten derselben sind folgende: a) Die Citronaten,Cedratcn, Cedratfrüchte oder großenCitronen, welche den Citronat (s. d.) liefernund über 6 Zoll groß werden; der Baum hat starke,stachelige, geradeaus stehende Zweige und große,krause, aufgeblasene Blätter. Es giebt mehrereUnterarten derselben, zu denen auch der Adams-apfel (s. d.) gehört, b) Die Peretten, von birn-förmiger Gestalt, mit sehr wohlriechender Schale,weshalb sie besonders zu feinen Confitüren benutztwerden, o) Die Limvnien, eiförmige, genabelte,safrangelbe, sehr saure Früchte, mit dünner Schale.Abarten derselben sind: cl) die Rosolinen oderWachslimonen, groß und oft 2 Psd. schwer, e)Die Ponzinen, groß, verkehrt eiförmig und ander Basis gerippt, werden besonders in Syrien sehrgroß. f) Die Lumien oder süßen Limvnien,mit dicker Schale und süßem, bald gelbem, bald röth-lichem Marke, g) Limönchen nennt man eineganz kleine Art, fast ohne Fleisch, nur mit einemgrünlichgelben Safte gefüllt, h) Die B erga-motten (s. d.), goldgelbe, dünnschälige, saure undetwas bitter schmeckende Früchte. In Italien nenntman alle diese Früchte lämone und auch ini Deut-schen wird der Name Limvnien oft mit Citro-nen verwechselt, oder man nennt bald die kleinenSorten, bald die süßen, bald die sauren Limvnien.Die Limönchen kommen zuweilen in Salz eingelegtunter dem Namen Pökelcitronen oder mari-nirte Citr on en aus Genua, Messtna und Ma-laga in den Handel. Aus China und in neuererZeit auch aus Nordamerika kommen in Zucker einge-machte kleine grüne Citronen von der Größe einerMuskatennuß, die gewöhnlich chinesische Citro-nen genannt werden.

Citrvnenäther. Aether citricus, wird durchDestillation von Weingeist und Citronensänre ge-wonnen, es ist eine geruchlose, nicht flüchtige Flüssig-keit, welche mit Alkalien citronensänre Salze bildet.

Citronenholz, kommt nicht vom Citroncnbaume,sondern von einem in Westindien wachsenden Baume,blrytbalis ruticosa. Es ist citronengelb von Farbe,zuweilen schön braun gemasert, dicht, schwer und

harzig und hat auch einen citronenartigen Geruch.Es kommt in großen, bis zu 1000 Psd. schwerenStämmen nach Europa und wird, da es eine schönePolitur annimmt, zu allerhand seinen Tischlerarbei-ten benutzt. — Das Holz des Citronenbaumes istfest, dicht und weißgelblich von Farbe, kommt abernicht in den Handel, sondern wird in seinem Bater-lande verarbeitet.

Citronenlikör, ein aus Spiritus, Citronenölund Zucker zusammengesetzter beliebter Litör.

Citronenmelisse , Melissa offictnalis,eine in bergigen Gegenden des südlichen Europaswild wachsende, in Deutschland in Gärten gezogenePflanze, mit herz-eisörniigen, citronenähnlich riechen-den Blättern, welche unter dem Namen Herba Me-lissae citratae in foliis in der Medizin gebraucht undauch zu Melistenwasser, zu Kräuterwein, zur Berei-tung des Karmelitergeistes rc. benutzt wird. Sieenthält ätherisches Oel in geringer Quantität, wel-ches den Geruch der Pflanze hat, aber selten ächt znhaben ist. In Italien wirr dergleichen aus Melissacordifolia destillirt, das wohlfeiler, aber nicht stWohlriechend ist.

Citronenöl, Cedroöl oder Cedroessenz,Olenm Oitri oder de Cedro, ist das aus frischenCitronenschalen durch Auspressen, seltener durchDestillation gewonnene ätherische Oel. Es ist blaß-gelb und dünnflüssig, riecht citronenähnlich undschmeckt scharf bitterlich; es setzt fortwährend, auchnachdem es filtrirt worden ist, schleimigen Bodensatzab. Ueberhaupt ist das ausgepreßte weniger klar alsdas destillirte, hat aber einen angenehn>eren Geruch-Das rectificirte ist fast farblos und verbindet sichauch leichter mit Weingeist. Aus der Luft zieht esSauerstoff an und wird dunkel. Es lenkt die Po-larisationsebene nach rechts ab und giebt durch Ein-leiten von trockenem, salzsanrem Gas mehrere Ver-bindungen, denCitronenkampher, weiße Blätt-chen, fast vom Geruch der Tuberose. Der bei Dar-stellung dieses Kamphers übrigbleibende, flüssige,braune Rückstand wird Ei teilen oder CitronylI genannt und enthält ein Oel und eine flüssige Säure.Das Citronenöl hat ein spez. Gewicht von O,««,. Dasmeiste kommt aus Sicilien in verzinnten Kupfer-flaschen, Estagnvns genannt, von ca. 100 steil.Psd. Inhalt; inMessina wird für die Flaschen nichtsberechnet, in Trieft aber berechnet man sie gewöhnlichmit 75 Kr. pr. Pfund. Außerdem wird auch viel inCalabrien und im südlichen Frankreich, namentlichin Montpellier, Celte und Graste verfertigt. Eswird zuweilen in der Medizin, hauptsächlich aber zuParfümerien und Likören benutzt. Das nämlichegilt auch von dem ätherischen Oele aus der Schaleder Cedraten, welches eigentlich Cedroöl heißt undtheurer ist als das Citronenöl, sowie von den Oele»aus mehreren anderen Abarten der Citrone.

Citronensaft oder Limoniensaft, SuccasCitri, aus den noch nicht völlig reifen Citronen ge-preßt, wird in Italien, Sicilien rc. in großer Mengebereitet und in ganzen und halben Pipen und Ol'hosten versendet. Besonders bei der Färberei wirdviel davon verbraucht, ferner um den Talg zu Lich'lern weißer und härter zu machen, in der Küche undConditorei, in der Medizin und zur Bereitung derCitronensänre. Wenn er aus Citronen mit derSchale gepreßt ist, hält er sich wegen des darin ent'haltenen ätherischen Oele länger, als aus geschälten.Man muß ihn in einem kühlen Keller aufbewahre"und von Zeit zu Zeit von dem sich bildenden Boden-