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Erster Band.
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Zitronensäure

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Clermont-Ferrand

1*% abziehen, sonst verdirbt er bald. Um ihn halt-barer zu machen, besonders wenn er zu weiten See-reisen bestimmt ist, dickt man ihn zu einer Art Mus, indem man ihn gehörig abklärt und dann ineniem weiten Gefäße, das in einem Kessel mit WasserMht, welches fast bis zum Kochen erhitzt wird, lang-em abdampft, Man muß wenigstens 12 —14 Stun-Zeit dazu verwenden, denn je langsamer es ge-schteht, desto besser wird das Mus, weshalb man es^ Ostindien nur in der Sonnenwärme abdunstet.Man verfertigt dieses Mus in großer Menge inMontpellier, Toulon jc. , indem in Hospitälern undSeefahrern viel davon verbraucht wird.

Zitronensäure, Aeidnnr eitrivnm, ist dieausgeschiedene krystallisirte Säure des Citronensastes,Welcher ca. 7"/» davon enthält, und die sich auch, je-^>ch in viel geringerer Menge, in mehreren anderen«rüchten, Johannisbeeren, Erdbeeren, Himbeeren,auch im Krapp rc. findet. Es sind farblose, durch-Uchtige, große, gerade, rhombische Prismen von 1,„,Gewicht, von stark aber angenehm saurem^schmack, die in gelinder Wärme verwittern undstch leicht in Wasser und in Alkohol völlig aufiösen;

Auflösung derselben ist aber dem Berderben sehrausgesetzt. Man verfertigt sie fabrikmäßig in Eng-land, sowie auch in deutschen chemischen Fabrikenund benutzt sie in der Färberei und bei der Fabrika-tion der Talglichter, in der Medizin, zur Bereitungvon Limonade und dergl. Sie liefert mit Basen eineAooße Reibe citronensaurer Salze, welche vielfach inder Medizin, auch bei Photographien und in derEhemie angewendet werden. Alle diese Salze sind>ur die Chemie wichtig. Durch Zersetzung geht dieZitronensäure in andere Säuren über; mit Schwe-fel und Salpetersäure geht sie gepaarte Verbindungenein. Wichtig ist der citronensaure Aether,eine ölartige, unangenehm bitter schmeckende undZechende Flüssigkeit. Aus ihr bilden sich noch dieEitracon- und Brenzcitroneilsäure. — Eine unreine»tarnte Sorte Eitronensäure, b l'o n d e genannt, wirdbesonders in den Kattundruckereieu verbraucht. Durchtrockene Destillation erhält man dieBrenzcitro-

ensäIIre, Acidum pyrocitricum,und die P ara-rdtnzcitronensäure; einechemischreinewird bei^ Photographie verwendet Sie wird wegen ihresn der Neuzeit größer gewordenen Verbrauchs häufigrty Weinsteinsäure verfälscht; man erkennt diesbetls beim Verbrennen durch die Verschiedenheit desGeruches, theils durch Zerdrücken, indem die Citro-gt>isaure kein elektrisches Licht giebt, wohl aber die?" e inftetnfäure. Endlich üben die Lösungen der Ci-ti bttensäure gar keine Wirkung aus den Polarisa-onsapparat aus, während bei Anwesenheit von'toomsteinsäure sogleich solche stattfindet.

. ^rtronenschalen, Cortiees Citri, die ge-fffirf Ieten ' weist bandförmigen, selten in Viertel-ier ett ötfchttitlenen Schalen der Citronen, mit run-s^tr Außenfläche und von aromatisch bittrem Ge-Qj?ack. Frisch sind ste außen schön gelb, innenmit der Zeit werden sie dunkler, bis braun,In* fch'Mmeln leicht. Die besten kommen von Ma-£.8« tu Binsenballen von ca. 3l>0 Pfd. mit 0°/ otont ' ®’ e werden besonders von den Likörfabri-

j.® 01 und als Gewürz an Speisen gebraucht. Aus. m weißen schwammigen Theile der Schalen wird

Hesperidin, weiße, geruch- und geschmacklose"»deln, bereitet, das mit rauchender Salpetersäureme gelbe, dann rothe Farbe giebt,^rtrvnenspiritus, Lau de Cedre, wird durch

Destillation von Spiritus und Wasser über frischeCitronenschalen, denen man auch noch etwas Citro-nenöl zusetzt, bereitet.

Civadier, ein ehemaliges Getreidemaß in Mar-seille.

Civita vecchia , befestigter Seehafen des Kir-chenstaats, am Mittelmeere, einziger bedeutender,durch zwei Molos gesicherter Hasen, zwischen Livornound Neapel, mit 10,000 Einw., einem Handelstri-bunal, Arsenal, Schiffswerften und einer Eisenbahnnach Rom, wodurch sein ohnehin beträchtlicher Handelsehr erhöht worden ist. Die Stadt hat, außer Mar-seille, England und Italien, Verbindungen mitSpanien, Holland und Griechenland; regelmäßigeDampfschisiverbindungen mit Marseille, Neapel,Livorno, Genua, Rom rc. In dem hiesigen, fürSchisie bis zu 500 Tonnen zugänglichen Hasen, kamenim Lause des Jahres 1860: 1464 handelsthätige und507 haudelsunthätige Schiffe mit 312,939 Tonnen-last an; 1861 liefen ein: 1505 handelsthätige und479 handelsunthätige Schiffe. Die Einfuhr be-stand im Allgemeinen in Manufaktur- und Colonial-waaren, Eisen und Eisenwaaren, Blei, Maschinen,Wein, Spirituosen, Thun- und Stockfischen, Herin-gen, Oel, Taback, Salz, Steinkohlen, Getreide, Bau-holz, Schafwolle, Südfrüchten rc. Zur Ausfuhrkamen: Porzellanerde, Bauholz, Faßdauben, Holz-kohlen, Getreide, Felle, Wolle, Käse, Salumenund die Manusakturwaaren. — In der Nähe derStadt sind bedeutende Alaunwerke; die Erzeugnissederselben werden als römischer Alaun verkauft.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Kirchenstaat.

Cladde, s. Buchhaltung.

Claires, Clarines oder klare Schleier isteine Art locker gewebte seine Leinwand oder Batist,welche hauptsächlich in Valenciennes, Cambray, St.Quentin rc. in Frankreich, in geringerer Qualität auchin Schlesien und der Oberlausitz verfertigt werden.Die sranzösischen sind 8 /* Stab breit und 14-/2 bisI 6 V 2 Stab lang, die deutschen breit und 54 Ellenlang; letztere sind jedoch gewöhnlich in Viertelstückenvon 14-/2 Ellen zerschnitten, stark gestärkt, gebläutund viereckig zusammengelegt. In Hamburg nenntman sie auch klare Estopillas.

Clairet werden verschiedene französische Weinegenannt, unter anderen ein Piccardanwein aus Bur-gund , ein leichter Wein von St. Jean Pied de Portin Niedernavarra, ein weißer aus der Gegend vonChâteau-Renard im Departement der Rhonemün-dungen rc. In England und Nordamerika verstehtman darunter überhaupt die rothen Bordeauxweine.

Clamecy heißt eine geringe Sorte französischerStahl in viereckigen Stangen von ca. 4 Zoll Stärke,der in der gleichnamigen Stadt im sranzösischen De-partement der Niedre bereitet wird.

Clarines, s. Claires.

Clariren heißt im Seehandel:. den Schiffszollentrichten; Cla rirun g die Verzollung vonWaaren.

Classi di Seta oder Ventil iz zi nennt man inItalien eine Art leichter glatter Seidenzeuge, die be-sonders zu llnterfuttern gebraucht werden.

Clavus secalinus, s. Mutterkorn.

Clematis, s. Waldrebe.

Clermont, ein rother französischer Muskateller-wein, aus der Gegend von Clermont-Ferrand imDepartenient Puy de Dôme.

Clermont-Ferrand, Hauptstadt des französ.DePartementsPuh-de-Döme, an der mittelländischen