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Erster Band.
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Coburg

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Cochenille

Alt der spätere» Erhebung einverstanden ist, was imProteste ausdrücklich bemerkt werden muß. Als all-gemeine Feiertage sind zu betrachten: der Neujahrs-to), der Charfreitag, die beiden Öfter-, Pstngst- undWeihnachtstagc und der Himmelfahrtstag.

Maße und Gewichte. Die Elle ist — 0, r ,a63Meter, der Fuß von 12 Zoll ist = 0, 3 „ JO Meter. DieSiinmer (Getreidemaß) hat 4 Viertel L 4 Wetzenund ist hei Weizen, Roggen und Hülsenfrüchten =o 8 ,s«s Liter, bei Gerste, Hafer und Dinkel — 110, ,49Lster. Der Eimer hat 80 Maß und ist = 77 , 345Llter. Gewicht wie Preußen. Verarbeitetes Goldlst entweder 583V 3 Tausendtheile (14 Karat) oder750 Tausendtheile (18 Karat); verarbeitetes Silber625 Tausendtheile (10 Loth) oder 750 Tausendtheile(12 Loth) sein.

Coburg, Hauptstadt des Herzogthums Sachsen-Eobura - Gotha , an der Jtz und Werra-Eisenbahn,w ^sehr lieblicher, gut angebauter Gegend, hat10,700 Einw., mit schönem Residenzschloß undMehreren ansehnlichen Gebäuden, Gymnasium, Real-schule, Baugewerkschule und anderenAnstalten. Manstntct Brauerei, Weberei, Gerberei, Schreinerei,Färberei und Tuchmannfaktur vertreten; ferner sindhier .Cement-, Wagen-, Möbel-, Spielwaaren-,Pianoforte- und Wasserleitungsröhrenfabriken. Inder Nähe lbei OcSlau) ist eine Ultramarinfabrik sowie eine Fabrik von Chamotte-Steinen und (beiGrub) eine Pariserblau- und Blutlaugensalzfabrik.

Kreditgesellschaft. Diese im Jahre 1856von H. O. Hosfmann unter dem Namen „Co-burg - Gothaische Kreditgesellschast zuGoburg" nach dem Vorbild des Crédit mobilier inParis errichtete Anstalt, besitzt ein Kapital von 10Millionen Thaler in Aclien zu 100 Thaler. Siebesorgt diejenigen Geldgeschäfte der Regierung, welchein das Bankgeschäft einschlagen und widmet demHypothekenwesen noch eine eigene Abtheilung.

Coburgs, s. Thibets.

Coccionella, s. Cochenille.

Cocculi orientales oder indici, s. Kockels-kölner.

Cochenille, Coccionella, ist ein getrocknetesInsekt, welches als wichtiges Färbematerial zur Er-wägung einer schönen rothen Farbe aus Seide, Wolleund Baumwolle benutzt wird. Es sind die Weib-chen der Cochenillschildlaus, Coecus Cacti,A^che auf mehreren Cactusarten, besonders derGochenillefackeldistel oder Nopalpslanze,Oaetus Opuntia oder cocoincllrkcr, lebt Und sich haupt-sächlich in Mexiko, außerdem aber auch in Central-mnerika findet und von da auch nach Brasilien, Peru,wiigen westindischen Inseln, Java, den kanarischenInseln und selbst, jedoch nur mit geringem Erfolge,Uach dem südlichen Spanien verpflanzt worden ist.In Mexiko wurde die Cochenillezucht schon in denältesten Zeiten getrieben und sie war damals vielausgebreiteter als jetzt; aber in Folge der Ungerech-"gkeit der Regierung, welche die Pflanzer zwang, ihruas Produkt zu einem niedrigen Preise zu verkaujen,wurde die Erzeugung immer mehr beschränkt undums Jahr 1760 wurden sogar in der Provinz Aucatanîuier Nacht alle Caciuspflanzen niedergehauen,angeblich auf Befehl der Regierung, wahricheinlichaver von den Eingeborenen selbst. Die Cochenille-»ucht ist daher jetzt hauptsächlich auf die Provinz^axaca beschränkt, wo sie besonders im District LaMtsteca in großer Ausdehnung betrieben wird; in

uoeren Gegenden Mexikos werden nur uubedeu-

tende Quantitäten gewonnen. Die mexikanischeCochenille wird über Veracru; ausgesührt; die besteaber kommt aus der Provinz Honduras in Mittel-amerika. Da das Einsammeln der Cochenille vonden wildwachsenden Pflanzen zu beschwerlich sein undeinen zu unsicheren Ertrag geben würde, pflanzt manden Cactus in eigenen Plantagen an und erhält da-von auch ein besseres Produkt. Man unterscheidetdaher wilde oder Feldcocheüille und zahmeoder ächte, von denen die erstere zwar auch in ab-gesonderten Pflanzungen gezogen wird, aber kleinerist und weniger Farbstoff enthält, als die letztere;auch ist die wilde mit einer weißen, flaumartigenSubstanz überzogen, welche bei der zahmen mehreinem feinen Pulver gleicht. Die erste Ernte ge-schieht im September, nachdem die Weibchen ihreEier gelegt haben. Diese sind schwärzlich von Farbe,haben nur wenig Farbstoss und werden Grana depastle oder Grana negra genannt. Im Januar oderFebruar wird die zweite oder Haupternte gehalten,welche aus ausgewachsenen jüngeren Müttern besteht,die man abnimmt, wenn sie die Hälste ihrer Eiergelegt haben und die sogenannte Zacatilla geben. Diefolgende Generation wird im April oder Mai ge-fammelt, noch ehe die Thiere Eier gelegt haben, undgiebt die eigentlich sogenannte Grana oder Grana fma.Man sammelt dabei Alles, große und kleine Thiere,und läßt nur die zur Fortpflanzung nöthige AnzahlMütter auf den Pflanzen. Diese werden währendder Regenzeit mit den Blättern auf denen sie sitzen,in die Wohnungen gebracht und in kleinen Nestern,die mit Pflanzenfasern gefüllt sind, ausbewahrt; wenndie Regenzeit vorüber ist, hängt man die Nester andie Pflanzen, worauf die Mülter bald eine große An-zahl Eier legen oder eigentlich lebendige Junge ge-bähren, die in den ersten 24 Stunden kein Lebens-zeichen von sich geben, dann aber schnell umherlaufenund sich über die ganzePflanze verbreiten. DieMänn-chen werden nicht gesammelt, auch ist ihre Anzahlgering, denn es kommt ohngefähr auf 300 Weibchenein Männchen; sie sind kleiner und schlanker als jene,schön roth von Farbe und bekommen zur Begattungs-zeit Flügel, woraus sie nach einigen Tagen sterben.Das Weibchen ist dunkelroth von Farbe, aus Brustund Rücken erhaben und mit zarten Qnerfurcheu ver-sehen ; die Füße sind mit bloßen Auge» kauin zu er-kennen. Nach der Einsammlung der Thierchen wer-den sie, wenn sie nicht schon todt sind, meist in heißenOesen getödtet; zuweilen wirft man sie in heißesWasser, was früher durchgängig geschah, wodurchsie aber den weißlichen Ueberzug und einen Theilihres Farbstoffes verloren. Nach der Tödtung wer-den sie aus Matten ausgebreitet und in der Sonnevollends getrocknet, wodurch sie gegen % ihres Ge-wichts verlieren. Außer den schon erwähnten dreiSorten: Grana de pastle oder negra, Zaeatilla undGrana üna hat man in Mexiko noch Granilla, welcheaus kleinen Insekten besteht, und Polyos de Graua,die abgesiebten Bruchstücken; beide sind auch stark mitden abgestreiften Häuten der Männchen, Tlasole ge-nannt, vermischt, die man jedoch auch unter denübrigen Sorten findet. Die silbergraue bestaubte istdie beste; die schwarze ist zwar eigentlich wenigerwerth, da aber die silbergraue meist mit der gerin-geren wilden untermischt ist, welche die nämlicheFarbe hat, so stehen beide ohngefähr in gleichem Preise,oder die schwarze ist noch etwas theurer. Die klein-körnige ist gewöhnlich wilde, die auch Sylvester(Grana sylvestra) genannt wird. Die durch Wasser